Übergabe an Hamburger Filialunternehmen

Nach 37 Jahren: Optic Diekmann wird Optiker Bode

+
Handelseinig: Carsten Bode (links) und Axel Diekmann (Mitte). Zum 1. März übernimmt Optiker Bode aus Hamburg, größtes familiengeführtes Augenoptik-Unternehmen Norddeutschlands, das Oytener Fachgeschäft Optic Diekmann. „Sehr froh, dass das Geschäft als Magnet mitten im Ortskern erhalten bleibt“, äußerte sich Oytens Bürgermeister Manfred Cordes (rechts).

Oyten - Was heute Boulevard ist, war damals einfach Schotter: Noch recht ländlich kam der Oytener Ortskern 1981 daher. „Das war schon abenteuerlich...“, lächelt Axel Diekmann.

Als 29-Jähriger gründete er vor 37 Jahren zusammen mit seiner Irmgard, beide gerade staatlich geprüfte Augenoptikermeister, das Fachgeschäft Optic Diekmann. Zum 1. März geht Axel Diekmann in Rente und übergibt seinen Betrieb an einen neuen Inhaber: Optiker Bode aus Hamburg. Das größte familiengeführte Augenoptik-Unternehmen Norddeutschlands eröffnet mit der Übernahme von Optic Diekmann seine 75. Filiale, wie Carsten Bode, geschäftsführender Gesellschafter im Familienbetrieb, Montag bei seinem Antrittsbesuch in Oyten berichtete.

Der wirtschaftliche Übergang von Optic Diekmann an die Optiker Bode GmbH erfolgt zum 1. März – am gewohnten Bild wird sich aber bis April nichts ändern. Nach einem „Refreshment“ der Ladeneinrichtung will sich Optiker Bode dann zum Oytener Frühlingsfest mit seinem Unternehmensschriftzug am Geschäftshaus unter den Linden präsentieren. Aus Blau wird dann also Gelb. Das Gebäude, in dem auch ein Augenarzt seine Praxis hat, bleibt im Eigentum von Axel Diekmann, der künftig Vermieter von Optiker Bode ist.

Das Sortiment soll sinnvoll um starke neue Marken ergänzt werden, aber Entscheidendes ändert sich für die Kundschaft nicht: Der neue Inhaber übernimmt alle fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so dass die Kunden weiter auf vertraute Gesichter und den gewohnten Beratungsservice treffen. Und persönliche Beratung und Betreuung, da stimmen Axel Diekmann und Carsten Bode völlig überein, sind das A & O: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Das mache den Unterschied in einem zunehmend härter werdenden Wettbewerb.

„Wunschnachfolger gefunden“

Mit Bode hat Diekmann seinen „Wunschnachfolger gefunden“, wie er sagt. Für den 67-Jährigen war es Zeit, seine Unternehmensnachfolge zu regeln, vor allem, nachdem im Dezember seine Frau Irmgard gestorben war. Diekmann wollte seinen Betrieb an jemanden übergeben, der Garant sein könne für ein Bestehen auch noch in 20 Jahren – nachdem er selbst sich „dank motivierter Mitarbeiter und zufriedener treuer Kunden aus Oyten, Ottersberg, Achim und Bremen die vergangenen 37 Jahre erfolgreich am Markt behauptet“ hat. Aber jetzt, so Diekmann, konzentriere sich die Branche „immer mehr auf Zusammenschlüsse und Filialbetriebe“. Und Optiker Bode als viertgrößtes deutsches Filialunternehmen sieht Diekmann „als Garant für eine starke Augenoptik in Oyten“.

Die Optiker Bode GmbH ist ein 1938 in Hamburg gegründetes mittelständisches Unternehmen, das in dritter Generation von der Familie Bode geführt wird und heute nach Worten von Carsten Bode rund 460 Mitarbeiter beschäftigt. Im März feiert das Unternehmen, dessen Geschäfte der 46-jährige Augenoptiker und Betriebswirt mit Mutter und Schwester führt, sein 80-jähriges Bestehen.

„Glauben an lokalen Handel und persönliche Nähe“

„Wir freuen uns, dass Axel Diekmann sich für uns entschieden hat“, betonte Bode. Nicht mal vier Wochen hätten sie gebraucht, um Einigung zu erzielen: „So schnell haben wir noch nie übernommen.“ Was zum einen an der lupenreinen Vorbereitung aller Zahlen und Papiere durch Diekmann gelegen habe, zum anderen an der wirtschaftlichen Leitungsstärke des Geschäfts. Und an der gemeinsamen Philosophie: „Wir glauben an lokalen Handel und persönliche Nähe“, so Bode.

Genau so hat Axel Diekmann 37 Jahre lang gearbeitet. Nachdem der gebürtige Bremer – „genau gesagt Werder-Bremer“ – in Köln seinen Meister gemacht und seine Frau geheiratet hatte, eröffneten beide 1981 mit einem Lehrling an der Hauptstraße in Oyten ihr Geschäft und zogen 1990 in den eigenen Neubau unter den Linden um. Für Diekmann war immer der unternehmerische Zusammenhalt im Ort wichtig: „Nur wenn es dem Nachbarn gut geht, geht's auch dir gut“ – nach dieser Devise engagierte er sich viele Jahre federführend und kreativ in der Selbständigen-Vereinigung und bei Stadtfesten, kurbelte den Online-Auftritt und das Marketing der Geschäftsleute an – und kreierte als Clou die bis heute sympathischste Werbeträgerin Oytens: die Plüschkuh „Oytinchen“. 

pee

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

DFB-Pokal: Blamage für Frankfurt - Werder im Torrausch, VfB ist raus

DFB-Pokal: Blamage für Frankfurt - Werder im Torrausch, VfB ist raus

Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes

Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes

Stein- und Flaschenwürfe bei Protest gegen Neonazi-Aufmarsch

Stein- und Flaschenwürfe bei Protest gegen Neonazi-Aufmarsch

La Strada in Rotenburg - der Samstag 

La Strada in Rotenburg - der Samstag 

Meistgelesene Artikel

Verfolgungsjagd durch die Verdener Innenstadt endet mit Kollision 

Verfolgungsjagd durch die Verdener Innenstadt endet mit Kollision 

Passanten entdecken schwer verletzten Mann 

Passanten entdecken schwer verletzten Mann 

Eskalierende Gewalt: Familien gehen aufeinander los

Eskalierende Gewalt: Familien gehen aufeinander los

Neue Kita-Gruppen, neue Räume – und Namensänderung

Neue Kita-Gruppen, neue Räume – und Namensänderung

Kommentare