Ortsrat diskutiert über Erteilung eines Auftrags für ein Verkehrsgutachten

Vollgeparktes Fischerhude

Für den Umbau der zentralen Kreuzung Molkereistraße / Kreisstraße zum Kreisverkehr macht sich Dirk Gieschen (CDU) im Ortsrat stark. 
Fotos: Laue
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Für den Umbau der zentralen Kreuzung Molkereistraße / Kreisstraße zum Kreisverkehr macht sich Dirk Gieschen (CDU) im Ortsrat stark. Fotos: Laue
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Fischerhude – Trotz aller Verbotsschilder habe sich wenig geändert an der Verkehrssituation im Fischerhuder Ortskern, räumte Ludwig Schwarz von den Grünen am Dienstag auf der Ortsratssitzung ein. Vor allem bei schönem Wetter, am Wochenende und in der Freizeit kämen Fußgänger und Autos an der relativen schmalen Bredenau kaum aneinander vorbei, weil die Straßenränder vollgeparkt seien, verdeutlichte Werner Cordes (SPD), der kurz zuvor neu in den Ortsrat aufgenommen worden war. Ebenfalls vollgeparkt sei regelmäßig der Bereich an der Dorfwiese und bei nahen Gastwirtschaften, sodass Autofahrern beim Abbiegen häufig die Sicht völlig versperrt sei.

„Wir müssen etwas tun!“, forderte Cordes in der Aula der Ottersberger Wümmeschule. Dorthin war die öffentliche Ortsratssitzung verlegt worden, um die wegen der Corona-Auflagen geltenden Abstandsbestimmungen für Besucherinnen und Besucher einhalten zu können.

Zwecks wirksamen Vorankommens in der seit vielen Jahren beklagten Situation im Künstlerdorf an der Wümme hatten SPD, Grüne und die Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg (FGBO) gemeinsam beantragt, einen fachkundigen Verkehrsplaner von außerhalb heranzuziehen, der in Abstimmung mit Einwohnern ein Verkehrskonzept für den Ortskern entwickelt.

„Etwas verwundert“ zeigte sich allerdings Dirk Gieschen von der CDU über diesen Antrag, in dem auch „die Einführung einer Halteverbotszone im Kernbereich Fischerhudes als mögliches Ziel erwähnt ist, um den ruhenden und parkenden Verkehr zu lenken und zu steuern“.

Davon betroffen seien auch alle, die im Ort wohnen oder arbeiten sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge, kritisierte Gieschen. Außerdem seien die Kosten für ein umfangreiches Expertengutachen überhaupt nicht ermittelt und unklar, was überhaupt alles untersucht werden solle. Nicht nur der ruhende, sondern auch der „fahrende Verkehr“ in Fischerhude sei mit einzubeziehen, forderte Horst Köntges (FDP).

Die Bevölkerung noch durch weitere Verbotsschilder zu gängeln, sei der falsche Weg, meinte Christdemokrat Stefan Brüning. Besser seien verstärkte Kontrollen der Polizei in den jetzt schon durch Parkverbote gekennzeichneten Bereichen.

„Das beschränkte Halteverbot für Busse hat sich doch bewährt“, machte Ludwig Schwarz seitens der Antragsteller geltend, und Köntges setzte sich dafür ein, bei den Verkehrsplanungen auch die an bestimmten Abschnitten oft vollgeparkte Molkereistraße mit einzubeziehen. Das gesamte Problem sei in örtlichen Arbeitsgruppen viel besser zu lösen als durch Hinzuziehen eines externen Planers, lautete ein weiterer Einwand. Es sei zudem nicht realistisch, Parken an den Ortsrand zu verbannen, da viele dann die langen Wege zu Lokalen und Geschäften nicht akzeptieren würden.

Der Ottersberger Bauamtsleiter Ralf Schack gab zu bedenken, dass auch der Architekt und Stadtplaner Lothar Tabery bei der weiteren Erarbeitung einer Gestaltungssatzung für den Fischerhuder Ortskern sicher einen Verkehrsplaner mit hinzuziehe.

„Wir wollten einen Fachmann von außerhalb haben, der einen neutralen Blick auf die Situation in Fischerhude mitbringt“, erläuterte Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf als FGBO-Vertreter die Forderung nach einem Verkehrsplaner.

Mit einmütigem Einverständnis reagierte der Ortsrat am Ende auf Mittendorfs Vorschlag, erst einmal die Honorarfrage zu klären und einzelne Bestandteile der gewünschten Expertise im Vorhinein in Arbeitskreisen des Ortsrates genauer festzulegen.  la

Begrüßung des neuen Ortsratsmitglieds Werner Cordes (l.) durch Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf.

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