Bald blühen Dülmener Rose, Boskop und Ingrid-Marie

Wühlmäuse pflanzen Obstwiese für Bassener Köbens

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Norbert Hackmann und Friederike Weiß von der Volksbank Oyten (beide rechts) überzeugen sich bei den fleißigen Helfern am Köbens (v.l.: Brema-Mitarbeiter Armin Köhn und Caroline Cassens, Erhard Hopert und Hans-Heinrich Grahl) von der sachgerechten Pflanzung.

Oyten - Von Elke Keppler. Es tut sich was am Bassener Köbens und, wenn es nach den Bemühungen der „Wühlmäuse“, der umtriebigen Naturschützer geht, wird es bereits im kommenden Jahr auf dem 5 .000 Quadratmeter großen Areal richtig spannend.

Die Oytener Volksbank stellte der Gemeinde das Grundstück zur Verfügung – ein Sahnestück, nahe am gemeindeeigenen Wäldchen – die Bingo-Umweltstiftung steuerte Geld für 40 bereits stattliche Obstbäume und eine Hecke zum Feld hin bei, Anbindepfähle und Draht inklusive. Die Wühlmäuse mit ihrem Sprecher Erhard Hopert und Oytens neuem Landschaftswart Hans-Heinrich Grahl fackelten nicht lange, und spuckten in die Hände: Sie zogen einen Wildschutzzaun gegen Verbiss, setzten Feldahorn, Kornelkirsche, Haselnuss, Weißdorn und andere heimische Büsche, um die Obstwiese einzugrenzen und hoben geräumige Pflanzlöcher aus, um den Obstbäumen beste Lebensbedingungen zu schaffen.

Wenn die Natur das Angebot annimmt, blühen die Obstbäume bereits im kommenden Frühjahr. Vielleicht setzt der eine oder andere auch schon die ersten Früchte (der Sorten Dülmener Rose, Boskop und Ingrid Marie) an. Im vorderen Teil der Obstwiese ist ein Blühstreifen vorgesehen, der mit der mehrjährigen „Verdener Mischung“ angesät werden soll und Honigbienen, Wildbienen, Wespen, Hummeln und anderen Insekten neben der Obstblüte Nahrung bieten soll und somit auch dem Insektensterben entgegenwirkt.

„Das ist ein wunderbarer Standort“, sind sich Erhard Hopert und Hans-Heinrich Grahl mit ihren Mitstreitern sicher. „Der Boden ist ideal, so haben Obstwiesen in Bassen auch früher ausgesehen. Natürlich bedarf es umfangreicher Pflege, bis die Bäume nebst Hecke angewachsen sind. Wasser ist unerlässlich, ein Erziehungs- und Erhaltungschnitt muss regelmäßig sachkundig unter Anleitung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises erfolgen, die Fläche muß zweimal pro Jahr, je nach Witterungsverlauf, gemäht werden und das Schnittgut müssen wir abräumen. Aber die Arbeit lohnt sich. Die Obstwiese bereichert den Köbens.“

Die Wiese wird öffentlich zugänglich sein und den Anwohnern als Naherholungsgebiet dienen. Zu den Obstbäumen wurden darüber hinaus zwei Sommerlinden gesetzt, die mit ihrer Blüte ebenfalls Futter für Insekten bieten. Wer später den einen oder anderen Apfel pflücken will, ist herzlich willkommen. Kinder könnten hautnah den Kreislauf der Natur erleben und an Blumen schnuppern.

15 .000 Euro hat die Volksbank Oyten für diese Schenkung in die Hand genommen. Die Wühlmäuse, die kein Verein sind und es auch nicht werden wollen, konnten die Gabe nicht selbst in Empfang nehmen. Die Gemeinde sprang also in die Bresche, und investierte 30 Arbeitsstunden vom Bauhof. Hinzu kam, dass die Wühlmäuse auf dem großen Areal nicht alles per Hand erledigen konnten. Auch die Bingo-Umweltstiftung steuerte 2 680 Euro bei. Die Arbeitsleistung erbringen die Wühlmäuse – ein Aufwand, der sich auf etwa 500 Stunden beziffert und fortsetzt.

Mit im Boot waren Azubis der Oytener Firma Brema, die sich seit einiger Zeit für den Naturschutz in der Gemeinde Oyten mit Sach- und Leistungsspenden engagiert. Vor Ort waren Caroline Cassens und Armin Köhn, die auch schon im Königsmoor im Einsatz waren. Am Köbens unterstützten sie die Wühlmäuse mit dem Zurechtschneiden von Draht, der die Baumwurzeln vor den vierbeinigen Namensvettern der Landschaftspfleger schützen soll. „Diese Aktion hat natürlich für Irritationen, aber auch für Heiterkeit gesorgt. Wenn 'Wühlmäuse' ihre Pflanzen und Jungbäume vor Wühlmäusen schützen, ist das schon lustig,“ sagte Erhard Hopert.

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