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Und wieder ruht der Dienstbetrieb in Ottersberg

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Von: Tobias Woelki

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Gemeindebrandmeister Andreas Böschen aus Posthausen ist seit zwei Jahren im Amt.
Gemeindebrandmeister Andreas Böschen aus Posthausen ist seit zwei Jahren im Amt. © Woelki

Ottersberg – Die Dienstplanung und Einsatzbereitschaft unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, die Digitalisierung, der notwendige Bau neuer Feuerwehrhäuser (weil sie den Anforderungen nicht mehr genügen) – die Themenliste, mit der sich Ottersbergs Gemeindebrandmeister Andreas Böschen beschäftigt, hat es in sich.

Da baut Ottersbergs oberster Brandschützer auf die vier Ortswehren Ottersberg, Otterstedt, Posthausen und Fischerhude-Quelkhorn. „Die Zusammenarbeit klappt super. Alle vier Wehren arbeiten gut mit“, freut sich Andreas Böschen, der seit zwei Jahren im Amt ist.

Auch wenn der Dienstbetrieb in Präsenz wegen der Corona-Pandemie in den Ortswehren eingestellt ist, deren Einsatzfähigkeit bleibt stets gegeben. Im vergangenen Einsatzjahr rückten die Helferinnen und Helfer zu 34 Brandeinsätzen und 46 technischen Hilfeleistungen aus, 31 Mal gab Einsätze, die auf einem Fehlalarm beruhten.

„Die Zahl der Aktiven ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben“, stellt Andreas Böschen fest. So zählt die Gemeindefeuerwehr 211 Aktive, darunter 188 Helfer und 23 Helferinnen. 31 Jungen und 24 Mädchen engagieren sich in den drei Jugendfeuerwehren Posthausen, Ottersberg und Fischerhude-Quelkhorn. Die einzige Kinderfeuerwehr auf Gemeindeebene am Standort in Ottersberg betreut 25 Kinder.

„Aufgrund der Corona-Pandemie fielen im vergangenen Jahr die gemeinschaftlichen Veranstaltungen wie Jahreshauptversammlungen oder die Gemeindewettbewerbe aus. Die geselligen Treffen, um die Gemeinschaft in den Ortswehren zu stärken, fehlen. Die vermissen alle“, meint der Gemeindebrandmeister und er hofft, „dass die Wehren im Sommer die Jahrestreffen abhalten können, auch weil zahlreiche Ehrungen und Beförderungen anstehen“.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung sei gut, betont Andreas Böschen. Die Ortswehr Posthausen sehne das bestellte Einsatzfahrzeug herbei. „Das neue Hilfeleistunglöschgruppenfahrzeug HLF 20 für die Posthauser Wehr hätte bereits im vergangenen Jahr da sein sollen. Doch die Auslieferung verzögerte sich, und so hoffen wir, dass das neue HLF 20 im Sommer dieses Jahres kommen wird“, sagt Andreas Böschen.

Die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses Otterstedt wurde unter Corona-Bedingungen gefeiert – und war trotzdem ein Höhepunkt für die Feuerwehrleute.
Die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses Otterstedt wurde unter Corona-Bedingungen gefeiert – und war trotzdem ein Höhepunkt für die Feuerwehrleute. © Woelki

Für die Ortswehr Otterstedt sei ein neues Löschfahrzeug LF10 in Planung, merkt der Gemeindebrandmeister an. Der Bau von Gerätehäusern geht voran, wenn auch langsam. „Die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Otterstedt in der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr war ein Highlight“, betont Böschen. In Posthausen sei bereits ein Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus gefunden. „Aber die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr auf der Fläche Erdbewegungen starten, sehe ich bei nahezu null“, meint der Gemeindebrandmeister, auch weil der Flecken aktuell Projekte wie den Bau der Schulmensen in Fischerhude und in Posthausen stemmen muss.

Wann die Ortswehr Ottersberg ins geplante neue Feuerwehrhaus einzieht, ist derzeit unklar. Die Feuerwehrleute favorisierten den Standort am Fährwisch. „Die vorbereitenden Planungen dauern an“, berichtet Böschen.

Die Umstellung auf digitale Alarmierung sei abgeschlossen, sagt der Gemeindebrandmeister und fügt hinzu: „Jeder Helfende ist mit einem digitalen Melder ausgerüstet. Was jetzt noch folgt, ist die Umrüstung der bisher analog betriebenen Sirenen auf Digitaltechnik, verbunden mit einer Sprachsteuerung. Das Thema wird auf Kreisebene diskutiert und ist eine Aufgabe des Landkreises. Als Feuerwehr hoffen wir auf eine gute Lösung“, fügt Böschen an.

„Seit Dezember ruht erneut der komplette Dienstbetrieb. Die Geselligkeit und der Austausch untereinander leiden. Die Aktiven sehen sich nur bei den Einsätzen, die wie gewohnt weiter laufen. Ich denke, dass im Februar der Dienstbetrieb ebenfalls noch pausiert. Als Hilfsmittel zur Kommunikation bieten die Jugendfeuerwehren und manche Ortswehren Online-Dienste an“, berichtet Andreas Böschen.

Die Impfquote in der Feuerwehr liege, so seine Schätzung, „bei weit über 90 Prozent“. Dazu leisteten die Ortswehren Otterstedt und Ottersberg mit Impfaktionen ihren Beitrag.

„Die Ortswehr Otterstedt will in diesem Jahr eine Jugendfeuerwehr gründen“, weiß der Gemeindebrandmeister noch zu berichten. Damit würden dann alle vier Wehren der Gemeinde über eine Jugendfeuerwehr verfügen.

Von Tobias Woelki

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