L 168 in Bassen: CDU und Grüne lehnen SPD-Antrag ab

„Brauchen erstmal einen Plan“

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Am Bassener Ortseingang aus Richtung Oyten hätte die SPD gern eine Fußgänger-Querungshilfe für 100 000 Euro auf der Landesstraße installiert – Grüne und CDU sprachen sich dagegen aus und wollen zunächst eine Prioritätenliste erarbeitet sehen.

Oyten - Angetrieben von der SPD, bohrt Oyten seit Jahren bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, um auf der Landesstraße L 168 in Bassen weitere Verbesserungen in Sachen Verkehrssicherheit zu erwirken.

Wieder aus der Schublade geholt wurden jetzt Pläne von 2009 für eine Fahrbahnverschwenkung samt Fahrbahnteiler am Ortseingang Bassen aus Richtung Oyten. Den SPD-Vorstoß, in Höhe Heidort eine solche Querungshilfe für Fußgänger für rund 100 000 Euro auf Gemeindekosten zu bauen, lehnte der zuständige Ausschuss des Gemeinderates mit der Mehrheit von CDU und Grünen jedoch am Mittwochabend ab.

Auf gerader Strecke Höhe Heidort rauschen laut Messungen und Anlieger-Erfahrungen viele Fahrzeuge zu schnell nach Bassen rein bzw. aus dem Ort raus. Die Landesbehörde lehnt jedoch sowohl den Bau eines zum Abbremsen zwingenden Fahrbahnteilers als auch farbliche Markierungen mit Signalwirkung auf der Straße am Ortseingang ab. Auf Nachfrage aus dem Oytener Rathaus hatte die Behörde erklärt, dass die Gemeinde jedoch auf eigene Kosten einen Fahrbahnteiler und eine Fahrbahnverschwenkung bauen könne. Kostenschätzung der Verwaltung: rund 100 000 Euro.

„Die Landesbehörde lebt noch in den sechziger Jahren mit Vorrang für Autos und Lkw“, wetterte SPD-Sprecher Ralf Großklaus am Mittwochabend im Rathaussaal in der Sitzung des Ratsfachausschusses für Umwelt & Gemeindeentwicklung. „Wir haben aber deutliche Veränderungen in der Mobilität“, so Großklaus, „und wir wollen am Heidort eine Querungshilfe über die Landesstraße für Fußgänger und Radfahrer.“ Dies als Anfang eines zu erarbeitenden Konzepts zur gemeindeweiten Entschärfung derartiger Gefahrenstellen an Landesstraßen – wie etwa auch in Schap-husen oder am Steendamm.

„Hör ich da schon Wahlkampf raus?“, warf Ausschussvorsitzender Bodo Becker (CDU) ein, bevor Grünen-Sprecherin Marlies Gerken ihre Bedenken anmeldete: „Wenn wir dafür 100 000 Euro ausgeben, ist das unheimlich viel Geld – das können wir nicht machen.“ Zumal die L 168-Kreuzung in Schaphusen „mindestens genauso gefährlich“ sei. Gerken forderte: „Wir müssen erstmal einen Plan haben, wo wir was brauchen aus Sicht der Bürger und was das kostet.“ Bis dahin müsse bei der zuständigen Landesbehörde weiter gebohrt werden, damit zumindest farbige Fahrbahn-Markierungen als Hinweis auf den Ortseingang angebracht würden: „Irgendwann knicken die auch ein.“ CDU-Sprecher Norbert Neisen schloss sich für seine Fraktion inhaltlich voll an.

Marcus Neumann, beratender Bürger im Ausschuss und als Polizeibeamter von Berufs wegen mit Verkehrssicherheit befasst, nannte „die Masse des Verkehrs problematisch, nicht die gemessenen Geschwindigkeiten“ – weshalb an dieser Stelle Farbe keinen Sinn mache, eine Mittelinsel jedoch die Fußgänger entlasten würde.

Mit der Mehrheit von CDU und Grünen lehnte der Ausschuss jedoch den SPD-Antrag bei 5:4 Stimmen ab. Die Erarbeitung einer Prioritätenliste für benötigte Querungshilfen befürwortete der Ausschuss mit den Stimmen von CDU und Grünen – bei Enthaltung der SPDler. J pee

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