Statt sich selbst lässt Werner Oelkers lieber die Bürgerbusler und „Wühlmäuse“ beschenken

„Beides tolle Projekte“

Jeweils 1500 Euro für ihre Projekte spendierte den Bürgerbuslern (links) und den „Wühlmäusen“ (rechts) die Elektrotechnik-Firma von Ralf Köster (vorne links), der damit dem Wunsch des 80 Jahre alt gewordenen Unternehmensgründers Werner Oelkers (vorne rechts) entsprach.
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Jeweils 1500 Euro für ihre Projekte spendierte den Bürgerbuslern (links) und den „Wühlmäusen“ (rechts) die Elektrotechnik-Firma von Ralf Köster (vorne links), der damit dem Wunsch des 80 Jahre alt gewordenen Unternehmensgründers Werner Oelkers (vorne rechts) entsprach.

Oyten – „Manchmal muss man Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt“, sagt Werner Oelkers trocken. Allerdings interpretiert Handwerker Oelkers die Lehre von der Kapitalvermehrung ganz anders als der zitierte steinreiche Modezar Karl Lagerfeld – nämlich auf das Gemeinwohl ausgerichtet. Auch sein Unternehmensnachfolger Ralf Köster ist der Überzeugung, dass soziales Sponsoring gut angelegtes Geld ist, das Früchte für viele trägt. Und so fügte sich alles bestens zusammen, um jetzt die Oytener Bürgerbusler und die „Wühlmäuse“ mit einem Geldgeschenk in Höhe von je 1500 Euro zu überraschen.

Was er ihm denn mal Gutes tun könne, hatte Köster seinen früheren Chef Werner Oelkers gefragt, als der jetzt seinen 80. Geburtstag feierte. Geschenke für sich wollte der Jubilar, der 1977 die Firma Werner Oelkers GmbH in Oyten gegründet hatte, aber ebensowenig wie eine große Feier. Stattdessen schlug er Köster, der das Elektrotechnik-Unternehmen Oelkers 1998 übernommen hat, Geldspenden an den Bürgerbusverein und die Landschaftspflegetruppe „Wühlmäuse“ vor. Bei letzteren hat Werner Oelkers selbst schon mitgemuddelt, und auch den Bürgerbus schätzt er als gewinnbringende Einrichtung für Oyten. Beide Organisationen schaffen durch den ehrenamtlichen Einsatz von Oytenern für Oytener einen Mehrwert an Lebensqualität im Ort – die einen im öffentlichen Nahverkehr, die anderen beim Erhalt von Natur. „Beides tolle Projekte“, findet auch Ralf Köster, dessen Firma nun im Sinne von Gründer Oelkers den Bürgerbuslern und den „Wühlmäusen“ jeweils 1500 Euro spendete.

Bei der offiziellen Übergabe am Mittwochvormittag in der neuen Bürgerbusgarage am Rathaus war die Freude groß. Die „Wühlmäuse“ um Sprecher Erhard Hopert und Landschaftswart Hans-Heinrich Grahl haben immer Bedarf an neuen Motorsensen, Heckenschneidern und anderem Arbeitsgerät und können deshalb jede Geldzuwendung gut gebrauchen. Als nächstes Projekt steht für die agile Rentnertruppe das Ausbaggern des Hölschenteichs auf dem Programm, wie Hopert beim Kaffee erzählte.

Der Bürgerbusverein will die Spende in den Endausbau der neuen Garage investieren. Die habe sich der Verein ohnehin nur leisten können, weil die Mitglieder mehr als 1500 ehrenamtliche Arbeitsstunden in den Bau investiert hätten, sagte Vorsitzender Dittmar Schmidt: „Viele haben mit angefasst.“ Überhaupt ist der Bürgerbusverein personell gut bestückt: „Wir haben 31 Fahrer – mit steigender Tendenz“, so Schmidt. So gebe es keine Probleme, die 20 Schichten pro Woche zu besetzen.

Seit fünf Jahren fährt der von Bürgern für Bürger gesteuerte Kleinbus durch die Gemeinde – vor dem Corona-Shutdown mit zuletzt fast 1800 Fahrgästen pro Monat. In den ersten Wochen nach Wiederaufnahme des fahrplanmäßigen Betriebs Anfang Juni konnte der Bürgerbus nur gut die Hälfte des üblichen Passagieraufkommens an Bord begrüßen, aber so langsam steigen die Fahrgastzahlen Schmidt zufolge wieder an. Allerdings habe es eine „signifikante Verschiebung“ gegeben: Während sich die Zahl der zu den Bahnhöfen transportierten Pendler in Zeiten von Homeoffice, Kurzarbeit und Sommerferien halbiert habe, wachse die Anzahl innerörtlicher Fahrgäste stetig – „auch wegen des Ein-Euro-Tickets“, weiß Schmidt. Zwar kostet die Bürgerbusfahrt im Ortskern laut VBN-Tarif 2,20 Euro, aber weil die Gemeinde Oyten nach politischem Willen die Differenz aus ihrem Etat zahlt, fahren die Oytener innerorts für einen Euro. Das macht den Bürgerbus noch attraktiver und steigert die Nutzerzahlen. Beispielsweise könne sich eine Rentnerin aus Oyten-Süd die Busfahrt zum Einkaufen in den Ortskern mal öfter in der Woche leisten, wenn sie für Hin- und Rückfahrt nur zwei Euro statt der 4,40 Euro berappen müsse, rechnet der Bürgerbus-chef vor.

Von Petra Holthusen

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