Theaterklassiker zum 100. Geburtstag der Wümmeschule begeistert Publikum

Viel Beifall für das „Haus in Montevideo“

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Leicht geschürzte Tänzerinnen entpuppen sich als brave Internatsschülerinnen.

Ottersberg - Ein Jahr lang haben die 9. Klassen geprobt, um rechtzeitig zum 100. Geburtstag des Hauptgebäudes der Wümmeschule einen Klassiker auf die Bühne zu bringen. Am Freitag war es endlich soweit und der Erfolg war groß.

Im Vorprogramm zur Jubiläumsfeier genossen zahlreiche Zuschauer trotz der Hitze die Aufführung, mit der schon Stars wie Heinz Rühmann, Ruth Leuwerik und Curt Goetz Erfolge auf großen deutschen Bühnen feierten. Die Schüler der 9. Klassen unter der Regie von Niels Tönnessen knüpften locker an diese Erfolge an. Mehr noch: Sie verstanden es meisterlich, das etwas angestaubte Theaterstück mit neuem Leben zu füllen.

Der untadelige Professor Traugott Nägele, seine ihm sehr ergebene Frau Marianne und seine zwölf Kinder leben ein Leben nach der Fasson von Nägele. Es herrscht Zucht und Ordnung. Was der Hausherr bestimmt, wird gemacht, auch wenn es nicht mehr so recht zeitgemäß ist.

Sein Weltbild gerät allerdings ins Wanken, als ein befreundeter Pastor Nachricht aus Südamerika bringt. Dort, in Montevideo/Uruguay, ist Nägeles Schwester verstorben. Sie war das schwarze Schaf der Familie, wurde im minderjährigen Alter schwanger, floh aus dem bigotten Europa und ward nicht mehr gesehen. Im Hause Nägele wurde die Existenz dieser gefallenen Schwester stets sorgfältig verschwiegen. Die Aussicht auf eine üppige Erbschaft für seine älteste Tochter jedoch ließ Nägele an seiner moralischen Haltung zweifeln, zumal er sich wegen seiner zahlreichen Kinder in ständiger Geldnot befand. Pastor und Ehefrau Marianne redeten ihm gut zu, aber da kannte er die Bedingungen für den Erbschaftsantritt noch nicht.

Die Erblasserin, die zeitlebens unter der Missachtung ihrer Familie gelitten und in Montevideo wohlhabend das Zeitliche gesegnet hatte, wollte posthume Genugtuung. Sie verlangte für den Erbschaftsantritt, dass Nägeles älteste Tochter ebenfalls ein uneheliches Kind zur Welt bringen sollte.

Die Tochter, bereits mit einem jungen Mann liiert, hatte im Prinzip nichts dagegen, nur Nägele ging es gegen den Strich, weil alle seine wohlgehüteten Prinzipien über den Haufen geworfen werden sollten. Dazu kam, dass bei der Ankunft des Professors in Montevideo sich ihm das Haus der Schwester wie ein Bordell darstellte.

Dieser Irrtum klärte sich jedoch schnell, denn bei dem Haus in Montevideo handelte es sich um ein Musikinternat für junge Mädchen. 750000 Dollar versöhnten den gestrengen Professor schnell mit dem Lebenswandel seiner toten Schwester und nach einigen Irrungen und Wirrungen kam die Familie Nägele schließlich doch noch in den Besitz der Erbschaft aus Montevideo.

Die Neuntklässler, die viel Arbeit und Enthusiasmus in dieses Theaterstück gesteckt hatten, feierten einen Riesenerfolg mit diesem Bühnenklassiker. Anhaltender Applaus belohnte sie für Regieassistenz, Bühnenbild und den Anspruch, dieses besondere Stück mit Spielfreude und Kreativität auszustatten.

kr

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