Parken, essen, rauswerfen

Anke Blohme sammelt regelmäßig Müll in Oytener Gewerbegebiet A1 auf

Direkt in der Nähe des Mülleimers hat Anke Blohme an einer von Lkw-Fahrern genutzten Parkbucht Plastikmüll gefunden.
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Direkt in der Nähe des Mülleimers hat Anke Blohme an einer von Lkw-Fahrern genutzten Parkbucht Plastikmüll gefunden.

Oyten – Verpackungsmüll stellt im Gewerbegebiet Oyten A1 für Anke und Harald Blohme, die eine angrenzende Stichstraße bewohnen, schon lange ein Ärgernis dar. Verschlimmert hat sich das Problem ihrer Aussage nach durch den Trend zum To-Go-Essen, den der Lockdown 2020/21 beschleunigt hat. „Es wird im Drive-in das Essen geholt, dann stellt man sich mit dem Auto auf Parkplätze oder Parkstreifen in der Nähe und zurück bleiben die Tüten in der Natur, die dann von den Krähen auseinandergepflückt werden“, erläutern Anke und Harald Blohme.

Der Müll am Straßenrand fällt Anke Blohme etwa auf ihrem Arbeitsweg auf, der durch die Straße „An der Autobahn“, durch den Gewerbepark führt. Mindestens zweimal im Monat sammelt sie mit ihrem Mann die Verpackungsreste eigenhändig ein, „weil es einfach nervt“, sagt sie, und ergänzt: „Was echt störend ist, sind Leute, die auf Parkplätzen ihre Autofenster öffnen und ihren Müll rauswerfen – so nach dem Motto: ‘Nach mir die Sintflut’.“

Wenn Anke Blohme zur Arbeit fährt, fallen ihr bisweilen Verpackungen eines Daisy’s-Diner-Menüs ins Auge.

Angefangen habe es mit Lkw-Fahrern, die in den Parkbuchten an der Industriestraße übernachteten. Zurückgeblieben sei meist eine Spur aus Verpackungsmüll. „Wir haben bei der Gemeinde angefragt, dann stand kurz darauf plötzlich dieser Mülleimer hier“, so Blohme. Der Metallbehälter ist bereits randvoll und quillt über. Blohme findet, er sollte größer und verschließbar sein – sonst biete er den Krähen quasi einen gedeckten Tisch. Geleert wird der Eimer laut Blohme nur alle 14 Tage.

„Es ist in der Gemeinde bekannt, dass es teilweise zu Müllentsorgungen im Gewerbegebiet kommt“, sagt Sebastian Oetting vom Ordnungsamt der Gemeinde Oyten. Der Bauhof reinige den Bereich mehrfach in der Woche mit dem sogenannten Saubermobil. „Für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten bei Verstößen nach dem Niedersächsischen Abfallgesetz ist der Landkreis zuständig, sodass der Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung der Gemeinde etwaige Hinweise weiterleitet“, so Oetting.

Der Mülleimer quillt über. Den Behälter hat vor einiger Zeit die Gemeinde Oyten aufgestellt.

Weiter verschlimmert habe sich die Vermüllung am Straßenrand laut Blohme in den vergangenen anderthalb Jahren. Infolge des Vor-Ort-Verzehrverbots im Lockdown hätten mehr Kunden von Schnellrestaurants, wie etwa Daisy’s Diner, verpacktes Essen im Drive-in geholt. Eine E-Mail an Daisy’s Diner, in der Anke Blohme auf das Problem hinwies, blieb bisher unbeantwortet.

„Durch das To-Go-Geschäft hat das Müllproblem zugenommen. Von November 2020 bis Mai ‘21 ging es ja nicht anders“, sagt Cornelia Amir, Geschäftsführerin von Daisy’s Diner, die als Reaktion auf die Vermüllung ringsum Extra-Mülltonnen aufstellen ließ. Zudem hat sie ein Schild am Drive-in aufgehängt, um Kunden für das Problem zu sensibilisieren. „Wir wollen das auch als Weihnachtswunsch auf Facebook posten“, so Amir. Wo es möglich sei, habe das Schnellrestaurant auf Verpackungen aus Zuckerrohr umgestellt. Angedacht sei auch, sich an einem System mit Mehrweggeschirr zu beteiligen. „Da müssten andere Gastronomen aber mitziehen“, gibt Amir zu bedenken, und ergänzt: „Abgesehen davon, dass ich es unmöglich finde, wenn Kunden sich so verhalten, finden wir es an der Zeit, den Verpackungsmüll insgesamt zu reduzieren.“

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