Zehn Unternehmen präsentieren sich bei Ottersberger Ausbildungsbörse in Aula

Berufe zum Anfassen für „ungeschliffene Diamanten“

Aufgepasst: So werden Dachziegel geschnitten.
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Aufgepasst: So werden Dachziegel geschnitten.

Ottersberg - „Wir verfügen über ein großes Potenzial an jungen Menschen, die in ihrem Heimatort gerne eine berufliche Ausbildung machen würden. Sie sind hochmotiviert und bereit, sich danach zu orientieren, was für sie in Frage kommt. Bei dem handlungsorientierten Training in der vergangenen Woche haben wir sehr viele ungeschliffene Diamanten entdeckt, die für die heimische Wirtschaft von großem Wert sind“, sagte Martina Baestlein von UP-Consulting aus Rotenburg, die gestern in Zusammenarbeit mit der Wümmeschule und dem Verein der Selbstständigen Ottersberg (VdSO) die erste Ausbildungsbörse in der Aula des Schulzentrums veranstaltete.

Die UP-Consulting, die im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums bundesweit mehr als 400 Schulen in Sachen Berufsorientierung coacht, richtet sich mit ihrem Angebot an die 9. Klassen der Realschule und holt dabei ortsansässige Firmen aus allen Gewerken mit ins Boot.

Für die erste Ottersberger Ausbildungsbörse in der Wümmeschulaula konnten immerhin zehn Betriebe als Mitmacher gewonnen werden. Unternehmen aus Handwerk und Einzelhandel präsentierten sich gestern neben einer Hausarztpraxis, einem Steuerbüro, örtlichen Banken und dem Landhandel. „Dies ist eine ganz kooperative Zusammenarbeit. Die Schüler können hier in die Betriebe und Berufsbilder hineinschnuppern, Schwellenängste abbauen und sich einen Überblick verschaffen, was vor Ort an Ausbildung geboten wird. Gleichzeitig kann nach Praktika geschaut werden und man kann sich persönlich kennen lernen“, meinte Schulleiter Walter Schlöffel-Pitschke, der es sich nicht nehmen ließ, selbst von Stand zu Stand zu schlendern und sich zu informieren. Lars Hübner, Fachbereichslehrer, erörterte gemeinsam mit ihm Aspekte, die für Ausbildungsplatz suchende Schüler wichtige seien: „Der erste Eindruck ist wichtig, er ist prägend und kaum zu korrigieren.“ Zukünftige Azubis müssten sich schon überlegen, wie sich selbst präsentierten. Umgangsformen, die nur das Elternhaus vermitteln könne, seien da unverzichtbar.

Dirk Gieschen, Lohnunternehmer aus Quelkhorn und Ausbilder für landwirtschaftstechnische Berufe, vertrat einen klaren Standpunkt. „ Die Heranwachsenden müssen wissen, ob sie bereit sind, sich auf den Beruf in seiner ganzen Bandbreite einzulassen. Das heißt nicht, dass sie den ganzen Tag mit Maschinen und Technik befasst sind, sondern dass sie auch allerhand Bürotätigkeit zu bewältigen haben. Beides geht Hand in Hand. Und auch in unserer Branche sind gute Umgangsformen unverzichtbar.“

Torsten Kuper, Allgemeinmediziner aus Ottersberg, gab den Schülern Einblick in praktische Tätigkeiten seines Berufes. Er hatte eine Ausbildungspuppe für Erste Hilfe mitgebracht und zeigte den Schülern, wie Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage funktionieren. „Nicht so zaghaft!“, ermunterte er die Jugendlichen, die sich nur zögerlich an den Dummy herantrauten, aber durchaus Interesse an medizinischen Berufen zeigten.

Ein renommiertes Steuerbüro aus Ottersberg gab Einblick in tägliche Arbeitsabläufe und ein Landhandel zeigte, dass sich diese Branche in den vergangenen Jahren den neuesten Marktentwicklungen angepasst hat. Praktische Berufsorientierung, keineswegs mehr nur auf Mädchen oder Jungen spezialisiert, wurde in den Handwerken Installation, Dachdeckerei und Kfz-Mechanik geboten. Mechatroniker, ein Beruf mit Zukunft, wurde sowohl von weiblichen als auch männlichen Schülern stark nachgefragt.

Rektor Schlöffel-Pitschke äußerte die Hoffnung, die Ausbildungsbörse im kommenden Jahr auf die 8. Jahrgänge ausweiten zu können, ganz nach dem Motto: „Man kann sich nicht früh genug orientieren.“

kr

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