Missverständnisse geklärt / Appelle registriert / Dehoga-Vorstand macht weiter

Alles auf Anfang

Haben ihre Arbeit wieder aufgenommen (v.l.): Alexander Grantz (Justiziar), Marco Bachmann (2. Vorsitzender), Anke Giesges (Mitgliederbetreuung), Gördt Glander (Vorsitzender), Tim Heitmann (Schriftführer) und Dietz Döhling (Schatzmeister).
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Haben ihre Arbeit wieder aufgenommen (v.l.): Alexander Grantz (Justiziar), Marco Bachmann (2. Vorsitzender), Anke Giesges (Mitgliederbetreuung), Gördt Glander (Vorsitzender), Tim Heitmann (Schriftführer) und Dietz Döhling (Schatzmeister).

Bassen – Eigentlich sollte es eine Aussprache zwischen Vorstand und Mitgliedern geben und eigentlich sollte es keine öffentliche Veranstaltung sein, als der Dehoga-Kreisverband Verden gestern seine Mitglieder zur außerordentlichen Versammlung ins Gasthaus Segelken nach Bassen eingeladen hatte. Immerhin herrschte dicke Luft: Der Vorstand war geschlossen zurückgetreten. Eine Konsequenz nach dem Alleingang einiger Mitglieder, die als Freundeskreis Gastronomie am Dehoga-Vorstand vorbei zu Informationsveranstaltungen mit Landespolitikern und Vertretern des Landkreises Verden eingeladen hatten. Initiator Axel Klenke bedauerte während der Versammlung zum wiederholten Mal dieses Vorgehen und bat die Vorstandsmitglieder darum, weiterzumachen. „Die Info-Veranstaltungen sollten ein füreinander und nicht gegeneinander sein.“

Aber auch diese Beteuerungen brachten den Vorsitzenden Gördt Glander nicht davon ab, weit auszuholen und von einem beklagenswerten Zustand des Kreisverbandes zu sprechen. „Wir durchleben unsere schwerste Bewährungsprobe.“ Zu wenig Engagement, zu wenig Interesse an Veranstaltungen und dann auch noch Querschläge hatten für ihn und seine Vorstandskollegen das Fass zum Überlaufen gebracht.

Olaf Wurm, erster Vorsitzender des Dehoga-Bezirksverbandes Stade, wurde ebenfalls deutlich: „Ich bin entsetzt, was hier abgeht. Sich in der jetzigen Zeit mit solchen Dingen beschäftigen zu müssen, finde ich schwierig.“

Tatsächlich waren die Teilnehmer vielmehr an den Corona-Auswirkungen interessiert und lauschten konzentriert den Ausführungen von Bezirksverbands-Geschäftsführerin Nathalie Rübsteck. Sie sprach ein Investitionsprogramm an, das in Niedersachsen speziell für die Gastronomie geplant sei. „Das Leben nach Corona wird dennoch nicht mehr das sein, was er vorher einmal gewesen ist.“ Gastronomen müssten andere Wege finden, um zu überleben. Schwer hätten es jene mit nur einem Standbein. „Da bricht was weg, jeder muss sich jetzt was überlegen.“ Aus diesem Grund gab sie dem zurückgetretenen Vorsitzenden Gördt Glander recht: „Der Austausch untereinander wird immer wichtiger, um neue Ideen in der Gastronomie zu entwickeln.“

Es lohne sich, sich für den Verband einzusetzen, knüpfte Glander an Rübstecks Ausführungen an. Genau das habe dem Kreisverband Verden aber jahrelang gefehlt. „Vielleicht waren wir ja auch die falsche Besetzung.“ Und wenn nicht, dann seien er und seine Kollegen zum Weitermachen nur bereit, wenn es mehr Rückendeckung und mehr Mitarbeit seitens der Mitglieder geben werde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Glander allerdings noch nicht die Haltung aller Vorstandskollegen eingeholt. Eine kurze Versammlungspause wurde deshalb genutzt, um hinter den Kulissen zu verhandeln.

Währenddessen wurde auf der Gartenseite des Gasthauses weiter über die Situation der Gastronomen zu Pandemie-Zeiten diskutiert. Wie schon im Versammlungssaal wurde die fehlende Lobby beklagt, obwohl man einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder im Land sei. Auch deshalb gab es Kritik am Verband schlechthin. Verglichen mit dem Bauernverband sei man in der Öffentlichkeit schlecht vertreten: „Wenn es drei Tage nicht geregnet hat, dann klagen die auf allen Kanälen.“ Dem widersprach Geschäftsführerin Rübsteck: „Manches ist von den Mitgliedern offensichtlich nicht wahrgenommen worden. Aber die Aktion „Leere Stühle“ habe überall im Land für viel Aufmerksamkeit gesorgt.

Nach den Worten Klenkes „Mein Vorstand braucht Unterstützung von uns“ folgte der Tagesordnungspunkt Wahlen. Neue Vorschläge gab es nicht, stattdessen wurden alle bisherigen Mitglieder mit großer Mehrheit und wenigen Enthaltungen wiedergewählt. Neben den Vorsitzenden Gördt Glander und Marco Bachmann machen Schatzmeister Dietz Döhling, Anke Giesges (Mitgliederbetreuung), Tim Heitmann (Schriftführer) und Justiziar Alexander Grantz weiter.

Von Erika Wennhold

Nach Rücktritt und Wiederwahl kehrt der kreisverdener Dehoga-Vorstand aus der Versammlung an seinen Tisch zurück.

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