Straßenmeisterei hat für 500 Kilometer Mähstrecke nur einen Minitrecker zur Verfügung

Wenn das Gras den Radweg entert

Zugewucherter Radweg
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Wenn das Gras den Radweg erobert, wie hier zwischen Völkersen und Posthausen, kommt die Straßenmeisterei mit ihrem einen kleinen Mäher nicht immer hinterher.

Posthausen – Wenn das Gras links und rechts 1,20 Meter hoch steht und über den Radweg schwankt und rankt, gerne auch mal nass und schwer von Regen, „bleiben kaum noch 40 Zentimeter Platz zum Radfahren“. Das erlebt Melanie Henke in Posthausen jedes Jahr des Öfteren. An Begegnungsverkehr ist dann überhaupt nicht mehr zu denken, und als Fußgänger „weiß man nicht, wo man noch hinspringen soll, wenn ein Fahrrad kommt“.

Melanie Henke und einige Nachbarn an der Landstraße zwischen Völkersen und Posthausen mähen deshalb teils schon selbst auf ihrer oder auch der gegenüberliegenden Straßenseite, „damit die Kinder einigermaßen trocken zur Bushaltestelle kommen oder wir mit den Hunden gehen können“.

Eigentlich ist das Mähen an Radwegen außerorts an Landes- und Bundesstraßen Aufgabe der Straßenmeistereien der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Für den Landkreis Verden und Teile der Kreise Osterholz und Rotenburg ist die Straßen- und Autobahnmeisterei in Oyten zuständig. Die kann das Grün aber nicht immer so schnell absensen, wie es wächst, sagt Leiter Christian Erdmann.

250 Kilometer Radweg, beidseitig also 500 Kilometer, haben seine Männer mehrmals im Jahr zu mähen – und dafür sage und schreibe nur einen kleinen Trecker zur Verfügung. Die äußerst sparsame Ausstattung führt Erdmann auf politisch gewollte Reformen und Einsparungen der vergangenen Jahre zurück: „Früher hatten wir mehr.“ Aus finanziellen Gründen könnten auch keine externen Dienstleister mit ins Boot geholt werden – „das ist alles nicht so einfach...“

Erdmanns Männer lösen sich in Doppelschichten auf dem einen Minitrecker ab und mähen in der Wachstumsperiode auch samstags. Aber 500 Kilometer im Schritttempo brauchen eben ihre Zeit. Fünf Wochen dauert eine Mährunde durch den Kreis, bis es wieder von vorne losgeht. „Man kann das hinkriegen“, sagt Erdmann, „aber dann muss das Zeug langsam wachsen.“

Zuletzt wuchs das Grün allerdings ziemlich schnell, und dass es bis zum Mähen eine ganze Weile dauerte, sorgte für einigen Unmut bei Melanie Henke und ihren Nachbarn. „Dazu kommt der sowieso sehr schlechte Zustand der Radwege auf dem Moor, bei denen der Asphalt an den Seiten wegbricht oder durch Baumwurzeln nach oben aufbricht“, sagt die Posthausenerin. Diese Problematik sei unter dem Sicherheitsaspekt von Bürgern schon mehrfach an die Politiker im Ort herangetragen worden.

Von Petra Holthusen

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