21 Spender pflanzen Bäume im Bassener Ereigniswald

Erinnerung fest verwurzelt

Pflanzaktion
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Beim fachmännischen Anbinden der jungen Bäume halfen die „Wühlmäuse“ auch gerne mit.

Bassen – Eigentlich hatten die „Wühlmäuse“ geglaubt, der neue Ereigniswald am Köbens/Ecke Kronskamp in Bassen würde so drei, vier Jahre brauchen, bis er komplett mit Erinnerungsbäumen bepflanzt wäre. Doch damit lagen die ehrenamtlichen Oytener Natur- und Landschaftspfleger um ihren Sprecher Erhard Hopert falsch. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen: 21 Wunschbäume hatten Menschen aus der Gemeinde aus ganz unterschiedlichen Beweggründen gleich nach dem ersten Aufruf bestellt. Damit war der erste gemeinsame Pflanztermin am Samstag auch schon der letzte: Der Ereigniswald in Bassen ist so gut wie voll.

Mit Kind und Kegel rückten Familien und Freundeskreise auf der Fläche neben der bereits gedeihenden Streuobstwiese an, um für einen neuen Wald ihren ganz persönlichen Erinnerungsbaum in die Erde zu bringen. Dafür hatten Hoperts „Wühlmäuse“ alles perfekt vorbereitet.

Im Vorfeld hatten sie die hochwertigen heimischen Bäume besorgt: Die Baumpflanzer hatten bei ihrer Bestellung die Auswahl zwischen Rotbuche, Spitzahorn, Traubenkirsche, Eberersche, Sommerlinde und Feldahorn. Für die Gemeinschaftsaktion am Samstag hatten die Landschaftspfleger die Pflanzlöcher vorgebohrt und die Ereignisplaketten vormontiert. Diese geben Auskunft darüber, für wen und warum der jeweilige Baum gepflanzt wurde. Spaten und Schiebkarren, Wasser und Erde, Pfähle und Stricke zum Anbinden der jungen Gewächse lagen und standen für die Baumpflanzer parat – und dazu persönliche Helfer und Begleiter aus Reihen der „Wühlmäuse“. Selbst das nasskalte Wetter war fürs Pflanzen perfekt, wie Hopert in seinen Begrüßungsworten frohgemut feststellte. Nach getaner Arbeit – die Freude daran spiegelte sich in den Gesichtern – gab"s Kekse und heiße Getränke zum Aufwärmen, außerdem Erinnerungsurkunden für die Baumspender.

Die Ereignisse, aus deren Anlass die 21 Bäume in Bassen gepflanzt wurden, waren ganz vielfältiger Natur: Geburt eines Enkelkindes, Hochzeit oder Hochzeitsjubiläum, aber auch der Tod des Ehemanns oder eines engen Freundes. „Treue zu Bassen nach dem Wegzug vor mehr als 35 Jahren oder Liebesschwüre“ nannte Hopert als weitere Beweggründe von Menschen, die am Samstag einen Baum als lebendiges Symbol für Verbundenheit, Zukunft, Wachstum und Beständigkeit pflanzten.

Einschneidendes hat sich auch im Leben von Sandra Röse und Cordula Schröder ereignet: Röse wurde 2019 als hauptamtliche Bürgermeisterin an die Spitze der Gemeinde Oyten gewählt, Schröder als ihre Stellvertreterin dieses Jahr zur Ersten Gemeinderätin. Anlass für die beiden Frauen, ihre jeweilige Wahl ebenfalls mit ganz persönlichen Erinnerungsbäumen im Ereigniswald zu verewigen. „Jetzt ist der Bürgermeister wieder in Bassen verwurzelt, die Welt ist wieder im Lot“, habe ihr jemand vom Nachbarbaum zugemurmelt, berichtete Röse im Anschluss. Ihr Amtsvorgänger Manfred Cordes, der 18 Jahre Bürgermeister war, ist als Ur-Bassener im Gedächtnis der Oytener verhaftet.

Den ersten Ereigniswald in der Gemeinde findet Röse „großartig von der Idee bis zur Umsetzung“. Ein riesiger Dank der Bürgermeisterin ging deshalb „an die tolle Truppe der Wühlmäuse“. Die hat übrigens eine konkrete Idee, wie sich die Gemeinde erkenntlich zeigen könnte: Hopert erinnerte Röse bei der Pflanzaktion an ihre Zusage, eine öffentliche Fläche in Oyten ausfindig zu machen, um auch hier einen Ereigniswald initiieren zu können.

Für die Möglichkeit, mit einem Baum dauerhaft an ein besonderes Ereignis in ihrer Familie zu erinnern, haben die Spender pauschal 150 Euro bezahlt. Inbegriffen ist die künftige Hege, Pflege und Bewässerung durch die „Wühlmäuse“, die sozusagen eine Anwuchsgarantie geben. Besuchen können die Pflanzer ihre Bäume jederzeit, ebenso wie andere Spaziergänger auch. Mit dem Ereigniswald entsteht nach Hoperts Worten nicht nur „ein Biotop, das im Verbund mit der angrenzenden Streuobstwiese, der Blühfläche und dem Nadelwald zum Erhalt und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen beiträgt“ – sondern auch „eine grüne Oase, die eine hohe Nutz- und Erholungswirkung entfaltet und für jedermann zugänglich ist“.

Angehörige der Familie und Freunde aus Derek Boulters „Mittagsrunde“ pflanzten einen Baum für den im Oktober verstorbenen Oytener – als bleibende und fest verwurzelte Erinnerung im Bassener Ereigniswald.
Martina Mang ist im August Großmutter geworden. Das verleiht offenbar zusätzliche Kräfte. Beidfüßig trieb sie den Spaten in die Erde, um das Loch für den Baum zu vertiefen, der ihrem Enkel Anton gewidmet ist.

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