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Tonnenweise Kartoffeln und Äpfel an Bord

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Von: Petra Holthusen

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Freuen sich, den nächsten vollbeladenen Lkw in die Ukraine schicken zu können: (v.l.) Alexandra Oltmanns-Weiss, Stefan Schröder, Heiko Schröder, der ukrainische Fahrer Nikolai, Hella Bachmann und Jan Düvelsdorf.
Freuen sich, den nächsten vollbeladenen Lkw in die Ukraine schicken zu können: (v.l.) Alexandra Oltmanns-Weiss, Stefan Schröder, Heiko Schröder, der ukrainische Fahrer Nikolai, Hella Bachmann und Jan Düvelsdorf. © Lions-Club

Ottersberg – Schon kurz nach Beginn des Krieges schickte Adolf Düvelsdorf, Seniorchef des gleichnamigen Ottersberger Landmaschinenhandels, zusammen mit dem Lions-Hilfswerk und vielen Spendern den ersten Hilfstransport mit Lebensmitteln in die Ukraine – genauer gesagt nach Chmelnyzkyj. Dort hat das Unternehmen Düvelsdorf ein Werk, das Maschinen produziert, die für den Verkauf von Ottersberg aus abgeholt werden. Den Lkw leer nach Chmelnyzkyj fahren lassen? Das kam für die Familie Düvelsdorf angesichts der Not im Kriegsgebiet nicht in Frage. Inzwischen hat Juniorchef Jan Düvelsdorf den vierten mit Hilfsgütern beladenen Lkw in die Ukraine geschickt.

Das geht aus einer Pressemitteilung der Lions-Clubs im Landkreis Verden hervor, die die Hilfe für Chmelnyzkyj unterstützen. Das Werk in der Westukraine produziert demnach weiterhin. Die rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen Jan Düvelsdorf zufolge nach wie vor jeden Tag zur Arbeit: „In unserer Region geht es noch relativ ruhig zu.“ So komme es, dass die 260 000 Einwohner zählende Stadt inzwischen 35 000 Binnenflüchtlinge aufgenommen habe; Menschen, die aus ihrer Stadt oder Region fliehen mussten, aber ihr Land nicht verlassen können oder wollen. „So kommen alle Spenden, die wir bisher mitgenommen haben, wirklich da an, wo sie auch ganz sicher gebraucht werden“, erklärt Jan Düvelsdorf in der Pressemitteilung.

Unterstützung bekommt das Ottersberger Familienunternehmen unter anderem von den Lions-Clubs aus Ottersberg, Achim, Verden und dem Damen-Club „Kristina Regina“. „Die Hilfsbereitschaft im Landkreis ist so überwältigend groß, dass wir von unheimlich vielen Privatpersonen Sach- und Kleiderspenden und auch Geldspenden empfangen konnten. Die Gewissheit, dass jeder Cent wirklich in der Region ankommt, stärkt die Bereitschaft zu spenden. So konnten wir unter anderem auch medizinisches Material im Wert von mehr als 5000 Euro mitsenden“, berichtet Hella Bachmann für die Lions-Clubs im Landkreis. Die medizinischen Geräte und Materialien würden nach Düvelsdorfs Informationen von der Westukraine bis an die Front weitergeleitet – dorthin, wo sie im Moment am dringendsten benötigt würden.

„Jeder kennt irgend jemanden, und es spricht sich schnell rum, wenn man in der Ukraine-Hilfe aktiv wird“, berichtet Bachmann von der Spendenbereitschaft, die immer weitere Kreise zieht. Auf diese Weise kamen beim jüngsten Düvelsdorfschen Hilfstransport auch vier Tonnen Äpfel von Stefan Schröder und sieben Tonnen Kartoffeln von Heiko Schröder aus der Samtgemeinde Thedinghausen mit an Bord. „Der Krieg macht uns große Sorgen und wir hatten im letzten Jahr eine gute Kartoffelernte. Wir wollen die Ukrainer so unterstützen, wie wir es können“, erklärt Landwirt Heiko Schröder seinen Wunsch zu helfen. Sein Cousin Stefan Schröder hat vier Tonnen Äpfel der Sorten Elstar und Rubinstar gespendet. Auch er möchte seinen Beitrag leisten und füllt so den Lkw von Jan Düvelsdorf.

Dass sich diese Lastwagen mit Hilfsgütern überhaupt auf den Weg machen können, dafür sorgt Alexandra Oltmanns-Weiss. Sie arbeitet bei Düvelsdorf im Vertriebs-innendienst für das internationale Geschäft, macht die Zollpapiere fertig und kommuniziert vor allem mit den ukrainischen Kollegen und Fahrern. „Sie stellt den Transport sicher und kümmert sich um alles drumherum“, bestätigt Jan Düvelsdorf.

Das Unternehmen will weiterhin seine Möglichkeiten nutzen und seine Lastzüge mit möglichst vielen Hilfsgütern in die Ukraine schicken. Insgesamt 32 Palettenplätze können bei einem Transport ausgenutzt werden. Dafür sammeln viele Beteiligte, unter anderem auch die katholische Kirche in Achim sowie die beiden Achimer Gymnasien: „Hier sind vor allem Kleiderspenden und Kinderspielsachen zusammengekommen“, weiß Hella Bachmann. Es seien aber auch schon sehr viele Paletten mit Fertiggerichten und Keksen gespendet worden. „Vor allem sortenreine Paletten mit haltbaren Lebensmitteln werden gerne mitgenommen“, so Bachmann.

Info

Die Lions-Clubs im Landkreis haben ihre Aktivitäten und Informationen auf einer Website gebündelt – abrufbar unter www.lions-lkverden-ukrainehilfe.org.

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