Straßentheater WildwuX probt in Ottersberg / Montag Premiere am Fährwisch

„Mein Burnout zum Glück“

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Das WildwuX-Straßentheaterteam freut sich auf die Premiere von „Fast and Flexible“ am Montag in Ottersberg.

Ottersberg - Ungewöhnliche Ideen erfordern ungewöhnliche Umsetzungen. Dieses Motto hat sich das Straßentheater WildwuX, ein Projekt des Bundes Deutscher Pfadfinder (BDP), auf die Fahnen geschrieben. Seit 1983 tourt es mit jährlich wechselnder Besetzung durch das Elbe-Weser-Dreieck und erntet für seine unkonventionellen Aufführungen viel Beifall. Am Montag, 17. August, ist es wieder soweit. Die originelle Wagenburg wird am Ottersberger Fährwisch aufgebaut und um 19 Uhr heißt es das erste Mal Bühne frei für „Fast and Flexible – mein Burnout zum Glück“.

Spielleiter ist in diesem Jahr Lionel Tomm, der gerade sein Studium der Theaterpädagogik an der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen abschließt und danach nach Hamburg geht, um seinen „Performance Master“ zu machen. Er leitet das sechsköpfige Theaterteam aus regionalen Akteurinnen und Akteuren im Alter von 17 bis 23 Jahren. Das Stück „Fast and Flexible“ basiert auf keinem festen Drehbuch und orientiert sich an den Fähigkeiten der Darsteller, von denen keiner viel schauspielerische Erfahrung besitzt, aber dennoch mit Spielfreude und Improvisationstalent agiert – was genau das Spannende am Projekt ist.

„Wir stellen das aktuelle Thema der Orientierungssuche in den Mittelpunkt und bringen mit unserem Theater unangepasste Themen in die Öffentlichkeit. Wir bringen das auf die Bühne, was die meisten Jugendlichen unserer Zeit betrifft: Wie bringt man Alltags-, Freizeit- und Karriereplanung unter einen Hut? Wie setzt man das um, wovon man träumt und was man für sich realisieren will? Und wie findet man den berühmten roten Faden, an dem man sich entlang arbeiten kann, ohne sich zu verzetteln“, schildert der künstlerische Leiter Lionel Tomm. „In unserer schnell getakteten Welt Ziele zu setzen und die schließlich realisieren zu können – das bewegt die Generation unseres Jahrgangs. Die Frage, wie finde ich mich, ohne mich zu verbiegen, ist der Schwerpunkt. Dass es dabei oft höchst kurios zugeht, macht den bühnenreifen Touch aus“, so Tomm.

Das Stück wurde von der Theatertruppe auf Zeit gemeinschaftlich organisiert, erhielt in den vergangenen Tagen bei den Endproben den letzten Schliff und wird Open-Air aufgeführt. Nach der Ottersberger Premiere am Montag zieht das Straßentheater mit seinen Zirkuswagen weiter. Die Fußgängerzone in Rotenburg/Wümme, die Seebühne in Otterndorf und das Leuchtturmfest in Dorum sind in den nächsten Wochen weitere Spielorte. Der Eintritt ist immer frei, Spenden werden gerne genommen.

Die originelle Wagenburg mit drei betagten Deutz-Treckern vor drei Original-Zirkuswagen, mit denen das fahrende Volk schon 1920 durch die Lande zog, bietet einen romantischen Anblick. Sie ist für die Probenzeit auf dem Gelände der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen aufgebaut. Dort finden die Proben mit den professionellen Mitteln der Hochschule statt. Ist die Ottersberger Aufführung gelaufen, werden die Trecker wieder vor die Wagen gespannt und dann geht es im gemütlichen Tempo mit 25 Kilometern pro Stunde über Land zum nächsten Ort. „Es ist ein herrliches freies Leben“, schwärmt Organisatorin Barbara Sütterlin, die 1988 als junge Akteurin zu WildwuX kam, immer wieder mitarbeitete und später als studierte Sozialpädagogin dauerhaft dazustieß. „Wir haben ganz klein angefangen und haben uns inzwischen einen guten Ruf erarbeitet. Alljährlich haben wir viele Anfragen von jungen Leuten, die mitmachen wollen“, sagt Barbara Sütterlin.

Der Bund Deutscher Pfadfinder, mit einem von Sütterlin geleiteten Büro in Ottersberg ansässig, ist Träger des Straßentheater-Projekts, das sich aus Landesmitteln, Spenden und eigenen Beiträgen von Mitmachern finanziert.

kr

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