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600 Oldtimertrecker rollen zum Oytener Lanz-Bulldog-Treffen

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Von: Petra Holthusen

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Pflügen mit 2 PS
Pflügen mit 2 PS: Kaltblutpferde sind auf dem Backsberg am Wochenende im Einsatz zu erleben. © Archiv/Woelki

Oyten – Der Schmalzkuchenstand klappt gerade die Läden hoch, die Pommesbude hat schon länger auf und verköstigt die ersten „Lanzer“. Die Luft riecht nach Diesel und vibriert vom Wummern der Motoren. Für die Treckerliebhaber, die mit ihren historischen Bulldogs gemütlich über den Platz tuckern, und die Kollegen, die ihnen mit Kennerblick nachschauen, ist das der beste Duft der Welt und das klangvollste Konzert überhaupt. Um die 600 Oldtimertreckerfahrer erwartet Kai-Uwe Böschen, Vorsitzender des gastgebenden Lanz-Bulldog-Clubs Oyten-Backsberg, zum 24. Pfingsttreffen auf der 65 .000 Quadratmeter großen Veranstaltungswiese an der Kreisstraße zwischen Oyten und Fischerhude.

Die meisten sind bis Freitagmittag schon auf dem Backsberg eingetroffen. Man kennt sich oder macht sich flugs bekannt, feiert das Wiedersehen nach drei Jahren und beginnt zu fachsimpeln, während unablässig ein nostalgischer Trecker nach dem anderen auf den Platz rollt. Fast alle haben einen Bau- oder Wohnwagen im Schlepptau. Die rollenden Schlafzimmer werden im Fahrerlager abgestellt, während die blank geputzten Traktoren sich zum Bestaunen in der Mitte der riesigen Wiese aufreihen.

Ab morgen ist das Oldtimer-Spektaktel mit Kultcharakter für interessiertes Publikum geöffnet: Am Samstag, Sonntag und Pfingstmontag – jeweils von 9 bis 18 Uhr – sind Freunde historischer Landtechnik und weitere Schaulustige eingeladen, die auf Hochglanz polierten alten Schätzchen aus allen Teilen der Republik zu bewundern und teils auch im Einsatz auf dem Feld zu erleben. „Die Leute wollen ja Action sehen“, sagt Böschen. Zudem lockt ein Rahmenprogramm mit Teile- und Flohmarkt, Rundfahrten, Kindervergnügen, Unterhaltung und Leckereien für die ganze Familie.

Neben technischen Errungenschaften aus der ersten Hälfte und Mitte des vorigen Jahrhunderts, die die Landwirtschaft revolutionierten, sind auch Vierbeiner auf dem Aktionsacker zu erleben: Die Kaltblüter, die das Pflügen mit Pferden anno dazumal vorführen, kommen aus Syke – und zwar „auf Achse“, wie Böschen sagt. Soll heißen: Sie werden nicht auf dem Anhänger zum Backsberg gekarrt, sondern laufen selber – im Zuckeltrab vor dem Wagen ihres Halters.

„Auf Achse“ ist auch Stefan Ricker mit seinem Lanz-Bulldog aus dem münsterländischen Buldern/Dülmen angetuckert gekommen. Zwei Tage brauchten er und seine Kumpels mit ihren Treckern bis zum Oytener Backsberg. Rickers Bulldog ist Baujahr 1938 und voll funktionstüchtig. „Der wird mindestens 100 Jahre alt“, sagt er stolz. „Maschinen wie diese werden heute gar nicht mehr gebaut“, sind sich Rickers und Böschen einig.

Die längsten Anfahrten zum Lanz-Bulldog-Treffen haben Treckerfreunde aus Koblenz, die sich schon vor einer Woche auf den Weg gemacht haben, und aus Skandinavien: „Die sind ein Vierteljahr auf Tour und nehmen jedes Oldtimertreffen von Dänemark bis Italien mit“, erzählt Böschen lachend. Er selber und der harte Kern des Oytener Lanz-Bulldog-Clubs, rund 30 Leute, stecken seit Wochen in den Vorbereitungen für das Backsberg-Treffen. Vom Duschcontainer über die Stromversorgung bis zur Essensversorgung müssen zig organisatorische Dinge bedacht und bewältigt werden. Viel zu tun für die Vereinsakteure. „Seit Dienstag schlafen wir auch hier“, sagt Böschen. An dem Tag rollten auch schon die ersten Teilnehmer ein. Die, die es einfach nicht mehr abwarten konnten.

Infos online unter www.lanz-bulldog-club.de

Mit seinem Lanz-Bulldog Baujahr 1938 ist Stefan Ricker aus Buldern im Münsterland zum Backsberg getuckert.
Mit seinem Lanz-Bulldog Baujahr 1938 ist Stefan Ricker aus Buldern im Münsterland zum Backsberg getuckert. Zwei Tage waren er und seine Kumpels unterwegs. Kai-Uwe Böschen, Vorsitzender des Oytener Lanz-Bulldog-Clubs, begrüßt den Neuankömmling zum Pfingsttreffen. © Holthusen

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