Posthausener Bauherr weigert sich

Wer zahlt für die kaputt gefrorenen Wasserzähler?

Wasserzähler als Zankapfel: Wer zahlt einen Frostschaden – der Anschlussnehmer oder der Wasserversorger? Darüber streiten gerade die Beteiligten im Neubaugebiet in Posthausen.

Posthausen - Von Petra Holthusen. Kaum in sein neues Haus im Baugebiet am Bremer Damm in Posthausen eingezogen, sitzt er auch gleich auf dem Trockenen. Frank Bleyer muss sich auf ein Leben ohne Wasser in Bad und Küche einstellen: Nächsten Mittwoch sperrt der Trinkwasserverband Verden dem Neu-Posthausener den Anschluss. Es sei denn, Bleyer begleicht bis dahin die offene Rechnung für zwei im Winter auf seiner Baustelle kaputt gefrorene und ausgetauschte Wasserzähler – mit Mahngebühren ein Betrag von rund 175 Euro. Das aber sieht der Bauherr nicht ein.

Bleyer sieht das Verschulden beim kommunalen Wasserversorger und pocht auf Produkthaftung. Der Trinkwasserverband dagegen macht den Bauherrn als Schadensverursacher verantwortlich, der die Bauwasserzähler nicht ausreichend gegen Frost geschützt habe. Die Rechnungen für die beiden ausgetauschten Wasseruhren datieren von Februar und März, im Mai kam die erste Mahnung – und jetzt, nach regem Schriftverkehr zwischen dem erbosten Bauherrn und dem Trinkwasserverband, die ultimative Zahlungsaufforderung an Bleyer mit Ankündigung der Sperrung des Wasseranschlusses.

Frank Bleyer kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum bei Bereitstellung des nun mal erforderlichen Wasseranschlusses während der Bauphase überhaupt schon Wasseruhren installiert werden: „Im Landkreis Rotenburg zum Beispiel wird für das Bauwasser einfach eine Pauschale berechnet und der Wasserzähler erst später im Haus eingebaut“ – was Bleyer für die weitaus bessere Lösung hält als die vom kommunalen Wasserverband im Landkreis Verden praktizierte Regelung. Während der winterlichen Bautätigkeit auf seinem Grundstück im Neubaugebiet am Bremer Damm habe er um die beiden Wasseruhren „eine Dämmung rumgewickelt“ – dennoch seien die Zähler kaputt gefroren und vom Wasserverband ersetzt worden. Die Kosten dafür tragen will Bleyer nicht: „Es gab keine Bedienungsanleitung dazu wie bei allen technischen Produkten üblich“, beharrt der 42-Jährige.

„Es gab mehrere Fälle von Frostschäden in dem Neubaugebiet, weil die Zähler nicht ausreichend gedämmt wurden“, berichtet Stefan Hamann, Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Verden, auf Anfrage. Und in zwei bis drei Fällen würden die Anschlussnehmer nicht einsehen, dass sie für den Schaden aufkommen müssten. Die Rechtslage sei jedoch eindeutig: Laut bundesweit geltender Verordnung über „Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser“ obliege der Schutz der Messeinrichtung – unter anderem vor Frost – dem Kunden. In besagten Schadensfällen sei „die frostsichere Einhausung des Bauwasserzählers“ nicht erfolgt.

„Das ist keine unnormale Sache, das passiert auch in anderen Baugebieten“, sagt Hamann, „aber wenn man einen Schaden verursacht, muss man ihn bezahlen.“ An ihre Sorgfalts- und Schutzpflicht würden die Kunden immer wieder erinnert: mit Hinweisen auf dem Hausanschlussantrag und in der „Wasserzeitung“ des Verbandes. „Packen Sie die Zähler warm ein! – darauf weisen wir immer wieder hin“, so Hamann, „über alles machen sich Bauherren im Winter Gedanken, über den Beton, den Estrich – also bitte auch über den Wasseranschluss!“

Vom Rotenburger Modell der Bauwasser-Pauschale hält der Verbandsgeschäftsführer nichts: „Wir wollen ja alle eine ordentliche Wasserabrechnung – das ist in beiderseitigem Interesse.“

Zahlungssäumigen die Einstellung der Wasserlieferung anzudrohen, sei für den Verband das letzte Mittel, so Hamann. Gezahlt werden müsse, „und wenn danach jemand rechtlich gegen unsere Handhabung vorgehen möchte, steht ihm diese Prüfung ja offen.“

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