Aufbauarbeit im wiederbelebten Oytener Jugendtreff / Kinder-Aktionen gefragt

Vom angestaubten Zentrum zum einladenden „FreiRaum“

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Einladende Räume, zugkräftige Angebote, neue Hausregeln: Jugendkoordinator Martin Haff und seine neue Kollegin Sabrina Abbas sind dabei, das angejahrte Oytener Jugendzentrum zu einem Kinder- und Jugendfreizeithaus umzugestalten.

Oyten - Das Jugendzentrum an der Hauptstraße lebt wieder: „Die Neuausrichtung ist gelungen, aber die Aufbauarbeit braucht Zeit.“ Mit hörbarer Begeisterung und viel Optimismus schilderte Martin Haff, Koordinator der Jugend- und Schulsozialarbeit in der Gemeinde Oyten, am Montagabend den Sozialpolitikern des Rates den Neustart der 30 Jahre alten und zuletzt wenig renommierten Einrichtung.

Und weil das alte Image abgeschüttelt und die neuen Inhalte auch nach außen sichtbar werden sollen, soll das alte Jugendzentrum neu „FreiRaum – Kinder- und Jugendfreizeithaus“ heißen. So der Wunsch von Martin Haff und der neu eingestellten Sozialarbeiterin Sabrina Abbas. Der Ratsfachausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport (JuKSSS), dem Haff am Montag seinen ersten Tätigkeitsbericht vorstellte, signalisierte schon mal wohlwollende Unterstützung.

Super Raumangebot und Ausstattung, aber kaum Angebote und Besucher – so beschrieb Haff die Ausgangslage im Jugendzentrum, als er vor knapp anderthalb Jahren die Koordination der kommunalen Jugend- und Schulsozialarbeit übernahm. Inzwischen wurden die Räume einladend gestaltet, Monatsprogramme aufgelegt, neue Angebote gemacht, Projekte entwickelt und jugendliche Ehrenamtler gewonnen, die Programm für Kinder machen. Fahrradselbsthilfewerkstatt und Kino für Kinder laufen super, so Haff. Seine Erfahrung: „Wenn wir Angebote machen, kommen die Menschen!“

Montags bis donnerstags von 16 bis 19 Uhr öffnen Martin Haff (48) und Sabrina Abbas (32) das Kinder- und Jugendfreizeithaus für die jungen Besucher. Während die Kinder-Aktionen mittwochs brummen, müssen sich die Angebote für Jugendliche erst noch etablieren: „Das braucht Zeit.“

Maßgeblich mit entscheidend für den Zulauf im Jugendhaus ist die Bindungs- und Vertrauensarbeit, die die Sozialarbeiter vorab in den Schulen leisten. Die Tätigkeitsfelder sind eng vernetzt. Wer nachmittags ins Jugendhaus kommt, findet vertraute Gesichter vom Vormittag vor: Sabrina Abbas ist mit der Hälfte ihrer Stundenzahl auch als Schulsozialarbeiterin an der IGS im Einsatz, und Martin Haff ist als Koordinator, Projektleiter, Berater und Fortbilder an allen Oytener Schulen immer wieder präsent.

Haffs Fazit zur Schulsozialarbeit fiel blendend aus: „Da ist Oyten ganz weit vorn.“ Er kenne keine andere Gemeinde in Niedersachsen, die an allen ihren Schulen Sozialarbeiter einsetze.

Haffs Aufgabe ist es, die vom Gemeinderat politisch vorgegebenen Leitsätze für die Jugend- und Schulsozialarbeit in Oyten umzusetzen. Damit sollen bestmögliche Entwicklungschancen für Heranwachsende und bei Bedarf schneller Zugang zu Hilfen gewährleistet werden. Einladende Handlungs- und Erfahrungsräume schaffen, generationenübergreifende Projekte initiieren, Gemeinschaftserfahrungen ermöglichen, niedrigschwellige Beratungs- und Interventionsangebote machen – das sind einige der von Haff skizzierten Handlungsfelder. Das große Ziel: Lernen von Verantwortungsübernahme für sich selbst, für andere und für die Gemeinschaft – schlicht: Lernen fürs Leben.

Für eine unbeschadete Entwicklung von Kindern und Jugendlichen setzt Haff zudem auf Präventionsarbeit bereits in den Kindertagesstätten. Kindeswohlgefährdungen und Umgang mit traumatisierten Kindern sind Schwerpunktthemen des Sozialpädagogen. Dazu initiiert er Projekte mit Kindern und Fortbildungen für Erziehende: „Intervention klappt besser, wenn das Personal geschult ist und im Hilfesystem vernetzt.“

pee

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