100 Flüchtlinge ziehen ins „Autoland“ ein / Bürgerinformation

„Versuchen, Menschen kennen zu lernen“

Bürgermeister Horst Hofmann informierte über den bevorstehenden Einzug von Flüchtlingen im Gewerbegebiet. - Foto: Woelki

Ottersberg - ottersberg - Das Interesse an den neuen Nachbarn ist groß. In einer von mehr als 100 Bürgern besuchten Einwohnerversammlung im Haus der Schützengilde in Ottersberg-Bahnhof informierten am Mittwochabend Gemeinde, Landkreis, Polizei und DRK-Kreisverband über den kurz bevorstehenden Bezug der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Autohaus „Autoland 2000“ im Gewerbegebiet am Bahnhof. „Am nächsten Mittwoch wird die Unterkunft belegt“, berichtete Bürgermeister Horst Hofmann.

Bernd Dannheisig, Fachdienstleiter Soziales in der Kreisverwaltung, erklärte mit Blick in die Runde: „Ungefähr so viele Personen, wie sich hier im Raum befinden, werden in der Unterkunft nebenan einquartiert. Das sind 100 Menschen, zumeist Familien, die derzeit noch im Landkreis Gifhorn in einer Kaserne untergebracht sind.“ Erwartet werden 40 Syrer, 40 Iraker und 20 Flüchtlinge unterschiedlicher Nationalitäten aus Nordafrika und Afghanistan. Unter den 100 Neuankömmlingen sind 20 Kinder und Jugendliche. „Die Flüchtlinge kommen in Bussen am Kreishaus in Verden an, werden dort registriert und erhalten pro Person ein Taschengeld von 145 Euro. Dann werden sie hierher gebracht. Die Verpflegung übernimmt ein Catering-Service“, schilderte Dannheisig.

Unterstützt von einem Sicherheitsdienst, werden Helfer des DRK-Kreisverbandes Verden die Unterkunft betreuen. DRK-Flüchtlingshilfeleiter Niklas Diering betonte: „Wir als DRK betreuen die Menschen und sorgen für das Einhalten von Regeln und einer Hausordnung. Nicht jeder darf die Unterkunft betreten, sondern nur in der Absprache mit uns. Vor Ort werden je zwei Helfer in der Früh- und Spätschicht und einer nachts da sein. An der Unterkunft richten wir auch eine Fahrradwerkstatt ein.“ Hilfe erhofft sich das DRK aus der Bevölkerung beim Einrichten von Sprachcafés, bei der Kinderbetreuung und bei integrativen Angeboten.

„Wir gehen ständig in die Unterkünfte und tauschen uns mit allen Beteiligten aus. Bei 2000 Flüchtlingen im Landkreis ist die Lage völlig unauffällig“, berichtete von der Polizei Achim Jürgen Brüns. Und er empfahl den Anwesenden: „Man sollte versuchen, die Menschen kennen zu lernen.“

Auch der Bürgermeister warb um Mitarbeit aus der Bevölkerung in der Flüchtlingshilfe. „Ohne Ehrenamtliche kommen wir nicht aus“, betonte Hofmann. Das betreffe auch die Grundschulen, die Wümmeschule und das Gymnasium, in denen Flüchtlingskinder im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht beschult würden. Eine Grundschullehrerin appellierte an die Anwesenden: „Die Schulen brauchen auch Hilfe – wie Sachspenden in Form von Ranzen oder Schreibzubehör. Gehen Sie in die Schulen und bieten Sie Ihre Hilfe an. Die Schulen sind dankbar für jede Hilfe.“ - woe

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt

Vielerorts heftige Regenfälle

Vielerorts heftige Regenfälle

50 Jahre AMG: Vollgas von Anfang an

50 Jahre AMG: Vollgas von Anfang an

Smart Luggage: Wenn der Koffer zum Lautsprecher wird

Smart Luggage: Wenn der Koffer zum Lautsprecher wird

Meistgelesene Artikel

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Schlaumeier tauscht Verkehrsschilder aus

Schlaumeier tauscht Verkehrsschilder aus

Feierabend-Markt: „Ich sitze hier beim Wein und warte auf die Achimer“

Feierabend-Markt: „Ich sitze hier beim Wein und warte auf die Achimer“

Kommentare