„Keine Windräder am Bultensee“

Bürgerinitiative forciert Verfahrensbeschwerde

Oyten - Zwar liege nach Aussage aus dem Bremer Bauressort noch kein Bauantrag vor, nichtsdestotrotz hätten die Arbeiten zum Bau eines Mega-Windrads am Bultensee begonnen, berichtet die Bürgerinitiative (BI) „Keine Windräder am Bultensee“ in einer Pressemitteilung. Nach Beobachtungen des Oytener BI-Sprechers Werner Martin und seiner Mitstreiter seien eine erste Entnahme von Bodenproben durch ein auf Windradfundamente spezialisiertes Unternehmen sowie Schallvergleichsmessungen der Autobahnlautstärke im Wohngebiet erfolgt.

„Auch laufen Verhandlungen zwischen dem Investor und einem Unternehmen, dessen Ländereien interessant für die Zufahrtstraße zum Bauvorhaben sind“, teilt Martin mit und sieht „unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Auch diese Investoren schließen mögliche Probleme, die von Windkraftanlagen ausgehen, wie Infraschall, Vogelschlag und ähnliche Einflüsse auf Mensch, Tier und Natur, einfach aus.“ Es werde keinerlei Rücksicht genommen bei der geplanten Bebauung eines gesetzlich vor Bebauung geschützten Überschwemmungs- und Landschaftsschutzgebietes.

Inzwischen hat die Bürgerinitiative den Ortsbeirat Osterholz ersucht, eine Verfahrensbeschwerde einzureichen. Nach Worten von Werner Martin aus folgendem Grund: „Der dem Landkreis Verden und der Gemeinde Oyten zur Stellungnahme vorgelegte Änderungsentwurf des Flächennutzungsplanes wies zum Zeitpunkt der Änderung im Jahre 2012 zweifelsfrei eine Fläche in Oberneuland aus – nicht in Osterholz. Unter der gleichen Änderungsnummer wurde im Jahr 2014 dasselbe Vorhaben an einem völlig anderen Standort, nämlich jetzt in Osterholz markiert, aber immer noch als Oberneuland benannt.“

Eine öffentliche Planvorstellung durch die Bremer Baubehörde im Ortsamt Osterholz sei im Juni „zum Unmut der zahlreichen Besucher der Sitzung kurzfristig von der Bremer Baubehörde abgesagt worden“, so Martin. Bis heute habe sich die Baubehörde, speziell Senator Dr. Joachim Lohse, allen Gesprächsangeboten und -anfragen entzogen.

„Wir werden am 23. August von 13 bis 15 Uhr und am 24. August von 9 bis 12 Uhr vor der Bremer Bürgerschaft demonstrieren. Interessierte können sich gerne zu uns gesellen, Fragen stellen oder sich auch noch an unserer Unterschriftenaktion beteiligen“, kündigt Martin an. Am 24. August soll um 12 Uhr die Übergabe der Unterschriftensammlung an den Bremer Bürgerschaftspräsidenten Christian Weber erfolgen.

Rubriklistenbild: © dpa

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