Bruno Kroehn neuer Leiter der Tafel-Ausgabestelle

Bassen: Bedarf bleibt hoch auch in der Pandemie

Die Bassener Ausgabestelle der Tafel hat seit Anfang März 2021 wieder jeden Mittwoch geöffnet. Getragen wird das Angebot ausschließlich von Ehrenamtlichen.
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Die Bassener Ausgabestelle der Tafel hat seit Anfang März 2021 wieder jeden Mittwoch geöffnet. Getragen wird das Angebot ausschließlich von Ehrenamtlichen.

Bassen – Geschäftiges Treiben herrscht in der Scheune von Blocks Huus: Eine Stunde vor Öffnung der Bassener Tafel-Ausgabestelle sind etwa zehn Ehrenamtliche damit beschäftigt, das Angebot für die Tafelkunden mit Obst, Gemüse, Brot, Nudeln, Konserven und sogar einem Eimer mit Frühlingsblumen aufzubauen. Bruno Kroehn steigt mit einer Kiste voller Lebensmittel aus einem Lieferwagen der Tafel. Der 71-Jährige, der vor rund 14 Jahren die Achimer Tafel mitbegründete, hat die Leitung der Außenstelle, die für die Gemeinden Oyten und Ottersberg zuständig ist, in Nachfolge der verstorbenen Doris Voß übernommen.

Seit Anfang März hat der Standort des gemeinnützigen Tafelvereins nach vier Monaten coronabedingter Schließzeit erneut geöffnet. „Wenn die Werte wieder steigen, müssen wir schauen, was wir machen“, sagt Bruno Kroehn. Schließlich engagieren sich für den Verein überwiegend Ehrenamtliche im Rentenalter, die zu den Risikogruppen gerechnet werden. Ab und zu helfen auch Bundesfreiwilligendienstler oder ehemalige Telekom-Mitarbeiter im sogenannten aktiven Ruhestand.

Bruno Kroehn ist der neue Leiter der Tafel-Ausgabestelle Bassen.

Vor etwa zwölf Jahren öffnete die Tafel-Ausgabestelle in Bassen. „Das Besondere: Hier ist es familiär und ländlich. Hier läuft alles sachte und ohne Stress ab“, sagt Kroehn. Derzeit können Bedürftige immer mittwochs in der Zeit von 15 bis 15.30 Uhr für einen symbolischen Beitrag von zwei Euro in der Scheune von Blocks Huus einkaufen. Kinder bis 15 Jahre zahlen 50 Cent. „Weil Lebensmittel einen Wert an sich haben“, sagt Kroehn. Der Beitrag diene aber auch zur Deckung der Ausgaben. Durch die Kooperation mit dem Verein Blocks Huus falle in Bassen immerhin keine Miete an.

Seit Beginn der Pandemie habe sich die Nutzung des Tafelangebots leicht – um etwa 10 Prozent – reduziert: „Gerade Ältere bleiben vielleicht aus Angst vor einer Ansteckung weg oder sie haben nicht mitbekommen, dass wir wieder geöffnet haben.“

Das Warensortiment setzt sich aus Lebensmitteln zusammen, die die Supermärkte ansonsten entsorgen würden – wären da nicht die ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter, die regelmäßig noch genießbare Lebensmittel bei den Geschäften abholen und viermal pro Woche in ihren drei Ausgabestellen in Achim, Bassen und Lunsen verteilen. Derzeit hat der Tafelverein Achim rund 100 freiwillige Mitarbeiter. „Ein Zeichen dafür, dass hier ein gutes Klima herrscht“, findet Kroehn.

Als Bruno Kroehn, ehemaliger Fluglotse für den gesamten norddeutschen Luftraum, in Rente ging, fand er: „Wenn man kann, sollte man im sozialen Bereich arbeiten.“ Und Kroehn scheint für dieses Ehrenamt eine wichtige Eigenschaft zu haben, nämlich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. „Es ist eine Schande, dass es so etwas wie die Tafeln geben muss, in einem reichen Land wie Deutschland“, betont er und findet es „unglaublich, wie viele Sachen hier weggeschmissen werden“. Dass es die Tafeln gibt, freue auch den Lebensmittelhandel, der auf diese Weise etwas weniger der nicht gekauften Waren entsorgen muss.

20 bis 30 Kunden aus Oyten und Ottersberg kommen regelmäßig zur Bassener Tafel. „Wir haben uns immer gewünscht, dass gerade Rentner mit wenig Einkünften zu uns kommen.“ Gerade Frauen, die sich um Haus und Kinder gekümmert, nie einen Beruf erlernt oder ausgeübt haben, und daher nur einen Bruchteil der Rente ihres Mannes bekommen, wollen die Tafeln unterstützen. „Mittlerweile kommen die auch. Das war früher mehr schambehaftet“, weiß Kroehn. Eine weitere Gruppe seien Studenten der Hochschule Ottersberg, die mit ihrer Ausbildungsförderung gerade so über die Runden kommen. Ein Großteil der Kunden seien auch „Übriggebliebene der Flüchtlingskrise“ oder Menschen mit Behinderung.

Mitstreiter gesucht

Wer sich für die Tafel engagieren möchte – Hilfe könnte der Verein übrigens auch für seine Internetseite gebrauchen – kann sich an die Achimer Tafel unter 04202 / 953176 oder info@achimer-tafel.de wenden.

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