34 Ausbildungsunternehmen stellen sich beim BIT 300 Oytener Schülern vor

Perspektiven für beide Seiten

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Lehrer Otto Kelber, Bürgermeister Manfred Cordes, VdS-Vorsitzender Hans-Joachim Blohme und Schulleiter Reinhard Ries (v.li.) eröffneten gestern den BIT 2015 im Schulzentrum Oyten.

Oyten - Der Berufsinformationstag (BIT), dessen 5. Auflage gestern im Schulzentrum Oyten über die Bühne ging, bietet Schülerinnen und Schülern der Klassen 8 bis 10 Gelegenheit, ihre beruflichen Wunschvorstellungen in Gesprächen mit erfahrenen Praktikern an der Realität zu messen. Ausbildungsbetriebe aus Oyten und Umgebung nutzen den BIT gerne, um sich zu präsentieren und guten Nachwuchs für ihr Metier zu interessieren und zu gewinnen. Der BIT ist mithin von beiderseitigem Nutzen. Im besten Fall werden in der dreistündigen Veranstaltung Zukunftsperspektiven eröffnet – und vielleicht sogar schon Praktika verabredet.

Auf Einladung des Schulzentrums, der Vereinigung der Selbständigen (VdS) und der Gemeinde Oyten gaben beim 5. BIT gestern Vertreter von insgesamt 34 Unternehmen und Einrichtungen rund 300 Schülerinnen und Schülern umfassend und engagiert Auskunft.

Werner Bahrenburg, Seniorchef des gleichnamigen Ottersberger Betriebes für Haustechnik, war mit seinem Auszubildenden Maximilian Hinrichs nach Oyten gekommen. Bahrenburg beklagte, dass es derzeit extrem schwierig sei, guten Nachwuchs für das Handwerk zu finden: „Der Trend richtet sich gegen das Handwerk.“ Außerdem seien bei jungen Leute häufig die Voraussetzungen für eine qualifizierte berufliche Ausbildung nicht gegeben: „Mathematik und Physik lassen sich nun einmal nicht verbiegen“, sagte Bahrenburg, der in seinem Betrieb 60 Mitarbeiter beschäftigt – sechs davon sind Azubis. Einer von ihnen ist Maximilian Hinrichs, 21 Jahre alt und im 7. Semester der dualen Ausbildung zum Energie- und Gebäudetechniker. Nächstes Jahr will er den Meisterbrief in Händen halten, gestern konnte er Jugendlichen in Oyten aus erster Hand einen Einblick in seine Ausbildung geben.

Berufliche Orientierung suchten beim BIT zum Beispiel die drei Neuntklässler Thomas Baumann, Serhat Yüksel und Steven Wesner. Sie haben ein gemeinsames Faible für Automobile, besonders für die mit dem Stern. Bewehrt mit einem Fragebogen, steuerten sie deshalb schnurstracks zum Stand der Daimler AG. Dort hörten sie von erwarteten guten schulischen Abschlüssen, von der Fähigkeit zur Teamarbeit und von der Übernahmegarantie nach erfolgreicher Ausbildung. Für Thomas, Serhat und Steven klang das verlockend: „Wir werden schnell unsere Bewerbungen für ein Praktikum im Frühjahr verschicken“, sagte Serhat, der wie seine beiden Freunde die Schule 2017 verlässt und an seiner Teamfähigkeit keinerlei Zweifel hat: „Thomas und ich spielen Fußball. Außerdem bin ich noch als Schiedsrichter unterwegs.“ Steven möchte Elektroniker für Automatisierungstechnik werden. Und wenn es nicht klappt mit und bei Daimler? „Dann sehe ich mich frühzeitig nach Alternativen um.“

Für Lehrer Dieter Schmidt ist das die richtige Einstellung. „Für manche Schüler scheint der Einstieg ins Berufsleben noch weit entfernt, dabei ist jetzt keine Zeit zu verschenken.“ Entsprechendes Gewicht erhält die berufliche Annäherung im Unterricht: „Wir haben die Schülerinnen und Schüler gezielt auf diesen Berufsinformationstag vorbereitet.“ Noch umfänglicher sei die Nachbearbeitung.

Möglicherweise steht am Ende eine Erkenntnis, die einst in gereimter Form Wilhelm Busch aus der Feder geflossen ist und die zur BIT-Eröffnung von Oytens Bürgermeister Manfred Cordes zitiert worden war: „Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss...“

häg

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