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Überlebenshilfe für Menschen in Ukraine

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Von: Petra Holthusen

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Solidarität erfahren ukrainische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Benas bei der Montagsdemonstration in Ottersberg.
Solidarität erfahren ukrainische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Benas bei der Montagsdemonstration in Ottersberg. © Holthusen

Ottersberg – Nur der Schlaf kann Angst und Sorge für kurze Zeit betäuben. „Wenn ich aufwache, weine ich.“ Alena Senn (43) bangt um ihre Eltern, weitere Familienangehörige und Freunde in der Ukraine. Jede Stunde hat sie kurz telefonisch Kontakt: „Dann höre ich, ob sie noch leben.“ Alena Senn ist eine von fünf ukrainischen Beschäftigten der Benas Biogasanlage GmbH.

Zusammen mit Geschäftsführer Christoph Heitmann, seiner Familie und Kollegen ist sie am Montagabend zur Friedensdemonstration vor die Ottersberger Kirche gekommen. Sie bitten um Solidarität und humanitäre Hilfe: Am Wochenende brechen Benas-Mitarbeiter mit firmeneigenen Lkw zur ukrainischen Grenze auf, um den notleidenden Menschen im Kriegsgebiet Lebensmittel und Hygieneartikel zu bringen. Noch bis Donnerstagabend sammeln Heitmanns Warenspenden für den Hilfsgütertransport.

Während ihre Landsleute, Familien und Freunde in der Ukraine von russischen Raketen beschossen werden, halten Alena Senn und ihre Schwester in Ottersberg stumm die Fahne ihres Heimatlandes fest. Halten sich daran fest. Sie haben nicht nur Heitmanns und die Kollegen an ihrer Seite, sondern auch die rund 60 Teilnehmer der Montagsversammlung.

Die sind eigentlich gekommen, um wie immer fürs Impfen und gegen Rechts zu demonstrieren, aber ab jetzt soll die wöchentliche Zusammenkunft als Demonstration für den Frieden dienen. Corona rückt in den Hintergrund, wenn Krieg ist in Europa. Da sind sich Demo-Veranstalterinnen und Teilnehmer einig.

Die humanitäre Hilfe aus Ottersberg und Umgebung nimmt an diesem Abend weiter Fahrt auf. „Wir können nicht einfach zugucken, wir wollen helfen“, sagt Benas-Geschäftsführer Christoph Heitmann und verteilt Informationsblätter zu dem Hilfsgütertransport, den er mit seiner Familie und den Mitarbeitern vorbereitet. Je nach Spendenpaketaufkommen stellt die Firma die benötigte Anzahl von Transportern zur Verfügung. Benas-Mitarbeiter, darunter Heitmann selbst, wollen den Konvoi am Wochenende durch Polen bis zur ukrainischen Grenze steuern. Hier sollen Abnehmer warten, die den Weitertransport und die Verteilung der dringend benötigten Hilfsgüter übernehmen.

Während Christoph Heitmann und Alena Senn auf viele Spenden von Lebensmitteln und Hygieneartikeln aus der hiesigen Bevölkerung hoffen, will der Ottersberger Arzt Torsten Kuper zusammen mit Kollegen und Apothekern Medikamente und medizinische Hilfsmittel für den Hilfskonvoi zusammenstellen. Heitmann will außerdem den Fertiggerichtehersteller Buss um die Spende von Konserven bitten.

Spendenpakete für den Hilfsgütertransport packen – diese Dinge werden gebraucht

Wer den Menschen in der Ukraine helfen möchte, kann ein Spendenpaket für den Hilfsgütertransport der Familie Heitmann und ihrer Mitarbeiter packen. Benötigt werden laut Spendenbedarfsliste vor allem Reis, Nudeln, Mehl, Salz, Zucker, Schokolade, Konserven, Müsliriegel, Haferflocken, Cornflakes, Babynahrung und weitere haltbare Lebensmittel sowie auch Tiernahrung, außerdem Windeln, Feuchttücher, Damenbinden, Toilettenpapier, Desinfektionsmittel, Erste-Hilfe-Bedarf, Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife sowie Socken. Dass die Sachspenden neuwertig und originalverpackt sein sollten, versteht sich eigentlich von selbst. Die Organisatoren des Hilfsgütertransports bitten darum, alle Spenden in festen, tragbaren und geschlossenen Kartons abzugeben und diese – ganz wichtig – mit einer Inhaltsliste zu beschriften. Die Kartons können am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche jeweils zwischen 16 und 20 Uhr bei der Benas-Gruppe am Diekweg 1 in Vorwerk abgegeben werden.

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