Ganze Straße in Bassen seit mehr als zwei Wochen nicht per Telefon erreichbar

Bornmoor: „Kein Anschluss unter dieser Nummer“

Bassen - „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ – so lautete einst die Telefonansage, wenn ein Bekannter verzogen war und man versehentlich die alte Nummer wählte. Auch Werner Hensel und seine Nachbarn an der Straße „Bornmoor“ in Bassen sind seit dem 15. März nicht mehr über das Festnetztelefon zu erreichen – und zwar ohne, dass ein Umzug in Bälde geplant wäre. „Die ganze Straße ist betroffen“, sagt der 83-Jährige.

Rauswählen funktioniert nicht. Und wer das Ehepaar Hensel versucht, anzurufen, erhält ein Freizeichen, indes: Am anderen Ende der Leitung kommt kein Klingeln an.

Ursache sind nach Angaben der Deutschen Telekom AG Modernisierungsmaßnahmen am Netz. Sprich: Um die Straße mit einem schnellerem Internetanschluss zu versorgen, hat das Unternehmen neue Kabel verlegt und einen neuen Verteilerkasten installiert. Mit Abschluss der Arbeiten am 15. März traten laut Werner Hensel die ersten Störungen bei den Telefonanschlüssen auf.

Die 63-jährige Nachbarin der Hensels konnte zunächst noch rauswählen, „aber seit Montag ist alles tot“. Von anderen habe sie gehört, dass sie ihre Telefonnummer unfreiwillig mit den Nachbarn „getauscht“ hätten. Auch die neue Internetverbindung funktioniere nicht reibungslos: „Ein Nachbar ist selbständig und darum auf den Anschluss angewiesen. Der möchte die Telekom jetzt verklagen“, sagt die Bassenerin.

Auf Nachfrage unserer Zeitung (per Telefon und per E-Mail) schickte uns die Telekom ein kurzes Antwortschreiben. „Unsere Techniker arbeiten daran, diese Störung schnellstmöglich zu beheben“, so Klaus vom Hofe, Mitarbeiter in der Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom AG. Und weiter: „Wir gehen davon aus, dass die genannte Störung voraussichtlich bis Ende der Woche behoben sein wird.“ Im Fall einer längeren Störung biete die Telekom eine Übergangslösung: Kunden könnten sich an die Kundenhotline unter der 0800/ 3301000 wenden und sich eine vorübergehende Rufumleitung auf ihr Handy legen lassen. Zum konkreten Fall der Hensels heißt es: „Meine Kollegen haben die Leitung durchgemessen und bis zum Anschlusspunkt beim Kunden keinen Fehler in unserem Netz / unseren Leitungen festgestellt.“ Er empfiehlt: „Um die Entstörung dieses einzelnen Anschlusses aufzunehmen, sollte der Kunde bitte nochmal die Störung bei unserer Hotline aufgeben.“

Mit ihren Beschwerden waren Hensels und Nachbarin bereits mehrfach an die Telekom herangetreten. Nach Anrufen bei der allgemeinen

Bisher nur vertröstet

Servicenummer habe man sie bisher aber nur vertröstet. „Sie haben gesagt: Bis zum Wochenende ist das geklärt. Getan hat sich aber gar nichts“, sagt Werner Hensels Ehefrau. Sie ärgert sich besonders darüber, dass sie weiter Gebühren zahlen und nun dennoch zum Telefonieren auf das Handy zurückgreifen müssen. „Wir sind alte Leute, wir sind auf das Telefon angewiesen!“

Nachdem sie mehrere Beschwerde-E-Mails an den Telefonanbieter verschickt hatte, bekam die 63-jährige Nachbarin immerhin am Sonnabend Besuch von einem Techniker der Firma Apmann Daten- und Kommunikationstechnik aus Delmenhorst. Der habe ihr attestiert, dass bei den Netzarbeiten irgendetwas falsch verkabelt worden sei, konnte aber nichts tun, um den Schaden gleich vor Ort zu beheben.

Die Bassenerin findet es bedauerlich, dass bei der Telekom kein Ansprechpartner für den Raum Bremen/Landkreis Verden zuständig sei. „Immer wird man weitergeleitet.“ Um eine Entschädigung gehe es ihr gar nicht: „Ich möchte einfach nur, dass die den Schaden beheben.“

Zu Regressforderungen heißt es von der Telekom: Kunden könnten sich schriftlich mit Schadensersatzforderungen an den Kundenservice wenden. „Wir prüfen jeden Fall.“ Vom Hofe fügt noch hinzu, dass es sich statistisch gesehen in Bassen um einen unwahrscheinlichen Vorfall handle: Rund 60 Prozent der Störungen könne die Telekom in 24 Stunden beheben. Dafür sorgten die über 20 000 Mitarbeiter in der Netztechnik. „Dass es in diesem Fall länger als üblich dauert, bedauern wir.“ - ldu

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