Voller Rathaussaal beim Ideen-Workshop zum Kulturzentrum im Kortlang-Haus

Millionen-Kostenschätzung sorgt für Ernüchterung

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Gerd Geiser, Jan Jaap Roosing und Hermann Frese (v.li.) informierten die Workshop-Besucher zunächst über Fakten zum Projekt Kulturzentrum im Kortlang-Haus.

Ottersberg - „Das könnte Ottersbergs Schmuckstück werden“, „Da ist viel Potenzial drin“, „Vom Schandfleck zum Kulturgut“, aber auch „Das haben wir uns so nicht vorgestellt“ waren Kommentare bei einem Info- und Ideen-Workshop, zu dem die Planungsgruppe „Kulturzentrum Ottersberg“ am Dienstagabend Interessierte in den Rathaussaal eingeladen hatte. Die vom Verein KuKuC angeschobene und von den politischen Parteien im Gemeinderat geförderte Initiative will bekanntlich das unansehnliche alte Kortlang-Kaufhausgebäude an der Grünen Straße als Kulturzentrum ausbauen und nutzen.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Horst Hofmann und der Einführung durch Gebäudeeigentümer Hermann Frese zeigte Jan Jaap Roosing vom KuKuC-Vorstand in einer 3D-Animation, was man alles aus dem unschönen Klotz machen könnte. Jeweils 800 Quadratmeter auf zwei Geschossebenen und ein fast ebenso großes Flachdach als begrünte Open-Air-Nutzfläche bieten jede Menge Spielraum für Gestaltungs- und Nutzungsideen in Sachen Kunst und Kultur. Die Besucher im vollbesetzten Saal zeigten sich beeindruckt von den Möglichkeiten. Herzstück des Konzepts ist ein großer Saal für Musik, Kunst, Kino, Theater, Festlichkeiten und Events, der auch von privat angemietet werden könnte. Ein Gastronomiebetrieb sowie Unterrichts-, Übungs-, Material- und Ausstellungsräume für die örtliche Hochschule für Künste im Sozialen, die Volkshochschule, Jugendgruppen, die Artothek und weitere mögliche Nutzer sind angedacht. Darüber hinaus wäre Platz für Ateliers, Praxis- und Büroräume. Neben den beiden vorhandenen Treppenhäusern soll laut Roosing ein barrierefreier Aufzug den Zugang nach oben gewährleisten.

Die Ernüchterung folgte jedoch, als Werner Bahrenburg und Gerd Geiser ihre Kostenschätzung für den Umbau vorlegten: 1,055 Millionen Euro, dazu 55000 Euro an Nebenkosten und weitere 50000 Euro für die Innenausstattung. Gerd Geiser gab zudem zu bedenken, dass die Einrichtung für den gastronomischen Betrieb mit etwa 150000 Euro oben drauf käme. „Das ist nur eine grobe Schätzung, die aber als realistischer Leitfaden genommen werden kann“, hieß es von den Kostenrechnern. Die Räumlichkeiten müssten komplett entkernt werden, um eine energetische Sanierung zu gewährleisten. „Es kommt nur eine ökologische Sanierung in einem künstlerisch-ökologisch-ökonomischen Gesamtkonzept in Frage“, sagte Geiser.

Angesichts dieses Kostenvolumens machte sich Gemurmel im Saal breit. Mit so hohen Summen hatten viele nicht gerechnet. Hermann Frese hatte im Vorfeld deutlich gemacht, dass er als Eigentümer nur für die Fassade Geld in die Hand nehmen wolle, und der Interessensgruppe als Frist für die Planung den 31.Dezember 2015 genannt. Konkrete Pläne für die Umsetzung des Konzepts sollten bis März 2016 auf dem Tisch liegen.

„Kann man das Ganze nicht abschnittsweise angehen?“, fragte der frühere Kommunalpolitiker Stefan Bachmann, der dem Konzept sehr viel Potenzial zusprach.

Moderator Marcel Bonse, der vom Ottersberger Rathaus aus die EU-geförderte Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung managt, brachte Beispiele der regionalen Entwicklungsförderung wie den Ottersberger Bahnhof und das Gesundheitskompetenzzentrum ins Gespräch und regte an, sich um Fördergelder zu bemühen. Zuerst gelte es, die der Idee hin zur tragfähigen Umsetzung zu entwickeln.

Um das auf den Weg zu bringen, waren Interessierte im weiteren Verlauf des Abends aufgefordert, sich in themenbezogenen Arbeitsgruppen einzubringen. Zunächst zögerlich und sich erstmal orientierend, wurde später eifrig vor Stelltafeln diskutiert, wie sich Ideen konkret einbringen lassen könnten.

kr

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