Ansonsten wenig Neues bei Infoabend in Sachen Bahnhofsverlegung

Fahrstühle zahlt Oyten selbst

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Die erste grobe Umfeldplanung für die neue Bahnstation am Schwarzen Weg in Höhe Tennishalle sieht eine neue Fußgängerbrücke samt Fahrstühlen (blau) vor sowie P+R-Anlagen nördlich der Gleise und südlich am Ende der Sagehorner Dorfstraße/Ecke Kirchweyher Straße. Die Zickzack-Brücke (gelb) bleibt bestehen.

Oyten - Von Petra Holthusen. Technische Zeichnungen von zwei Bahnsteigen samt Fußgängerbrücke, ohne Lupe kaum und für Laien sowieso nicht lesbar – das ist die angekündigte Vorentwurfsplanung der Deutschen Bahn AG für den geplanten neuen Haltepunkt am Schwarzen Weg in Höhe Tennishalle, ein Stück westlich des alten Sagehorner Bahnhofs in Richtung Wohnsiedlung.

Diesen Entwurf hat die Bahn nun der Gemeinde Oyten vorgelegt. Die hatte im Juni vorigen Jahres den Kampf gegen die Bahn um Erhalt und Modernisierung des alten Sagehorner Bahnhofs aufgegeben und dem von der DB Netz AG angestrebten Plangenehmigungsverfahren zur Verlegung der Bahnstation Sagehorn mit Bau eines neuen Haltepunkts am Schwarzen Weg für geschätzte 3,5 Mio. Euro zugestimmt. Die Zustimmung war verbunden mit der Forderung nach Barrierefreiheit – und mit dem Versprechen an die Bürger, jede neue Information sogleich an sie weiterzugeben.

Weshalb Bürgermeister Manfred Cordes am Donnerstagabend zur Einwohnerversammlung ins Rathaus eingeladen hatte, um besagte DB-Vorentwurfsplanung bekannt zu geben. Versprochen ist schließlich versprochen, auch wenn die gut 60 Interessierten im Saal nicht wirklich Neues zu hören bekamen. Um überhaupt etwas Vortragsähnliches anbieten zu können, hatte sich Architekt Roland Neumann von der Agentur BahnStadt aus Berlin erbarmt, die Ingenieurszeichnungen der Bahn mit Beispielfotos von neuen Bahnsteigen und Brücken in Baden und Sottrum aufzuhübschen, eine Luftbildmontage des Bauamts anzuhängen sowie seine eigene Umfeldskizze von 2014. Damals hatte die Gemeinde die Berliner Bahnhofsplaner mit einer Machbarkeitsstudie zum infrastrukturellen Umfeld einer neuen Bahnstation beauftragt.

Laut Studie – und jetzt auch im Entwurf der Bahn – soll eine neue Fußgängerbrücke in Höhe Tennishallenparkplatz über die Gleise führen und die beiden Bahnsteige verbinden. Weil die Zahl der Ein- und Ausstiege die 1000er-Marke nicht erreicht, bezahlt die Bahn keinen barrierefreien Ausbau, sondern nur eine Treppenanlage. Die gewünschten Fahrstühle an beiden Seiten der Brücke für runde 600000 Euro muss die Gemeinde selbst zahlen, erwartet dafür jedoch 70% Zuschuss aus Landesmitteln. Auch jeglicher Komfort hinter der Bahnsteigkante – von eventueller WC-Anlage über einen Kiosk bis zu den neuen P+R-Anlagen – „ist kommunale Aufgabe“, erklärte Architekt Neumann auf Nachfragen von Bürgern. Die ganz konkrete Umfeldplanung wird die Gemeinde aber erst „in den nächsten Tagen in Auftrag geben“, so Bürgermeister Cordes. Weshalb Details, auch zur Pendler-Verkehrsführung, an dem Abend noch nicht diskutiert werden konnten.

Fest steht auf jeden Fall, dass die alte Zickzack-Brücke Höhe Fuhrenkamp bleibt – als zweiter Zugang zu den Bahnsteigen und als zumindest barrierearmer Notbehelf, falls die beiden Fahrstühle mal ausfallen.

Mit dem Baubeginn für die neue Station, die nach aufwendigem Planfeststellungsverfahren vom Eisenbahnbundesamt genehmigt werden muss, rechnet Cordes übrigens nicht vor 2019 – „eher später“.

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