„Tag der Raumfahrt“ in Oyten 

Die „Ariane 5“ landet im „Alten Krug“

Nico (re.) und Maximus an der Ariane 5. - Fotos: Hägermann

Oyten - Der Saal des Gasthauses „Zum alten Krug“ in Oyten hat schon viele Gäste gesehen: Stammgäste, Jubilare, Honoratioren, Würdenträger, Ehrenbürger. Eine europäische Ariane-Trägerrakete bisher noch nicht. Und auch keine Orion-Sonde, die 2018 auf dem Mond landen wird.

Die Ariane konnten die Besucher am „Tag der Raumfahrt“ am Freitag zwar nur im Maßstab 1:25 bestaunen, dennoch versprühte sie den Reiz einer Technologie, die für viele Erdenbürger faszinierend ist, aber völlig unverständlich. Zum „Tag der Raumfahrt“ eingeladen hatte Andreas Mattfeldt. Er ist CDU-Bundestagsabgeordneter und in Berlin mitverantwortlich für den Haushalt des Wirtschaftsministeriums. In seinen Zuständigkeitsbereich fällt die Vergabe von Geldern an die Luft- und Raumfahrtunternehmen.

Raumfahrer Thomas Reiter (li.) war Gast von MdB Andreas Mattfeldt in Oyten.

Der Einladung Mattfeldts gefolgt war auch Thomas Reiter. Er ist einer von bislang acht Deutschen, die im Allwaren und neben Ulf Merbold und Alexander Gerst der bekannteste. Heute ist Reiter ESA-Koordinator für das ISS-Programm und Berater des deutschen ESA-Generaldirektors Professor Jan Wörner. In seinem Referat „Highlights und Zukunft der bemannten Raumfahrt“ skizzierte der ehemalige Jet-Pilot, der als Astronaut mit der russischen Mir-Raumstation („ganz und gar nicht klapprig“) und der internationalen Raumstation ISS („erheblich bequemer“) die Erde umkreiste, die zeitlichen Abfolgen künftiger Mondmissionen und sprach zudem von der Motivation für die astronautische Raumfahrt: „Es geht dabei immer um die Erweiterung des Wissens, um Innovation, Kooperation und Inspiration.“

An der ISS-Raumstation sind insgesamt 95 Länder beteiligt. Seit 2001 wurden dort oben 2060 Experimente durchgeführt. Deutsche Wissenschaftler haben darüber 1400 Publikationen veröffentlicht. „In der ISS-Raumstation“, sagte Thomas Reiter, „wird Forschung zum Wohle der Menschheit betrieben.“

Bevor Reiter sein kurzes Referat hielt, hatten auf einer kleinen Ausbildungsmesse Luft- und Raumfahrtunternehmen aus Bremen und der umländischen Region Schülerinnen und Schüler über berufliche Chancen informiert. Mit dabei waren auch Nico (12) und Maximus (14). Beide besuchen die IGS Oyten. Während Maximus die Technik fasziniert, glaubt Nico, dass das Leben im All aufregend sein könnte. Er probierte Sportgeräte, die Raumfahrer im All nutzen, um ihre Muskulatur zu kräftigen oder hantierte mit einem voluminösen Handschuh, wie ihn Astronauten tragen, um außenbords Reparaturarbeiten durchzuführen: „Das ist echt schwierig“, fand Nico, der irdische Tätigkeiten favorisiert. Er möchte Anwalt oder Polizist werden. Maximus hatte sich sogar mal für ein Praktikum bei „Airbus“ beworben: „Hat leider nicht geklappt.“ Statt Airbus wurde es Porsche. Das hätte Jan Philip gefallen. Der 14-Jährige mag Geschwindigkeit – allerdings nicht in einer kleiner Kapsel und von einer Rakete befeuert, sondern lieber auf der Straße. 

häg

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