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Archäologische Funde in Oyten: „Erwartungen übertroffen“

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Von: Petra Holthusen

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Grabungsleiterin Stephanie Böker zeigte schon im Juni erste kartografisch dokumentierte Fundorte von Siedlungsnachweisen in der Ortsmitte.
Grabungsleiterin Stephanie Böker zeigte schon im Juni erste kartografisch dokumentierte Fundorte von Siedlungsnachweisen in der Ortsmitte. © Holthusen

Oyten – „Die Befunde waren nach der Voruntersuchung schon zahlreich zu erwarten, haben jedoch die Erwartungen in Qualität und Quantität übertroffen.“ So fasst Isa Zipperling, Projektverantwortliche bei der Gemeinde Oyten, das Ergebnis der archäologischen Grabungen in der Ortsmitte zusammen.

Die Hauptuntersuchung des Untergrunds auf dem 20 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Haupt- und Jahnstraße im Oytener Ortskern, auf dem der Bau von Mehrfamilien- und Geschäftshäusern geplant ist, war im November vorigen Jahres mit einigen Wochen Verzögerung zu Ende gegangen. Ein gutes halbes Jahr lang hatten Wissenschaftler hier Oytens Vergangenheit ausgegraben – und schon nach den ersten Wochen vermelden können, dass der Ort auf der Geestkuppe viele Jahrhunderte früher besiedelt war als bis dahin angenommen.

Mit den archäologischen Grabungen hatte die Gemeinde das Bremer Archäologiebüro Nordholz (ArchaeNord) beauftragt. Was die Mannschaft der Firma ArchaeNord um Grabungsleiterin Stephanie Böker, unterstützt von der Kreisarchäologie Verden und ehrenamtlichen Helfern, in akribischer wissenschaftlicher Arbeit zutage gefördert und dokumentiert hat, darüber informierte die Gemeindeverwaltung die politischen Vertreter in der letzten Gremiensitzung vorigen Jahres.

Bodenverfärbungen ließen die Archäologen auf die Art der zu erwartenden historischen Relikte schließen.
Bodenverfärbungen ließen die Archäologen auf die Art der zu erwartenden historischen Relikte schließen. © Holthusen

„Die meisten Befunde waren Siedlungsreste von Häusern aus der Zeit des frühen Mittelalters, etwa 1500 bis 1000 Jahre alt. Neben Hauptgebäuden wurden Scheunen und Lagerstätten gefunden. Ergänzt wird die Siedlung von vier Brunnen“, schildert Zipperling. Ein ganz besonderer Fund sei ein nahezu intakter steinerner Ofen aus dem 7. bis 11. Jahrhundert gewesen, der „professionell abgetragen, beschriftet und für einen späteren Wiederaufbau eingelagert wurde“.

„Überraschend wurden insgesamt 20 Gräber in Urnen und Gruben aus der römischen Kaiserzeit von vor rund 2000 Jahren gefunden. Eine größere Anzahl von Findlingen in der Grabung lässt vermuten, dass ein älteres Großsteingrab vor etwa 3500 Jahren vorhanden war und im Laufe der Zeit zerstört wurde“, so Zipperling weiter.

„In den nächsten Monaten wird die Dokumentation der Funde durch die Grabungsfirma abgeschlossen, und die wissenschaftliche Auswertung durch die Kreisarchäologie Verden beginnt“, schildert die Verwaltungsvertreterin den weiteren Ablauf, der mehrere Jahre dauern könne.

Sobald verwertbare Ergebnisse vorliegen, soll es eine Ausstellung in Oyten geben: „Zu diesem Zweck könnte der gefundene steinerne Ofen mit viel Engagement wieder aufgebaut werden.“ Außerdem sei ein Findling mit Bearbeitungsspuren von Menschenhand mithilfe des Bauhofs geborgen und eingelagert worden: „Er könnte nach Fertigstellung seinen Platz in der Ortsmitte wieder einnehmen“, schlägt Zipperling vor. Weitere Überlegungen, die besondere Geschichte Oytens sichtbar zu machen, laufen derzeit ...

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