Oytens Bürgermeisterin resümiert erste Erfahrungen mit Schranken am Schulzentrum

Autofahrer auf absurden Abwegen

Die Schranke auf der Pestalozzistraße hebt sich zu den Sperrzeiten nur für die Inhaber von Ausnahmegenehmigungen – und wird deshalb öfter verbotswidrig umkurvt. Die Gemeinde spricht von absurden Schleichwegen.
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Die Schranke auf der Pestalozzistraße hebt sich zu den Sperrzeiten nur für die Inhaber von Ausnahmegenehmigungen – und wird deshalb öfter verbotswidrig umkurvt. Die Gemeinde spricht von absurden Schleichwegen.

Oyten – Die Findigkeit von Egoisten, wenn es einen persönlichen Vorteil zu erschleichen gilt, macht zurzeit unter dem Stichwort Impfvordrängler Schlagzeilen – und sie macht nicht Halt vor den Schranken auf der Pestalozzistraße. Die Ungläubigkeit stand Bürgermeisterin Sandra Röse noch ins Gesicht geschrieben, als sie den Politikern im Gemeinderat Oyten diese Woche von „ganz erstaunlichen, geradezu absurden Schleichwegen“ berichtete, die Autofahrer sich rund ums Schulzentrum suchen.

Mutmaßlich sind es sogenannte Elterntaxis, die die zu den Bring- und Abholzeiten geschlossenen Schranken verbotswidrig umkurven – und dafür mit den Autos „auch über Fußwege fahren“, schilderte Röse jüngst beobachtete Verstöße, von denen auch Fahrspuren im Seitenraum zeugen. Im hörbaren Bemühen, Adjektive wie frech oder dreist zu vermeiden, sprach die Bürgermeisterin von „selbstbewussten Familien“, die sich ihre eigenen Wege suchten. Was „so gar nicht amüsant“ sei. Röse kündigte vermehrte polizeiliche Kontrollen und das Verhängen von Bußgeldern an.

Die elektronischen Anlagen auf der Pestalozzistraße an der Einfahrt aus Richtung Lindenstraße sowie auf der Stader Straße kurz hinter dem Sportzentrum hatte die Gemeinde vor drei Wochen nach langem Vorlauf in Betrieb genommen. Die Schranken riegeln die Pestalozzistraße auf dem Abschnitt vor IGS, Grundschule und Kita an Schultagen zu den Stoßzeiten morgens und nachmittags ab und sollen vor allem Elterntaxis aussperren. Damit soll das Verkehrsaufkommen in einem Bereich, in dem sich Hunderte von Kindern und Jugendlichen bewegen, um rund zwei Drittel reduziert und so die Sicherheit der Kinder deutlich erhöht werden.

Die elektronischen Schranken arbeiten mit Kennzeichenerkennung und Funksignalen und heben sich während der Sperrzeiten nur für die Inhaber von Durchfahrtsgenehmigungen. Dazu gehören Anwohner, pädagogisches Personal und Kita-Eltern. Schulbusse und Versorgungsfahrzeuge sind mit Passierscheinen in Form von Transpondern ausgestattet.

„Wir haben schon viel an ersten Fehlern erlebt“, sagte die Bürgermeisterin in ihrem ersten Resümee zum Schrankenbetrieb. „Die Technik funktioniert gut“, betonte Röse. Allerdings versage die elektronische Kennzeichenerkennung, wenn jemand „mit einem Affenzahn“ bis vor die Schranke rase oder wenn Nummernschilder zugeschneit oder anderweitig bis zur Unkenntlichkeit verschmutzt seien. Aber wer in einem solchen Fall einmal erfolglos vor der unerbittlich verschlossenen Schranke gestanden habe, mache diesen Fehler vermutlich kein zweites Mal.

Chaotisch könne es erfahrungsgemäß werden, wenn beispielsweise der Fahrer eines Müllwagens den Transponder vergessen habe, der der Schranke das Funksignal zum Öffnen gibt: Dann blockiere das große Fahrzeug ohne Wendemöglichkeit alle dahinter wartenden Autos.

Wie gesagt: „Wir haben hier schon viel erlebt“, so Röse, „und freuen uns auf neue spannende Dinge ...“

Von Petra Holthusen

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