Streifzug durch Fischerhuder Künstlerinnen-Ateliers mit dem Literaturbüro

Die Kunst in weiblicher Hand

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Barbara von Monkiewitsch widmete zwölf Künstlerinnen in Fischerhude einen Streifzug durch ihre Ateliers.

Fischerhude - Fischerhude hat in Sachen Kunst viel zu bieten. Vor etwa 100 Jahren war dieses Metier hauptsächlich von Männern besetzt. Frauen, die zu Pinsel und Palette griffen, wurden geringschätzig als „Malweiber“ bezeichnet, andere Genres gab es wenige. 2015 ist das anders.

Es gibt Ausbildungsmöglichkeiten in vielschichtiger Art, die Frauen treten auf dem Kunstmarkt als Gleichberechtigte auf, sind in Künstlerverbänden aktiv, verfügen über eine Sozialversicherung und eigenständiges Einkommen. Es hat ein deutlicher Wandel stattgefunden. Man kann fast sagen, dass die Kunst fest in weiblicher Hand ist. Überall im Ort gibt es kleinere, aber auch größere Ateliers, die eine Vielfalt an Kunst produzieren – von Skulpturen und Filmen über Keramik, Malerei, Gesang, Schmuck- und Textildesign bis hin zu Installationen.

Barbara von Monkiewitsch, Betreiberin des Literaturbüros Bremen mit Sitz in der Quelkhorner Surheide, hatte deshalb zu einem Streifzug in Wort und Bild durch die Ateliers eingeladen und dafür die Galerie der Fischerhuder Dorfbuchhandlung gewählt.

Unter dem Titel „Dem Auge ein Fest“ stellte dabei alteingesessene und neue Künstlerinnen vor mit dem Ziel, dass diese sich gegenseitig kennenlernen mögen und möglicherweise generationsübergreifend ein Netzwerk bilden. „Viele kennen und begegnen sich gar nicht, obwohl Fischerhude ja durchaus überschaubar ist. Es wäre aber sehr interessant, wenn die Künstlerinnen, deren Fachbereiche sich streifen, etwas gemeinsam machen würden, zumindest aber sich gegenseitig wahrnehmen“, so Barbara von Monkiewitsch.

Sie stellte dem Kreis von Interessierten, unter denen sich zahlreiche Künstlerinnen befanden, das Spektrum an weiblichen Kunstschaffenden vor. Dafür hatte sie Kurzbiografien zusammengetragen und in den einzelnen Ateliers Fotos gemacht. Diese wurden auf einer Leinwand gezeigt, so dass die Besucher den Eindruck hatten, sich mitten in künstlerischer Produktion zu befinden.

Genannt wurde Elke Rehfinger, die zunächst einen Brotberuf erlernte, nebenbei Malkurse, unter anderem bei Wolf-Dietmar Stock, belegte und auf Studienreisen sich künstlerisches Rüstzeug aneignete.

Helga Lüth aus Quelkhorn erlernte zunächst einen kaufmännischen Beruf, gebar zwei Kinder, wurde früh Witwe, räumte aber der Kunst in ihrem Leben einen festen Platz ein. Sie malte Landschaften, später fremde, südlichere Städte, widmete sich einer neuen Formensprache, gewann den Kunstpreis des Fleckens, fasste aber nicht den Mut, ein Studium der Malerei zu beginnen.

Adelheid Metzger-Modersohn studierte in Hamburg und hatte als Malerin früh Erfolg. Sie unterhielt lange ihr Atelier in Bremen, arbeitet jetzt in der Surheide und hat ihre Passion in der Abstraktion gefunden.

Elke Markopoulos, Tochter eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter, lebt und arbeitet seit 1985 in Fischerhude. Wer einmal ihre filigranen Papierobjekte betrachtet hat, bekommt eine Vorstellung von dem künstlerischen Potential.

Katja Kröger gehört zur jüngeren Generation der hiesigen Kunstschaffenden. Zum einen arbeitet sie in der Kunsttherapie, als systemische Beraterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, zum anderen als freischaffende Malerin. Ihre Bilder widmen sich Farbthemen und strahlen eine besondere Leuchtkraft aus.

„Das Potential der kunstschaffenden Frauen in Fischerhude ist groß und jede neue Künstlerin, die hinzukommt, ist ein Gewinn“, sagte Barbara von Monkiewitsch.

kr

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