Wettbewerb „Formel Z

Ein Algorithmus mit Taktgefühl

„ThAwZ“ sind Gewinner in ihrer Altersgruppe beim Wettbewerb „Formel Z“ der Stiftung der Kreissparkasse Verden. Die fünf Jungs (v.l.: Jeremy Becker, Jan Ommen, Paul Priebe, Jannis Klee und Lars Bredereke) besuchen das Gymnasium am Wall in Verden. - Fotos: Duncan

Oyten - Von Lisa Duncan. „Der Weltraum – unendliche Weiten...“ Zu den Klängen von „Raumschiff Enterprise“ projiziert der Beamer ein fremdartiges Gebilde auf die weiße Tafel. Es handelt sich jedoch nicht um ein Raumschiff, sondern um einen fahrenden Roboter, den Schüler des Gymnasiums am Wall (GaW) in Verden konstruiert und programmiert haben.

Als nächstes vollführt die eigentliche Maschine auf dem Boden des Klassenraums in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten ein kleines Tänzchen. Die fünf Schüler des GaW mit ihrer Arbeitsgruppe „ThAwZ“ haben ihren Roboter fehlerfrei durch den Parcours gebracht. Als Kür haben sie ihm via Algorithmus die Tanzeinlage einprogrammiert. Die sorgfältige Vorbereitung zahlt sich im Wortsinn aus: „ThAwZ“ sind Sieger in ihrer Leistungsgruppe beim Wettbewerb „Formel (Z)ukunft“ und erhalten für diese herausragende Leistung 250 Euro Preisgeld.

Bereits zum 17. Mal hat die Stiftung der Kreissparkasse Verden den Wettbewerb „Formel (Z)unkunft“ ausgelobt. Diesmal lautete das Motto „Robot Motion – kluge Köpfe für intelligente Roboter gesucht“. Aufgabe war es, auf Basis des Bausatzes „Lego Mindstorms Education EV3“ einen autonomen Roboter zu bauen und zu programmieren, der mit Hilfe von Sensoren eine Fahrstrecke mit unterschiedlichen Aufgaben schnell und vollständig bewältigt. Beurteilt wurden die Wettbewerbsbeiträge der Schülergruppen von einer 36-köpfigen Jury aus Wirtschaft und Schule unter Leitung von Prof. Dr. Uwe Bracht, Technische Universität Clausthal.

Einer der schwierigsten Momente: Wird der Roboter die Zick-Zack-Kurve meistern?

„Digitalisierung ist fast gleichzusetzen mit der modernen Welt“, umriss Prof. Bracht eingangs die Intention des Wettbewerbs. Während Kinder und Jugendliche selbstverständlich täglich mit Smartphone oder Tablet umgehen werde die Technik dahinter nur von wenigen verstanden. Wer schon einmal programmiert hat, könne leichter ein solches Verständnis entwickeln. Und vielleicht wecke ein solcher Wettbewerb das Interesse, später einmal ein Fach wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) zu studieren. „Das geht am besten, wenn man beim Lernen auch Spaß erzeugt“, weiß Bracht.

Verglichen mit den Vorjahren, hatte „Formel Z“ mit 379 Teilnehmern von elf Schulen aus dem ganzen Landkreis diesmal einen Rekord zu verzeichnen. 30 bis 40 Lehrer und Ingenieure unterstützten die Schüler ehrenamtlich bei ihrer Aufgabe, die sie jedoch weitgehend in Eigenregie meistern sollten. Mit 30 000 bis 35 000 Euro (80 x 400 Euro) hat die KSK-Stiftung einiges für die Materialien gespendet, das die Schulen nach dem Wettbewerb weiter für den Unterricht nutzen können.

Einen letzten prüfenden Blick werfen Lars und Jannis auf ihren Roboter, bevor sie ihn der Jury vorführen.

Im Anschluss an den Roboterparcours mussten die Schüler der Jury jeweils erklären, wie sie vorgegangen waren. „Wir wollen ja, dass sie den Roboter nicht nur bauen, sondern auch verstehen, was sie da machen“, so Bracht. Da profitierte das Quintett „ThAwZ“ von der Vorarbeit durch ihren Lehrer Dr. Jörg Peters im Seminarfach „Autonomes Fahren“. Die Elftklässler übten mit ihm bereits, wie man eine ansprechende Power-Point-Präsentation vorbereitet. Auch die Aufteilung der einzelnen Arbeitsschritte schienen die Fünf gut geplant zu haben. Mit einer von vornherein lang angelegten Testphase umschifften sie kleinere Unwägbarkeiten, etwa, dass der Farbsensor für die Farbe Grün aufgrund der Hitze manchmal aussetzte und zeitweise nur noch Braun erkannte.

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