Wie das Künstlerpaar Thomas Hopp und Anna Mehl die Corona-Krise zu meistern versucht

Die Ungewissheit zerrt am Nervenkostüm

Thomas Hopp mit seiner Lebensgefährtin Anna Mehl in seinem Wohnzimmer, umgebaut zur Bühne. Foto: Woelki

Ottersberg – Die Corona-Krise fegt übers Land. Das gesellschaftliche Leben erlahmt. Jeder Bereich ist betroffen, ob nun die Wirtschaft oder das Vereins- und Verbandswesen. Die erzwungene Freizeit zerrt an den Nerven – besonders bei den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmern. Das betrifft auch den Kulturbereich, da viele Künstler Solo-Selbstständige sind.

Auch dem Musiker und Entertainer Thomas Hopp, viele Jahre Pianist auf dem „Traumschiff“, ergeht es wie den meisten anderen Musikern: Wegen der Corona-Krise hat er kein Engagement, keinen Auftritt und damit keine Einnahmen.

„Wie andere Berufsgruppen auch hat uns Künstler das Virus ausgebremst. Wir mussten abrupt von 100 auf Null runterstoppen“, berichtet Thomas Hopp.

Nach seinem Engagement auf dem „Traumschiff“ fasste der Ottersberger Vollblut-Künstler wieder Boden und etablierte sich als Musiker und Entertainer in der Region, als Solist, als Ventura-Duo mit seiner Lebensgefährtin Anna Mehl und mit seiner Gruppe „Countdown“. Als „Haus-und-Hof-Pianist“ im Landhaus Wachtelhof, ein Fünfsterne-Hotel in der Rotenburger Innenstadt, unterhielt der Ottersberger die Hotelgäste mit feinsten Jazzmelodien und samtener Lounge-Musik. Und richtete das Hotel Empfänge oder Feste zu unterschiedlichen Anlässen aus, saß Thomas Hopp am Flügel oder Keyboard und begleitete musikalisch die Festgesellschaft. „Das ist alles weggebrochen“, sagt Hopp frustriert.

Diesen Zustand teilt er mit anderen Solo-Selbstständigen. Zwar hat er sofort bei der landeseigenen NBank die von der Landesregierung in Hannover angekündigte Corona-Sofortfinanzhilfe beantragt, aber bislang immer noch keine Antwort geschweige denn einen Förderzuschuss erhalten. Damit steht er ebenfalls nicht alleine.

Die Ungewissheit, wie es weitergehen soll, nagt am Nervenkostüm. Gleichwohl sagt Lebensgefährtin Anna Mehl auch: „Wir nutzen die viele Freizeit kreativ. Wir geben die Hoffnung nicht auf.“ So verwandelten Thomas Hopp und Anna Mehl ihr Wohnzimmer in eine Musikbühne. Mitten drin stehen das Keyboard, Mikrofone und das Mischpult sowie die passende Bühnenbeleuchtung, umhüllt von schwarzem Tuch. Mittels Smartphone und Tablet steuert der Pianist die Ton- und Lichteffekte. Er spielt, sie singt, oder das Paar singt gemeinsam. Die mittels Smartphone produzierten Videos laden sie auf der Internet-Plattform Youtube hoch.

„Damit verdienen wir kein Geld. Aber irgendwie muss man sich beschäftigen“, betont die Lounge-Sängerin. Und Thomas Hopp merkt an: „Wir haben nun viel Zeit, die Stimme und damit die Stimmbänder als Muskeln zu trainieren. Ich weiß, dass die Maßnahmen wegen des Coronavirus sein müssen und dass keiner etwas dafür kann. Aber jetzt leben wir von Reserven.“

Die Aussichten sind nicht gut. „Auch für den Mai sind alle unsere Auftritte abgesagt worden“, erklärt Thomas Hopp und hofft, dass wenigstens der Ottersberger Herbstmarkt Ende September stattfinden kann. Dann tritt er mit seiner Gruppe Countdown auf und möchte gerne mit seinen Musikerfreunden und vielen Gästen an dem Abend des Auftritts sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiern.  woe

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