Sorge vor Waldbränden wächst

Alles anders: Feuerwehrleute sehen sich nur noch bei Einsätzen

Oytens Ortsbrandmeister Jens Rebers sieht mal nach dem Rechten in der ansonsten verwaisten Fahrzeughalle seiner Feuerwehr. Fotos: Woelki
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Oytens Ortsbrandmeister Jens Rebers sieht mal nach dem Rechten in der ansonsten verwaisten Fahrzeughalle seiner Feuerwehr.

Oyten – „Momentan ist alles anders“, sagt Jens Rebers. Der Oytener Ortsbrandmeister steht allein an einem Einsatzfahrzeug in der ansonsten verwaisten Halle des zuletzt in seiner räumlichen Kapazität verdoppelten Feuerwehrgerätehauses an der alten Hauptstraße. Schon früh haben die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis strikte Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus und mögliche Ansteckungsgefahren für die Einsatzkräfte ergriffen. Denn die sind systemrelevant und müssen auf jeden Fall einsatzfähig, also gesund, bleiben.

Deshalb werden die Kontakte auf das Nötigste beschränkt. Schon seit mehr als sechs Wochen sind „alle Übungsdienste und Veranstaltungen abgesagt“, erklärt Rebers. Auch „Führungen im neuen schmucken Feuerwehrgerätehaus, die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen, die regelmäßigen Treffen, Lehrgänge, Fortbildungen ... – alles ist auf Eis gelegt“, so Rebers, „wir sehen uns nur noch bei den Einsätzen“.

Eigentlich sei im Domizil der 89 aktiven Einsatzkräfte und 30 Jugendfeuerwehrleute „jeden Tag etwas los“. Jetzt herrscht die große Stille. Alles ist auf kleinste Sparflamme zurückgefahren. „Wir dürfen vereinzelt das Feuerwehrgerätehaus betreten, weil die Funktionsträger die Fahrzeuge kontrollieren müssen oder andere Aufgaben zu erfüllen haben, beispielsweise der Atemschutzbeauftragte oder die Gerätewarte, die sich um die Unterhaltung des Rettungsgeräts kümmern“, erklärt Oytens Feuerwachenchef.

Alles in allem, so Rebers, „sehen wir uns nur noch, wenn der Funkmeldeempfänger Alarm auslöst. Die Geselligkeit aber fällt weg.“

Alles startklar in der Umkleide – die die Feuerwehrleute aktuell aber nur betreten, wenn sie zu Einsätzen raus müssen.

Jeden Montagabend leisten die Aktiven normalerweise ihren Ausbildungsdienst. Das fällt nun flach. Rebers: „Zahlreiche Helferinnen und Helfer sagen mir, dass ihnen der Montagabend fehlt. Denn es fehlt der Austausch, das gemeinsame Lachen, das gemeinsame Verarbeiten der Einsatzerlebnisse. Aber im Herzen nah bleiben wir auf Distanz.“

Diese Distanz ist im Einsatz nicht möglich. „Vor Ort erkunden wir die Lage und regeln danach den Einsatz von Personal. Wir setzen dabei nur so viele Kräfte ein, wie wir brauchen. Die anderen Aktiven stehen in Bereitschaft“, erläutert Rebers. So steuert die Führungsriege der Oytener Ortsfeuerwehr mit Ortsbrandmeister Jens Rebers und seinen beiden Stellvertretern Volker Jaentsch und Uwe Ulrich den personellen Aufwand von Einsatz zu Einsatz je nach Lage und Erfordernis.

Rebers zufolge rückten die Aktiven in der Corona-Zeit zwölfmal zu diversen Einsätzen aus – angefangen von einer ausgelösten Brandmeldeanlage über eine Hilfeleistung für den Rettungsdienst bis hin zum Brandeinsatz.

In dieser außergewöhnlichen Situation finden sich die Aktiven mit den angeordneten Maßnahmen zum Infektionsschutz ab. Das ehrenamtliche Einsatzpersonal ist in fünf Gruppen eingeteilt, in denen die Gruppenführer den Kontakt zu den Helfern und die Ortsbrandmeister den Kontakt zu den Gruppen über WhatsApp, E-Mail oder Telefon halten.

Rebers: „Nach Einsätzen gilt es natürlich, das genutzte Material zu desinfizieren, was teilweise bereits an der Einsatzstelle geschieht, und sich zu waschen.“ Nach Worten von Rebers kommt die Freiwillige Ortsfeuerwehr Oyten „im Durchschnitt pro Jahr auf 125 Einsätze“.

Aktuell liege die Zahl für das Jahr 2020 bei 30 Einsätzen, „was im Vergleich zu den Vorjahren ein relativ ruhiges Einsatzgeschehen bedeutet“.

Allerdings wächst aufgrund der enormen Trockenheit die Sorge vor Flächen- und Waldbränden. „Vielerorts sind schon die ersten Moor- und Waldbrände in Gang, und auch bei uns ist es durch den scharfen Ostwind und die Sonne trocken wie sonst im Hochsommer“, informiert die Oytener Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite und appelliert an die Bevölkerung: „Wir möchten euch bitten, sehr umsichtig mit offenem Feuer umzugehen. Offene Feuerstellen sollten am besten gar nicht mehr betrieben werden.“

Der Dank der Feuerwehr richtet sich in diesem Zusammenhang an die ersten Landwirte, die sich schon mit ihren wassergefüllten Güllefässern startklar machen für mögliche Löschhilfen bei den zu erwartenden Feldbränden.  woe / pee

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