Strafe zur Bewährung ausgesetzt

Axthieb statt Lohn für Schwarzarbeiter

Oyten/Verden - Einen Mann, der offenbar den Lohn für seine Schwarzarbeit einfordern wollte, griff im Juli 2014 in Oyten der Auftraggeber mit einer Axt an.

Der zuvor nie strafrechtlich in Erscheinung getretene Täter wurde später vom Schöffengericht in Achim zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. In einem Berufungsverfahren am Landgericht Verden setzte dieses die Strafe jetzt zur Bewährung aus.

Einen ersten Schlag hatte der Geschädigte damals noch weitestgehend abwehren können, weshalb es „nur“ zu einer mehrere Zentimeter langen Schnittwunde an der Stirn gekommen war.

Doch dann verpasste ihm der heute 46 Jahre alte Angeklagte einen weiteren Schlag mit der stumpfen Seite der Axt gegen das Schienbein, was zwei Frakturen verursachte.

Die Hintergründe der Tat kamen in dem Berufungsverfahren gar nicht konkret zur Sprache. Von einer Forderung in Höhe von 2000 Euro war die Rede. Angedeutet wurde auch, dass zunächst der Angeklagte verletzt worden sei.

Zwei Zeugen stehen nicht zur Verfügung

In erster Instanz sollen die Verteidiger vorgetragen haben, dass der Geschädigte dem Auftraggeber gedroht haben soll, dessen Familie etwas anzutun.

Der 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei minderjährige Kinder. Selbst soll er dem Opfer aber ebenfalls mal gedroht haben: „Ich bring dich um.“ Sein Handeln sei „grundsätzlich lebensgefährdend“ gewesen.

„Für mich ist das Affekt, und er will nicht mehr als eine Bewährungsstrafe“, erklärte Verteidiger Wilfried Behrend. Der Vorsitzende Richter Lars Engelke erläuterte aber zunächst ausgiebig seine Sicht der Dinge und erläuterte, dass man prozessual vor Problemen stehe.

Zwei Tatzeugen nämlich gebe es, aber beide stünden nicht zur Verfügung. Ein Mann, der das alkoholisierte spätere Opfer abends zum Wohnhaus des Angeklagten gefahren hatte, war wegen einer Auslandsreise nicht erschienen. Und die Ehefrau des Angeklagten sei so schwer erkrankt, dass sie auf lange Sicht nicht verhandlungs- und vernehmungsfähig ist.

Kein Grund zur Änderung der Strafhöhe

Es gebe keinen Grund, an der Strafhöhe etwas zu ändern, befand der Richter und verwies auf die erheblichen Verletzungen. Aber eine Strafaussetzung zur Bewährung sei angesichts des geänderten Verhaltens des Angeklagten vertretbar.

„Erst heute haben Sie den Kopf aus der Schlinge gezogen“, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung. „In erster Instanz war es nichts mit einer geständigen Einlassung, nichts mit Reue und nichts mit Schadenswiedergutmachung“, verdeutlichte der Vorsitzende.

3500 Euro werden nun freiwillig an das damalige Opfer gezahlt. „Die Verteidigung der Rechtsordnung erfordert keine Vollstreckung“, hieß es weiter, denn trotz der gravierenden Tat könne dem Angeklagten eine positive Sozialprognose bescheinigt werden.

wb

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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