Zwei Jungvögel aus Fischerhude / Einer der Kleinen ringt noch mit dem Tod

Storchenpaten gesucht

Die beiden Jungstörche hatten gegen ihre Geschwister keine Chance und wurden daher in Fischerhude aus dem Nest geholt.

Fischerhude/Verden - „Sie können wieder einen Aufruf starten“, verkündete Silke Brünn vom Förderverein zum Schutze des Weißstorches im Landkreis Verden gestern Morgen. Wie schon in den zurückliegenden Jahren, sind die Leser nun aufgefordert, sich um eine Storchenpatenschaft zu bewerben.

Einfach bis Montag, 18 Uhr, unter dem Stichwort „Storchpate“ eine E-Mail an gewinnspiel-verden@kreiszeitung.de schicken. Wer ausgelost wird, zahlt 50 Euro an die Storchenstation des Landkreises und darf dafür seinem Patentier einen Namen geben, Urkunde inklusive.

Zurzeit, so Brünn, würde Petra Müller in der Pflegestation in Eitze zwei Jungstörche aufpäppeln. „Aber wir rechnen noch mit mehr Störchen“, sagt Silke Brünn.

Beide Tiere stammen aus einem Nest in Fischerhude, das von den Storchenfreunden Am Dobben betreut wird. Die Bilder einer am Horst befestigten Kamera hätten neben zwei stattlichen Jungstörchen ein unterentwickeltes Küken gezeigt, dem seine Geschwister nicht genügend zu fressen übergelassen hatten, berichtet Silke Brünn. Als dann der Storchenbeauftragte des Kreises, Frank Erdtmann, per Leiter zum Nest hochgestiegen war, habe er dort einen weiteren, noch kleineren Jungstorch entdeckt. Dieser ringt mit dem Tod.

Am gefährlichsten sei für die Jungvögel die Zeit, wenn die Eltern sich nicht mehr schützend auf ihre Brut setzen, das Gefieder aber noch nicht nässeabweisend sei. Ein ordentlicher Regenguss könne da schnell zu einer Lungenentzündung führen. Bislang sei 2016 daher ein gutes Storchenjahr gewesen, berichtet Silke Brünn von munterem Geklapper aus den rund 70 Horsten im Kreisgebiet.

143 Jungstörche seien vergangenes Jahr gezählt worden. „Das war überragend.“ Für dieses Jahr rechnet der Förderverein mit einer hohen Quote, zumal das Wetter bislang mitspielt und es viele Storchenpaare im Kreisgebiet gibt.

Hat es einmal mit dem Nachwuchs geklappt, kehrt Adebar gerne zu seinem alten Nest zurück. „Der Mann ist dem Horst treu und die Frau dem Mann“, zitiert Silke Brünn „Storchenmutter“ Petra Müller. J kp

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