Dem Ruf der Wildnis gefolgt

Kanu-Abenteurer fesselt Ottersberger Publikum mit Yukon-Reportage

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Kanuclub-Vorsitzender Arno Gundlack (li.) und Veranstaltungsorganisator Bernd Jakobs (re.) begrüßten Kanu-Abenteurer Dirk Rohrbach mit einer Live-Reportage in Ottersberg.

Ottersberg - Dieser Fluss faszinierte ihn schon immer. Aber er folgte am Yukon im eisig-einsamen Alaska nicht dem Lockruf des Goldes wie einst die Glücksritter und Goldsucher oder wie Schriftsteller Jack London, der seine Abenteuer in „Wolfsblut“ und „Ruf der Wildnis“ verewigte.

Dirk Rohrbach reiste nach Alaska, um mit einem selbstgebauten Kanu aus Birkenrinde den Yukon zu bezwingen. Seine Erlebnisse und Erfahrungen präsentierte der Kanu-Abenteurer jetzt in Ottersberg als Reportage mit Fotos, historischen Aufnahmen und kurzen Videosequenzen, atmosphärisch verstärkt mit Original-Tönen von Menschen, die er am Yukon traf und die ihm unterwegs halfen.

Mehr als 200 Zuschauer in der bis auf den letzten Sitzplatz gefüllten Schulaula verfolgten gebannt das Geschehen auf der Leinwand und lauschten dem Vortrag dazu. Eingeladen zu dem spannenden Abend hatte der Ottersberger Kanuclub aus Anlass und zur Feier seines 40-jährigen Bestehens. Bernd Jakobs vom Kanuclub als Initiator der Veranstaltung begrüßte die Gäste, die nicht nur aus der Region, sondern auch aus Hannover, Hamburg und dem Ammerland angereist waren, um den „Jack London der Kanuten“ zu erleben.

Jakobs selbst hatte mit zwei weiteren Ottersberger Kanuten den Yukon bepaddelt, an dessen Quellseen in Kanada Dirk Rohrbach getroffen und für eine Live-Reportage nach Ottersberg eingeladen.

Von verlassenen Gegenden und grenzenloser Weite

Auf einer großen Leinwand stimmte Dirk Rohrbach mit Bildern von einer menschenverlassenen Gegend, einer grenzenlosen Weite mit Blick auf Wälder, Täler und Wasser und mit Wolkenspielen am blauen Himmel auf sein Abenteuer ein. Auf ein Abenteuer, von dem er zu Hause in Hanau immer geträumt hatte. Seine Reise, inspiriert von den Erzählungen Jack Londons, der wie tausende Getriebene 1897 den legendären schneebedeckten Chilkoot-Pass zum Yukon hinaufkletterte, führte ihn zunächst nach Kanada. 

Über 200 Besucher, die sogar aus Hamburg und Hannover anreisten, verfolgten Rohrbachs Vortrag.

„Der Yukon verbindet als Wasserstraße zwanzig Dörfer, zu denen kein Weg führt“, sagte Rohrbach. Also ist das Kanu das Transportmittel der Wahl. Und ein Kanu baute er sich mit Hilfe von Tom, der alleine in der Wildnis wohnte, aus Birkenrinde, die sie von den Bäumen schälten. „Nur den Teer haben wir uns aus dem Baumarkt geholt. Sonst haben wir alles selbergemacht“, so Rohrbach. „Von der Arbeit taten mir morgens die Unterarme so weh, dass ich nicht einmal eine Tasse halten konnte“, so der Abenteurer, der nach drei Wochen Bootsbau den Fluss herbeisehnte. Die Bahn transportierte sein Kanu zum Yukon. 

Er selber kam mit einem Truck an den Fluss, verstaute einen Vorrat an Studentenfutter und Süßigkeiten – und dann ging es los. Paddeln und Schlafen im Zelt in Ufernähe standen Tag um Tag auf dem Programm. 

Rohrbach meisterte die tückischen Stromschnellen bei Whitehorse und zeigte Fotos von Dawson City, der Hauptstadt des Goldrausches, „in der heute noch nach Gold geschürft wird“, so Rohrbach, der mit eindrucksvollen Bildern von seiner Reise durch eine raue, atemberaubend majestätische Welt und von Begegnungen mit Jägern, Fischern und Aussteigern erzählte. Insgesamt dreimal reiste der Fotograf und Autor in einem selbst gebauten Kanu von den Quellseen des Yukon bis zum Beringmeer – insgesamt rund 10.000 Kilometer durch die Einsamkeit der nordischen Taiga und Tundra.

woe

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