Auch in den Kirchengemeinden herrscht Ausnahmezustand / Oyten verschiebt Konfirmationen

Abschiede ohne Trauerfeiern

Geschlossen ist auch die Christophorus-Kirche in Ottersberg. Fotos: Woelki / Holthusen

Oyten / Ottersberg - Von Petra Holthusen Und Tobias Woelki. „Ich lass’ mich doch nicht unterkriegen!“ – so der Titel des für Mitte Mai geplanten Kinderkirchentags in der Region Nord. Noch steht der Termin. Doch das Motto scheint jetzt schon wie gemacht für das geforderte Durchhaltevermögen und die Bewältigung des gegenwärtigen Alltags in der Corona-Krise – auch in den Kirchen. Im verantwortungsvollen Bemühen, die Verbreitung des Virus konsequent zu entschleunigen, haben auch die evangelischen Gemeinden Oyten, Ottersberg, Fischerhude, Otterstedt und Posthausen alle Gottesdienste, Gruppentreffen, Freizeiten, Kinderprogramme, kirchenmusikalischen Angebote und den Konfirmandenunterricht auf Eis gelegt – auf jeden Fall bis zum 19. April.

Konsequenzen hat der Stillstand aber auch schon über diesen Termin hinaus: Als erste sah sich die St.-Petri-Gemeinde in Oyten gezwungen, die Konfirmationsfeiern vom 26. April und 10. Mai auf noch unbestimmte Termine zu verschieben. Selbst wenn am 20. April alles wieder von null hochgefahren werde, sei die Zeit bis zur Konfirmation einfach zu kurz, erklärt Pastor Hans-Jürgen Strübing: „Wir haben ja noch nicht mal einen Elternabend gehabt.“ Der solle nun möglichst vor den großen Ferien einberufen werden, um gemeinsam mit den Familien die Ersatztermine für die Einsegnungen voraussichtlich im Spätsommer abzustimmen.

Konfirmationen lassen sich nachholen. Trauerfeiern in Kirche oder Kapelle nicht: „Das Schmerzliche in diesen Wochen sind die Beerdigungen“, sagt Pastor Strübing. Das gemeinsame Abschiednehmen in Andachten und Gottesdiensten in geschlossenen Räumen ist derzeit nicht möglich, Begräbnisse müssen sich auf die kurze Zeremonie unter freiem Himmel am offenen Grab beschränken, und das auch nur im kleinsten Kreis. Angehörigen keine würdige Trauerfeier ermöglichen und ihnen nicht wirklich nah sein zu können, macht Strübing und seinen Amtskollegen zu schaffen: „Das sitzt tief. Menschen, die Begleitung brauchen, hängen in der Luft. Da leiden wir mit denen, die es trifft“, sagt der Oytener Pastor. „Vielleicht machen wir später einen gemeinsamen Gedenkgottesdienst für alle, die jetzt einen lieben Menschen unter diesen erschwerten Umständen beerdigen müssen“, überlegt Strübing.

Auch für persönliche Andachten bleibe die ansonsten offene St.-Petri-Kirche in Oyten jetzt dicht: „Wir haben eine sehr große Verpflichtung, dazu beizutragen, dass die Ausbreitung des Virus gebremst wird“, so Strübing.

Auswirkungen hat der Stillstand zudem auf die Nachbesetzung der seit Herbst vakanten zweiten Pastorenstelle von St. Petri, die in Bassen angesiedelt ist: Nach dem vielversprechenden Vorstellungsgespräch mit einer Bewerberin müsste der Kirchenvorstand nach Strübings Worten im nächsten Schritt zur geheimen Wahl zusammenkommen. Das geht im Moment so nicht. Auch die im Anschluss vorgeschriebene Aufstellungspredigt in der Kirche vor versammelter Gemeinde ist fürs Erste nicht möglich. Strübing rechnet mit der Nachbesetzung der zweiten Pfarrstelle eher Richtung September, bleibt aber entspannt: Die Vakanzvertretung durch Kolleginnen und Kollegen aus dem Nordkreis und insbesondere durch das Kirchlintelner Pastoren-Ehepaar Oswich laufe sehr gut.

Kontakt

Die Pastorinnen und Pastoren im Nordkreis stehen ihren Gemeindemitgliedern per Telefon und E-Mail für Gespräche und Austausch zur Verfügung. Die Kontakte finden sich auf den Internetseiten der Gemeinden:

www.kirche-oyten.de

www.kirche-posthausen.de

www.kirche-ottersberg.de

www.kirche-fischerhude.de

www.kirchengemeinde-otterstedt.de

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