Verabschiedung von Manfred Ringmann am 20. September / Neubau geplant

Das Pfarrhaus ist Geschichte und der Pastor im Ruhestand

Fischerhude - Die Fläche ist eingeebnet. Nichts erinnert mehr an das alte Fischerhuder Pfarrhaus. Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet, übrig blieb eine planierte Fläche an der Kirchstraße.

Nach langer Krankheit jetzt im Ruhestand: Pastor Manfred Ringmann wird am 20. September in der Fischerhuder Liebfrauenkirche offiziell verabschiedet.

Nach langem Streit ist das seit Jahren leer stehende Pfarrhaus, das in den 60er Jahren als Dienstwohnung für den Fischerhuder Pastor gebaut wurde, nun endgültig Geschichte. Geschichte ist auch die Tätigkeit von Manfred Ringmann als Pastor in der Gemeinde: Nach langer Krankheit wurde seinem Ruhestandsantrag jetzt entsprochen. Pastor Ringmann wird am 20. September in der Liebfrauenkirche verabschiedet.

„Wir mussten das alte Pfarrhaus abreißen lassen, weil es von unten bis oben von Schimmelpilz befallen war“, berichtet die kommissarische Vorsitzende des Fischerhuder Kirchenvorstands, Wilma Viebrock. „In dem Pfarrhaus haben im Lauf der Jahrzehnte mit Pastor Nowak, Pastor Klaus Bieber und zuletzt Pastor Manfred Ringmann drei Pastoren mit ihren Familien gewohnt“, erzählt Wilma Viebrock. „Durch den Schimmelpilzbefall, der vom Keller ausgegangen war, erkrankten die Eheleute Ringmann vor drei Jahren. Sie mussten ausziehen, erst als Zwischenlösung in eine Wohnung und dann in ihr eigenes Haus im Ort“, erinnert die amtierende Kirchenvorstandsvorsitzende an die belastenden Ereignisse der vergangenen Jahre.

Aufgrund seiner Erkrankung konnte Pastor Ringmann nicht mehr arbeiten, was den Kirchenvorstand vor große Herausforderungen stellte. Die ehrenamtlichen Aktiven hatten sich nicht nur mit der Zukunft des schadstoffbelasteten Pfarrhauses zu befassen, sondern auch die Krankheitsvertretungen für Pastor Ringmann zu organisieren. „Die Vertretung haben vorwiegend der ehemalige Fischerhuder Pastor Klaus Bieber als der Vorgänger von Manfred Ringmann und der Achimer Pastor Christoph Maaß übernommen“, berichtet Wilma Viebrock.

Doch was sollte aus dem Pfarrhaus werden? „Mehrere Bauexperten haben sich das Haus angesehen. Keiner von ihnen wollte eine hundertprozentige Garantie dafür geben, dass der Schimmel nach einer grundlegenden Sanierung nicht wiederkommt“, schildert die Kirchenvorständlerin, „aufgrund der Aussagen der Bauexperten hat der Kirchenkreis einen Zuschuss für die Sanierung des Hauses abgelehnt.“ In vielen Sitzungen debattierte der Fischerhuder Kirchenvorstand über den Erhalt des Hauses, bis der Entschluss reifte, das Haus abreißen zu lassen. „Die Entscheidung haben wir uns wirklich nicht leicht gemacht. Nur schweren Herzens haben wir uns zum Abriss entschlossen“, betont Wilma Viebrock. So rollte Anfang August der Bagger an, fraß sich innerhalb einer Woche durchs Mauerwerk und legte das Haus in Schutt und Asche. Laster transportierten die Steinhaufen ab. Jetzt erinnert nichts mehr an die Existenz des Pfarrhauses.

Und was soll nun aus der Fläche werden bzw. wo entsteht die vorgeschriebene Dienstwohnung für den Pastor der Gemeinde? „Eines ist sicher. Wir als Kirchenvorstand planen den Neubau eines Pfarrhauses auf dem Grundstück, jedoch nicht direkt an gleicher Stelle wie das ehemalige Gebäude. In den Neubau werden wir die Dienstwohnung, das Archiv und die Verwaltung integrieren. Das Finanzierungskonzept ist aber noch unklar“, formuliert Wilma Viebrock.

Für den 20. September bereitet der Kirchenvorstand die Verabschiedung von Pastor Manfred Ringmann vor, der 27 Jahre Seelsorger in Fischerhude war. „Die Landeskirche hat Pastor Ringmann am 16. August offiziell in den Ruhestand versetzt. Am 20. September werden wir ihn mit einem Gottesdienst ab 16 Uhr und mit einem anschließenden Empfang im Gemeindehaus verabschieden“, erklärt Wilma Viebrock. Dann können sich die Gemeindemitglieder persönlich von ihrem langjährigen Pastor verabschieden.

„Die Pastorenstelle ist jetzt neu ausgeschrieben. Der Kirchenkreis hat uns versichert, dass die Pfarrstelle auch wieder besetzt wird. Ich glaube schon, dass sich viele auf die Stelle bewerben werden, denn der Ort Fischerhude hat einiges zu bieten“, ist sich Kirchenvorstandsmitglied Marlis Seeger sicher.

woe

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