Politik erweitert Ausbaupläne Am Moor / Ampel an Schaphuser Dorfstraße auf eigene Kosten

Beim Gehweg darf"s ein bisschen mehr sein

Als dringend erachtet die Politik eine Querungshilfe auf der L 168 in Höhe Schaphuser Dorfstraße. 
Foto: Holthusen
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Als dringend erachtet die Politik eine Querungshilfe auf der L 168 in Höhe Schaphuser Dorfstraße. Foto: Holthusen

Oyten – Nachdem Oyten die umstrittenen Anwohner-Ausbaubeiträge abgeschafft hat, regt sich Am Moor kein Widerstand mehr gegen die seit Jahren geschobene Runderneuerung der maroden Straße – und nächstes Jahr soll"s endlich losgehen. Die aktualisierte Ausbauplanung und Kostenberechnung stellte Planer Jens Fiebelkorn vom beauftragten Ingenieurbüro Born und Ermel am Mittwochabend im Rathaussaal den Politikern im Fachausschuss für Umwelt & Gemeindeentwicklung vor. Die mussten jetzt entscheiden, ob sie den Fahrbahnausbau um einen separaten Gehweg ergänzen wollen. Sie wollen.

Einstimmig favorisierten die Vertreter aller Fraktionen den Bau einer parallel zur Straße verlaufenden Hochbordanlage für Fußgänger und auch Radfahrer. Diese Variante soll jetzt weiter durchgeplant werden. Allerdings gibt es Skepsis hinsichtlich der bislang eingezeichneten Breite von 1,80 Meter. Die sei weder Standard noch behindertengerecht mit Blick auf Rollstuhlfahrer und keinesfalls ausreichend für den Begegnungsverkehr von Fußgängern und Radfahrern, monierte Marcus Neumann (SPD). Entweder müsse der Weg breiter geplant oder der Radverkehr auf die Straße verlagert werden. Auch Reena Saschowa (Grüne) plädierte für „eine komfortable Breite“ des Gehwegs. Die allerdings das Gesamtprojekt weiter verteuern würde.

Bislang rechnet Planer Fiebelkorn für den Ausbau der Straße Am Moor inklusive Gehweg auf dem 1,1 Kilometer langen Teilstück zwischen den Einmündungen Oyterdamm und Meyerdamm mit Kosten in Höhe von rund 1,96 Millionen Euro – Regenwasserkanal, Straßenbeleuchtung und verkehrsberuhigende Elemente in der Tempo-30-Zone inbegriffen. 2021 soll gebaut werden. Zwar gibt die Straße Am Moor mit viel Grün und Gehölz am Rand 14 Meter Gesamtbreite her, aber die Fahrbahn des als Wohnstraße eingestuften Verkehrsweges wird nur 5,25 Meter breit ausgebaut – ergänzt um 65 Zentimeter geschotterten Seitenstreifen als Ausweichfläche, damit sich Busse und landwirtschaftliche Großmaschinen begegnen können. Der geschotterte Seitenstreifen brachte Ralf Großklaus (SPD) in Rage: „Das passt mir überhaupt nicht, da sind die Lunken und Seen doch vorprogrammiert und damit die Beschwerden von Anliegern.“

Apropos Rage: Noch ärgerlicher machte den SPD-Vertreter, dass der Landkreis als Verkehrsbehörde den Antrag der Gemeinde auf Schaffung einer Querungshilfe an der Landesstraße zwischen Oyten und Bassen in Höhe der Schaphuser Dorfstraße abgelehnt hat – begründet mit zu geringen Querungszahlen von Fußgängern und Radfahrern an dieser Stelle. „Das finde ich richtig schlimm. Die sagen immer, da geht keiner rüber – ja, aber da kann so auch keiner rüber“, wetterte Großklaus und forderte ein Umdenken zugunsten sinnhafter und sicherer Querungshilfen, auch vor dem Hintergrund der angestrebten Verkehrswende und Förderung des Fahrradverkehrs.

Oyten strebt nun auf eigene Kosten den Bau einer Fußgängerampel an dieser Stelle der vielbefahrenen Landesstraße an. Einstimmig votierten die Politiker im Fachausschuss für die Beauftragung eines Planungsbüros mit der Maßnahmenentwicklung inklusive Kostenschätzung, die deutlich in den sechsstelligen Bereich gehen dürfte. Bürgermeisterin Sandra Röse wies jedoch vorsorglich darauf hin, dass sich das Bauamt der Gemeinde wegen der geballten Oytener „Projektdichte“ dieses Jahr nicht mehr mit der Sache befassen könne.

Von Petra Holthusen

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