BÜRGERMEISTERWAHL Weber und Sterna stellen von direkten Kontakten auf andere Kanäle um

Wahlkampf in Zeiten von Corona

Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel – so oder ähnlich könnte es demnächst auch an den Wahlurnen in Ottersberg aussehen. Das Motiv stammt von den Kommunalwahlen in Bayern. Foto: Daniel Karmann / dpa

Ottersberg - Von Lisa Duncan. Der Coronavirus und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung wirkt sich auch auf den Bürgermeisterwahlkampf in Ottersberg aus. Die beiden Kandidaten Tim Willy Weber (Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg) und Reiner Sterna (CDU) haben beschlossen, die direkten Kontakte mit den Bürgern einschränken. Unklar ist derzeit, ob die Fleckensverwaltung die Ottersberger wie geplant am 26. April oder erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Wahlurnen bitten wird.

Beide Kandidaten vermeldeten, dass sie vorerst auf die Kaffee- und Wohnzimmerrunden verzichten wollen. „Wohnzimmergespräche und größere Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres ausgesetzt werden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen“, sagt Tim Willy Weber. Das sieht auch Reiner Sterna so: „Darauf hatten wir uns am Freitag schon im Team verständigt. Etwas anderes wäre in der gegenwärtigen Situation fatal. Aber wir suchen weiterhin den Kontakt zu den Bürgern.“

Sternas Team drehe derzeit Videoblogs zu Themen, die die Menschen auch aufgrund der Virusmaßnahmen und deren Auswirkungen interessieren. So erreichten Sterna diverse Anrufe von Einwohnern, die fragten, wo sie nun mit dem Strauchgut für das Osterfeuer bleiben sollen. „Die Frage ist, wie erreichen wir Leute, die nicht über diese Kanäle erreichbar sind?“ Darum ist sich Sterna sicher: „Die Gespräche übern Gartenzahn oder von Haustür zu Haustür laufen weiter.“ Auch darüber, Postkarten zu verschicken, eine Whatsapp-Gruppe oder nach dem Motto „Fragen Sie Ihren Kandidaten“ eine Telefonsprechstunde einzurichten, denkt das CDU-Team nach. Reiner Sterna ist unter 0171 / 5440064 oder unter reiner.sterna@me.com erreichbar.

Sternas Mitbwerber Tim Willy Weber bietet künftig Video- und Telefonkonferenzen an. Wer Interesse an einem solchen Gespräch hat, kann sich per E-Mail an tww@posteo.de oder telefonisch unter 04205/ 396135 an Weber wenden. Video-Botschaften können auf https://www.facebook.com/tim.weber.9465177 oder www.tim-weber.jetzt abgerufen werden.

Die Wohnzimmergespräche und die Rückläufer der Karte „Meine beste Idee“ seien bisher informativ und hilfreich gewesen, berichtet Weber. Er und sein Team planen, eine erste Auswertung kommende Woche vorzustellen. Die Haustürbesuche will Weber ebenfalls fortsetzen, da genügend Abstand gewahrt werden kann. „Es ist sehr schade, dass die Wohnzimmergespräche in dieser Form ausgesetzt werden müssen“, bedauert Weber. „Video- und Telefonkonferenzen sind nicht so unmittelbar wie direkte Gespräche, aber sie sind zumindest eine Alternative“, so Weber weiter.

Eine Alternative könnte eventuell auch für den bisherigen Wahltermin am 26. April vonnöten sein. Das hofft zumindest Eckhard Bruns, stellvertretender Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, der die Wahl erstmals organisiert. „Wir können nicht sagen, wir verbieten die Grüppchenbildung und bitten die Leute dann an die Wahlurnen. Wir warten aktuell auf eine Weisung vom Landeswahlleiter aus Hannover, ob die Wahl zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.“ Die Behörde könnte eine Ausnahmegenehmigung für die ohnehin schon vorgezogene Wahl erteilen. Doch auch eine Verschiebung des Wahltermins habe ihre Tücken: „Das Gesetz sieht vor, dass eine Nachwahl binnen eines Monats nach dem Hauptwahltermin erfolgen muss“, so Bruns. So könnten die Wahlhelfer auf das bereits vorhandene Wählerverzeichnis zurückgreifen. Danach muss die Liste wieder neu erstellt werden, da sich die Bevölkerung durch Umzug, Geburt oder Tod verändert haben könnte. Ein anderes Szenario wäre, die Wahl auf Herbst 2021 zu verschieben und mit den Kommunalwahlen zusammenzulegen. „Aber eine Vakanz von anderthalb Jahren im Bürgermeisteramt wäre nicht gut für die Gemeinde.“ Bruns hofft „bis allerspätestens Ende der Woche“ auf eine Weisung des Landeswahlamts.

Auch die Möglichkeiten, auf Briefwahl umzustellen, seien begrenzt: „Eine Briefwahl bedeutet einen immensen Aufwand“, erklärt Bruns. So müssten die Unterlagen für jeden Wähler einzeln ausgestellt werden – „und das ist im Moment nicht zu leisten“. Denn auch im Rathaus sei aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen bereits die Hälfte der Belegschaft nach Hause geschickt worden. Bislang habe die Verwaltung mit 20 Prozent Briefwählern kalkuliert. Üblicherweise bewege sich der Anteil der Briefwähler bei zwölf bis 15 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bürgerrechtler verklagen Trump - "Marsch auf Washington"

Bürgerrechtler verklagen Trump - "Marsch auf Washington"

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch wurde ein Testzentrum errichtet

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch wurde ein Testzentrum errichtet

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Brettspiele für die ganze Familie

Brettspiele für die ganze Familie

Meistgelesene Artikel

Auto überschlägt sich auf A27: Zwei junge Frauen in Lebensgefahr

Auto überschlägt sich auf A27: Zwei junge Frauen in Lebensgefahr

Beachclub im Verdener Allerpark: Baurecht verhindert schicke Gastro-Idee

Beachclub im Verdener Allerpark: Baurecht verhindert schicke Gastro-Idee

Aus dem Saal live in die Stube

Aus dem Saal live in die Stube

Eine hat den Hut auf

Eine hat den Hut auf

Kommentare