1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Oyten

Schlange bis auf die Hauptstraße

Erstellt:

Von: Petra Holthusen

Kommentare

Impfteam
Kaum zum Luftholen kam das eingespielte Impfteam um Susanne Mävers (l.), Shalin Palik und Dr. Georg Kramann beim offenen Impftermin im Rathaussaal. © Holthusen

Oyten – Eine Schlange vor dem Rathaus hatte Tara Holmes erwartet. „Man muss den Leuten das Angebot vor die Haustür tragen, dann kommen sie auch“, so die Erfahrung der medizinischen Fachangestellten. Seit einem Jahr ist sie mit den mobilen Impfteams des Landkreises Verden „auf Tour“. Dass der Andrang beim ersten offenen Impftermin in Oyten am Mittwochnachmittag aber so groß sein würde, überraschte Tara Holmes ebenso wie Impfarzt Dr. Georg Kramann: „Der Einzugsbereich von Oyten ist offenbar groß. Viele kommen auch aus Osterholz-Tenever und Ottersberg.“

Stark bemerkbar machten sich zudem die Verunsicherung und der Nachholbedarf von Menschen, die ihre Impfung gegen Covid-19 mit dem Einmal-Vakzin von Johnson & Johnson erhalten haben. Sie gelten aktuell als nicht mehr vollständig geimpft und benötigen ganz schnell eine zweite Impfung für die Grundimmunisierung sowie später eine dritte, um zu den Geboosterten zu zählen. „Dazu gibt es hier heute viele Fragen“, stellte Hans-Peter Adolf fest. Denn die Betroffenen seien aktuell nicht gegen die Omikron-Variante geschützt. Eigentlich ist der Mediziner im Ruhestand, aber weil er die Impfung für das effektivste Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie hält, unterstützt Adolf den Landkreis gerne als Impfarzt. Ebenso wie sein Achimer Kollege Kramann, der nur noch halbtags in seiner Praxis tätig ist.

Auf bis zu 200 Impfungen hatte sich das mobile Impfteam in Oyten eingestellt, vorsichtshalber aber rund 350 Dosen im Gepäck. Das war gut so, denn die Schlange der Menschen, die sich spontan und ohne Anmeldung im Rathaussaal ihren Anti-Corona-Piks abholen wollten, reichte zeitweise bis auf die Hauptstraße. Draußen war es ungemütlich nasskalt, und so warf das eingespielte Team seine ganze Routine in die Waagschale, um die Impfwilligen zügig durchzulotsen: Papiere ausfüllen, Arztgespräch auf Wunsch, Spritze geben lassen, Impfpass einpacken – fertig. Unter Beobachtung blieben nur noch ein Weilchen die Erstimpflinge, die wie auch unter 30-Jährige das Vakzin von Biontech erhielten. Für alle anderen gab"s Moderna. Die meisten kamen zum Boostern oder eben zur erneuten Immunisierung nach Johnson & Johnson – was nach Worten von Tara Holmes wie eine Erstimpfung behandelt wurde.

Mittags war das Impfteam um Kramann und Adolf bereits in der alten Schützenhalle an der Jahnstraße im Einsatz gewesen. In den Räumen des Corona-Testzentrums von DRK und Flora-Apotheke hatte die Firma Oelkers Elektrotechnik kurzfristig einen Sammelimpftermin für Betriebe organisiert. Mehr als 50 Beschäftigte von einem halben Dutzend Unternehmen aus Oyten und Achim hatten sich dafür angemeldet – die meisten von ihnen für die Auffrischungsimpfung. „Damit die Wartezeiten nicht so lang werden, haben wir drei Zeitfenster eingeteilt“, berichtete Organisatorin Anna-Lena Jentsch von der Firma Oelkers. Pünktlich um halb eins am Mittag standen die ersten Booster-Willigen vor der Tür.

Auch interessant

Kommentare