Bauingenieur Peter Bartram ist auf sanierungsbedürftige Gebäude spezialisiert

„Abriss ist nur selten die richtige Lösung“

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Das Meisterstück von Peter Bartram: Der Erbhof in Thedinghausen – ein Schloss im Stile der Weserrenaissance

Fischerhude - Abreißen ist eine Option, aber nicht die einzige. Auch wenn historische Gebäude noch so baufällig erscheinen und aussehen, als würden sie gleich zusammenfallen, Bauingenieur Peter Bartram findet stets eine Lösung Altbauten zu sanieren.

Bauingenieur Peter Bartram vor einem sanierten Haus aus den 50er Jahren.

„Das Alter eines Hauses spielt keine Rolle, sondern nur die Bausubstanz. Es lohnt sich immer, auch wenn die Wände verschimmelt sind, oder der Fußboden durchbricht. Man kann viel retten. Sicherlich wird es irgendwo einer Grenze geben, wo der Wiederaufbau zu teuer wird. Aber im Denkmalschutz denkt man anders“, stellt Bartram fest. Der Achimer betreibt seit Jahrzehnten ein Bauplanungsbüro in Fischerhude, ist im norddeutschen Raum tätig, ein ausgewiesener Experten für Altbausanierung und haucht historischen Altbauten, die andere aufgeben würden und der Abrissbirne preisgegeben hätten, wieder Leben ein. So sanierte er das Schloss Wörlitz, das Gorch Fock-Haus in Finkenwerder und den Dom in der Stadt Brandenburg.

Seine größte Herausforderung allerdings lag im Landkreis: der Erbhof in Thedinghausen. „Das Projekt war am schwierigsten. Damit habe ich mein Meisterstück abgelegt. Da kenne ich jeden Stein und jedes Holz mit Namen. Da steckt viel Seele von mir drin“, sagt Bartram.

Neben diesen Großprojekten beschäftigt sich Bauingenieur Bartram mit der Sanierung von Privatgebäuden, historischen Höfen mit Fachwerkgebäuden oder Aufstockungen von Bauten aus den 60er Jahren. Bartram: „Das Fachwerkgebäude auf dem Ruschmeyer-Anwesen an der Fischerhuder Kirche hätte von der Bausubstanz her nicht abgerissen werden müssen. Ein Laie sieht das schiefe Dach oder die abgeblätterte Farbe. Aber das Haus hätte man wirtschaftlich sanieren können.“ Doch generell sei die Nutzung eines Gebäudes wichtig, so Bartram.

„Zuvor sollte jeder Bauherr nachdenken, ob er selber dort wohnen möchte, oder ob er den leerstehenden Raum zu Wohnungen ausbauen möchte. Es gibt viele Leute aus Bremen oder Hamburg, die auf dem Land in alten Fachwerkgebäuden wohnen wollen. Daher muss keiner Häuser abreißen, nur weil sie alt sind“, so der Experte. „Wenn nur Teile des Deckenbalkenkopfes vergammelt sind und echter Hausschwamm nur bis zu einem gewissen Grad vorhanden ist, kann man ein Haus sanieren“, ermuntert Bartram jeden Eigentümer alter Immobilien über eine Sanierung ernsthaft nachzudenken.

Und er schiebt hinterher: „Bauen ist nie kostengünstig. Wenn ein Bauherr ein Haus geerbt hat oder darin wohnt, denkt er oftmals, er steht vor einem riesigen Problem. Ich empfehle ihm, sich von einem Bauingenieur oder einem Architekten beraten zu lassen. Weil ein Fachmann sofort erkennt, was man daraus machen kann.“

Bei der Finanzierung steht der Bauherr nicht alleine. „Neben der Eigenfinanzierung existieren vom Staat sowie Stiftungen und anderen Einrichtungen zahlreiche Förderprogramme für die Bereiche Altbausanierung, Fenstersanierung und energetische Sanierung, die ein Fachexperte für seinen Bauherrn einwerben kann“, betont Bartram, bemerkt aber gleich: „Eine 100-prozentige Förderung ist nie drin, nur eine anteilige Förderung an der Bausumme.“

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