Testzentren des DRK Ottersberg stark ausgelastet

Das wöchentliche Stäbchen Sicherheit

Verantwortliche vor dem Corona-Schnelltestzentrum in Ottersberg
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Bianca Röhrs ist von Beruf Zahnarzthelferin und arbeitet nebenbei im Corona-Schnelltestzentrum des Roten Kreuzes in Ottersberg mit – so wie rund 60 weitere Ehrenamtliche. Auf dieses große Engagement sind DRK-Vorsitzender Stefan Asendorf (li.) und Ottersbergs Bürgermeister Tim Willy Weber gleichermaßen stolz. „Ich bin sehr dankbar, dass wir eine so gute DRK-Ortsgruppe in Ottersberg haben“, unterstreicht Weber die Wichtigkeit des Ehrenamts in dieser Zeit.

Ottersberg – Der Betrieb brummt wie ein Bienenstock. Im Schnitt alle zweieinhalb Minuten wird im DRK-Heim in Ottersberg eine Person auf das Coronavirus getestet – „24 Leute pro Stunde“, sagt Rotkreuz-Chef Stefan Asendorf. Vorne geht"s rein für die Testwilligen und eine Viertelstunde später zur Hintertür wieder hinaus – vorausgesetzt, ihr Ergebnis ist negativ.

Das ist es fast immer: Mehr als 4000 Menschen schleuste das DRK in knapp acht Wochen durch das Testzentrum in Ottersberg – und „davon waren keine fünf positiv“, so Asendorf. Diese aber seien alle völlig überrascht gewesen und vollkommen ahnungslos, wo und wie sie sich angesteckt hatten. Dank des Tests also „konnten Infektionsketten frühzeitig unterbrochen und eine weitere Verschleppung verhindert werden“, unterstreicht Asendorf die Bedeutsamkeit regelmäßiger Schnelltests. Die trügen maßgeblich zum Rückgang des Infektionsgeschehens bei.

Einen immensen – ehrenamtlichen! – Beitrag zu der erfolgreichen Teststrategie leistet seinerseits der DRK-Ortsverein Ottersberg mit seiner von jeher starken Sanitätsbereitschaft. Unter Regie ihres Vorsitzenden Stefan Asendorf betreiben die Rotkreuzler mit örtlichen Kooperationspartnern inzwischen vier Corona-Schnelltestzentren im Nordkreis: im Ottersberger DRK-Heim, in der alten Oytener Schützenhalle, als Drive-in bei Dodenhof und neuerdings zusätzlich stationär vor dem Posthausener Shoppingcenter.

„Wir sind gut ausgelastet – die Nachfrage ist groß“, sagt Asendorf. In Oyten sei der Andrang noch größer als in Ottersberg, weil auch viele Bremer das Angebot nutzten. Dort habe das DRK die Kapazität inzwischen verdoppelt und komme auf 48 Testungen die Stunde. Die Drive-in-Station bei Dodenhof werde förmlich überrannt: „Mehr als 10 000 Tests in fünf Wochen“ registrierte Asendorf. Und dazu im Übrigen viel Ungeduld von Shoppingwilligen in der Warteschlange.

Entspannt geht es in Ottersberg zu. Getestet wird nur auf Anmeldung, und Schlangen bilden sich wegen der gut getakteten Terminvergabe eher selten. Vor zwei Wochen, als immer mehr Menschen eine Testbescheingung für Friseur- oder Fachmarktbesuche brauchten, nahmen die Terminanfragen dermaßen zu, dass das DRK die Öffnungszeiten nochmal erweiterte. Seitdem wird von montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr getestet sowie samstags von 8.30 bis 12 Uhr. Auch Pfingstmontag sind die Rotkreuzler übrigens im Dienst.

Gesetzlich hat jeder Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. Und viele machen davon Gebrauch: „Wir haben einige Stammkunden, die einfach jede Woche einmal sichergehen wollen, dass sie nicht infiziert sind und nicht unwissentlich andere anstecken“, erzählt Asendorf. Für ihn ist es unter diesem Aspekt durchaus eine Überlegung wert, ob der wöchentliche Test nicht nur Recht, sondern auch Pflicht sein sollte.

Möglich macht das Testangebot der ehrenamtliche Einsatz. Aus einem „Pool von 60 Leuten“ kann Asendorf die täglich zwei Schichten bestücken, bis zu 15 Helfer braucht er pro Tag. Gestartet sei das Angebot mit 20 Aktiven aus der DRK-Bereitschaft – mehr als 30 Freiwillige seien danach von außen dazugekommen: Menschen aus medizinischen Berufen, die darüber hinaus helfen wollten, Hausfrauen oder Studenten, die ihre Zeit in eine sinnvolle Aufgabe investieren wollten. Von den neu zum DRK gestoßenen Unterstützern werden, da ist sich Asendorf sicher, auch nach Corona einige im Team bleiben: „Sie fühlen sich wohl bei uns.“

Für den ehrenamtlichen Einsatz im Testzentrum wird eine kleine Aufwandsentschädigung gezahlt. Vor allem aber macht die Tätigkeit zufrieden und stolz: „Die Testungen sind ein wichtiger Baustein für ein Stück normales Leben, und der Dank der Bürger ist immens“, sagt Asendorf. Seit 25 Jahren arbeite er im Rettungsdienst – „aber so viele Dankeschöns wie in den letzten Wochen hab" ich noch nie gekriegt“.

Info und Anmeldung

Einen Termin im Corona-Schnelltestzentrum ihrer Wahl können Interessierte über die DRK-Internetseite https://www.rotkreuz-verden.de/corona-testzentren/ buchen. Sollte es mit der Online-Reservierung Probleme geben, steht der DRK-Kreisverband für telefonische Anfragen und Terminvereinbarungen unter 04231/92450 zur Verfügung. Nicht zuständig sind die Gemeinden. Unter der genannten Nummer muss sich auf jeden Fall anmelden, wer die Freitestung nach einer Quarantäne benötigt. Diese Abstriche nimmt das DRK unter separaten Bedingungen.

Von Petra Holthusen

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