Eröffnungstermin erneut verschoben

Verzögerungen beim Bau des Bahnhaltepunktes in Sagehorn

Bahnbaustelle in Sagehorn
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Spezialkräne hievten in nächtlicher Arbeit die Fußgängerbrücke über die Gleise auf die vorbereiteten Betonpfeiler.

Oyten – Nach weiteren Verzögerungen beim Bau des neuen Bahnhaltepunktes in der Siedlung Sagehorn plant die Deutsche Bahn AG die Eröffnung der Station jetzt zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2021. Das berichtet eine Bahn-Sprecherin auf Nachfrage. Ursprünglich sollte der verlegte Haltepunkt an der Bahnstrecke Bremen-Hamburg bereits vorigen Dezember in Betrieb gehen, danach war die Rede von Sommer 2021 gewesen.

Die Überlegungen für die beiden Außenbahnsteige samt barrierefreiem Übergang, die als Haltestation den alten Sagehorner Bahnhof ablösen sollen, begannen bereits vor mehr als zehn Jahren. Von Anfang an begleitete Protest sowohl von Anwohnern als auch von der Gemeinde Oyten das Vorhaben, das die Bahn mit wirtschaftlichen Erwägungen begründete: Demnach hätte eine Sanierung der Anlagen am alten Bahnhof mindestens acht Millionen Euro gekostet.

Die Kosten für den Neubau im Wohngebiet am Schwarzen Weg bezifferte die Bahn anlässlich des Baubeginns vor einem Jahr auf rund sechs Millionen Euro, einschließlich Rückbau der alten Anlagen ein paar hundert Meter weiter. Dazu kommen allerdings mehr als fünf Millionen Euro Baukosten für die erforderlichen neuen Park- und Verkehrsflächen im Umfeld, die jedoch nicht die Bahn, sondern zwangsweise die Gemeinde (mithilfe von Fördergeldern) finanzieren muss.

Zum aktuellen Kostenstand will das Unternehmen nichts sagen: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu den Kosten erst nach Abschluss aller Arbeiten inklusive Rückbau der alten Anlage äußern können“, heißt es. Die Inbetriebnahme des neuen Bahnhaltepunktes „planen wir, unter Berücksichtigung der bestehenden Herausforderungen des Projekts, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021“, erklärt die Bahn-Sprecherin weiter.

Eine besondere Herausforderung in Sagehorn sei der Baugrund gewesen: „Der ursprünglich in einem Arbeitsgang vorgesehene Bodenaushub musste aufgrund statischer Vorgaben in mehrere Teilschritte unterteilt werden. Durch dieses geänderte Bauverfahren wurde der Bau generell erheblich aufwendiger, weil mehr Personal und Maschinen eingesetzt werden mussten.“ Dazu habe es – neben der Kampfmittelsondierung unter Pandemiebedingungen, Verzögerungen bei Materiallieferungen und unerwarteten Kabelfunden – Schwierigkeiten mit der Verlegung von Gasleitungen gegeben. Auch die erforderlichen Rodungsarbeiten fielen laut Pressesprecherin „umfangreicher als geplant“ aus.

„Witterungsbedingt“ habe „der Einhub der neuen Brücke“ nicht im Januar erfolgen können, sondern erst im April. Das habe dann „ja auch gut geklappt“: Spezialkräne hievten in einer nächtlichen Aktion die Fußgängerbrücke über die Gleise und setzten sie auf die vorbereiteten Betonpfeiler beidseits der Bahnstrecke. Der Ausbau der Überführung samt Einbau der Aufzüge, die für Barrierefreiheit sorgen, sind laut Bahn-Sprecherin für den Sommer angesetzt. In den kommenden Wochen sollen auf den Bahnsteigen Wetterschutzhäuser, Beleuchtung sowie ein Wegeleit- und Informationssystem installiert werden.

Die Gemeinde hat derweil ihre Park+Ride-Anlage am Schwarzen Weg so gut wie fertig. In den kommenden Wochen wird im Bereich der Bahnstation der Schwarze Weg selbst erneuert – und dafür gesperrt. Mit dem Bau des geplanten Bahnhofsplatzes jenseits der Gleise an der Sagehorner Dorfstraße / Ecke Kirchweyher Straße kann die Gemeinde jedoch erst beginnen, wenn die Bahn dort ihre Baustelle neben der „Villa Rotstein“ aufgelöst hat – also im nächsten Jahr.

Von Petra Holthusen

Fertig gepflastert sind die beiden schmalen Bahnsteige am neuen Haltepunkt in Sagehorn, den die Deutsche Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb nehmen will. Als nächstes sollen Wetterschutzhäuschen und Beleuchtung aufgebaut werden.

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