Zimmerin Katja Wiesenmüller legt herausragende Gesellenprüfung hin

Die Beste im Land

Zimmerin Katja Wiesenmüller aus Oyten gehört in ihrem Handwerk zu den zwölf besten Junggesellen dieses Jahres in Deutschland. Darauf ist auch ihr Ausbilder Philip Warnke mächtig stolz. Das Gesellenstück der 21-Jährigen, ein Stehtisch aus Fichte und Eiche, kann diese Woche in der Oytener Volksbank bewundert werden. Foto: Holthusen

Oyten - Von Petra Holthusen. Wohin ihre Reise beruflich gehen sollte, wusste Katja Wiesenmüller nach Abi und Freiwilligem Sozialen Jahr nicht wirklich. Aber als ihre Eltern ein Haus bauten und „Philip bei uns den Dachstuhl zimmerte“, beobachtete sie das mit wachsendem Interesse – und 2017 wurde Katja Wiesenmüller die erste Auszubildende von Philip Warnke im frisch gegründeten Holzbau-Betrieb des jungen Zimmerer- und Dachdeckermeisters. Nach nur zwei Jahren schloss die 21-Jährige ihre Ausbildung zur Zimmerin mit Bravour, Note 1 und hervorragenden praktischen Leistungen in der Gesellenprüfung ab – als Innungsbeste im Kreis, Kammerbeste im Bereich der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und Landesbeste im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks.

Nächste Woche fährt Katja Wiesenmüller zu den Deutschen Meisterschaften. Auch dort wird sie unter den besten Nachwuchszimmerern wieder die einzige Frau sein. Das ist die Oytenerin gewohnt, und das ist für sie kein Problem: Die Kollegialität sei groß unter den Gesellen, und nach der körperlichen Anstrengung eines Arbeitstages „sind abends alle kaputt“, auch die Jungs. Irgendwelche Sprüche auf Baustellen sind kein Thema mehr: „Katjas Kompetenz ist bei Kunden und Kollegen schon bekannt“, sagt ihr stolzer Ausbilder Philip Warnke.

Die herausragenden Leistungen seiner Auszubildenden bringt er knapp auf den Punkt: „Sie hat das immer super gemacht und von Anfang an sehr selbstständig gearbeitet.“ Auch vor den praktischen Anforderungen bei den Deutschen Meisterschaften ist der 21-jährigen Junggesellin nicht bange: „Das Niveau ist Meisterschule plus“, weiß sie, aber wie auch immer sie dort abschneidet: „Ich gehöre auf jeden Fall zu den zwölf Besten meines Jahrgangs in Deutschland.“ Was die Chance auf eine Nominierung für die Europameisterschaft der Bauhandwerker einschließt.

Bis Ende Januar noch ist Katja Wiesenmüller im Betrieb von Philip Warnke tätig. Wenn sie nicht gerade wieder zu einer Meisterschaft unterwegs ist, wie der Chef mit einem Augenzwinkern anmerkt. Das Holzbauunternehmen des jungen Zimmerer- und Dachdeckermeisters ist vor zwei Jahren aus der traditionsreichen Oytener Zimmerei seines Vaters Johann Warnke hervorgangen und am alteingesessenen Firmenstandort an der Industriestraße zu Hause. Seitdem der Junior den Holzbau übernommen hat, konzentriert sich Warnke senior nur noch auf den Zeltverleih. Acht Beschäftigte hat Philip Warnke, darunter zwei neue Azubis. Auf Junggesellin Wiesenmüller wird er ab Februar für ein Jahr verzichten müssen, wenn sie nämlich in Vollzeit die Meisterschule in Kassel besucht. Danach kommt sie zurück in den Betrieb, das ist jedenfalls der Plan.

Ihre Berufswahl war für Katja Wiesenmüller ein Volltreffer. Sie liebt es, mit Holz zu arbeiten („ein schöner Werkstoff“), und mag Herausforderungen für Kopf und Hand: „Nachdenken, Lösungen finden und handwerklich umsetzen.“ Außerdem sei man als Zimmerin immer an der frischen Luft und „sieht am Ende des Tages, was man geschafft hat“. Am liebsten ganze Dachkonstruktionen.

Für ihr handwerkliches Gesellenstück – Bestandteil der umfangreichen praktischen Prüfungen zum Ausbildungsabschluss – wählte Katja Wiesenmüller eine etwas handlichere Konstruktion: Sie fertigte einen Stehtisch; das Gestell aus Fichte, die Platte aus Eichenbohlen. Sicher könnte man an dem Tisch im Stehen arbeiten oder bei einer Party Biergläser darauf abstellen – aber für Katja Wiesenmüller ist es vor allem „ein schönes Stück im Haus“ und jeder Kratzer daran täte ihr hörbar weh. Diese Woche ist das schöne Stück in der Oytener Volksbank ausgestellt und kann dort, verbunden mit Infos über das Zimmererhandwerk, bestaunt werden. Aber keine falschen Hoffnungen: Der wunderbar gezimmerte Tisch ist unverkäuflich ...

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