„Öffnen Alltag einer stationären Einrichtung“

Vom Glück, Bewohner glücklich zu machen

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Volle Dosis persönliche Fürsorge: Dass Altenpflege ein beglückender Beruf ist, wenn Einstellung und Rahmenbedingungen stimmen, wollen (v.li.) Jenny Meybohm, Joana Herbst, Almut Brümmer, Christine Sackmann, Ella Hämke und Sylke Eichler mit ihren Kolleginnen am 9. September im Haus Lueßen zeigen. Dann wird der Alltag einer stationären Einrichtung für interessierte Gäste geöffnet – in der Hoffnung, neue Nachwuchskräfte für die Pflege zu begeistern.

Oyten - „Wir pflegen, wie wir später selbst gepflegt werden wollen.“ Diesen Leitsatz haben sich die Altenpflegerinnen in Lueßen’s Privat-Altenpension für ihre Arbeit gegeben.

Wie das genau in ihrer täglichen Fürsorge für die 49 Bewohnerinnen und Bewohner aussieht und warum es sie in ihrem Beruf zufrieden macht, das zeigen die Altenpflegerinnen allen Interessierten am Mittwoch, 9. September, von 14 bis 17 Uhr: „Wir öffnen den Alltag einer stationären Einrichtung“, sagt Sylke Eichler. „Wir lassen uns buchstäblich auf die Finger schauen“, ergänzt Joana Herbst. Beide Fachkräfte sind Pflegedienstleiterinnen im Haus Lueßen.

Die Einrichtung an der Sagehorner Dorfstraße in Oyten beschäftigt 60 Mitarbeiter/innen in der Altenpflege, Hauswirtschaft und Küche sowie in der Kinderbetreuung in der betriebseigenen kleinen Kita.

Mit der Mitarbeiter-Initiative, ihren Arbeitsalltag öffentlich darzustellen, sollen keine neuen Bewohner angesprochen werden („Unser Haus ist voll“), sondern soll dem Fachkräftemangel begegnet werden. „Negatives über Altenheime steht genug in der Zeitung“, sagt Sylke Eichler, „wir wollen zeigen, dass es auch anders geht!“ Die Altenpflegerinnen werben um künftige Kolleginnen – in einer Zeit, in der immer älter werdende Menschen immer mehr Pflege brauchen, aber immer weniger Menschen in Pflegeberufe gehen, die als hart, belastend und unterbezahlt gelten. Dass Altenpflege ein beglückender Beruf ist, wenn Einstellung und Rahmenbedingungen stimmen, wollen die Kolleginnen bei Lueßen’s am 9.September jungen Menschen aus den Schulen zeigen, die gezielt eingeladen werden, und weiteren Interessierten, die im besten Fall danach feststellen, dass Altenpflege genau der richtige Beruf für sie wäre... „Ein Beruf mit goldener Zukunft“, wie Chefin Margret Lueßen ergänzt.

Da die Einrichtung in Sagehorn mit den gleichen Pflegesätzen wirtschaftet wie alle, sind familiäres Klima, Wohngemeinschaftsatmosphäre, persönlichkeitsorientierte Fürsorge, gemeinsame Aktivitäten, Zeit für Gespräche und Zugewandtheit im Pflegealltag „keine Frage des Geldes, sondern der Einstellung“, betonen die Pflegekräfte. Das fängt an mit dem Verständnis dafür, „wie schwer das ist, wenn ein Mensch im hohen Alter umziehen muss“, so Almut Brümmer. Durch individuelle Zimmergestaltung und Rücksicht auf persönliche Eigenheiten beim Schlafen und Essen wird den Bewohnern der Verlust ihres Zuhauses erleichtert. Die Bereichspflege, in der die Kräfte jeweils für eine feste Bewohnergruppe zuständig sind, ermöglicht den Aufbau von Vertrauen und persönlichen Bindungen. Auf Wunsch übernehmen Pflegekräfte ganz persönliche Patenschaften für Bewohner und ihre speziellen Bedürfnisse.

„Wenn Bewohner so zufrieden sind, ist es für uns selbst ein anderes Arbeiten: Es macht einen zufrieden. Bewohner glücklich zu machen, macht einen selbst glücklich“, sagt Christine Sackmann. „Man geht mit einem guten Gefühl nach Hause und freut sich, morgen wiederzukommen“, bekräftigt Ella Hämke. Ein weiterer Wohlfühlfaktor für die Pflegekräfte ist die Ausrichtung der Dienstpläne auf ihre familiären Bedürfnisse und Zeiten. Und abgesehen von der hauseigenen Kita dürfen auch ältere Kinder mal mitgebracht werden oder auch die eigenen dementen Eltern. Es ist eben „nicht so eine unpersönliche Kiste“ im Haus Lueßen, wie die Mitarbeiterinnen, die woanders auch andere Erfahrungen gemacht haben, ihren Besuchern am 9. September zeigen wollen: mit offenen Gesprächen, Aktionen, Ausstellungen und dem Angebot, Kolleginnen im Dienst zu begleiten.

pee

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