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Staatsministerin auf Stippvisite

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Von: Petra Holthusen

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Die stellvertretende Außenministerin Katja Keul (2.v.l.) besuchte am Montag zusammen mit Mitgliedern des Grünen-Kreisvorstandes einige Unternehmen im Landkreis, darunter die Brüning Group, und lernte dabei auch die Fischerhuder Landtagskandidatin Dr. Bettina Schwing (l.) kennen.
Die stellvertretende Außenministerin Katja Keul (2.v.l.) besuchte am Montag zusammen mit Mitgliedern des Grünen-Kreisvorstandes einige Unternehmen im Landkreis, darunter die Brüning Group, und lernte dabei auch die Fischerhuder Landtagskandidatin Dr. Bettina Schwing (l.) kennen. © Holthusen

Fischerhude – Als Staatsministerin im Auswärtigen Amt arbeitet sie an Strategien zur Durchsetzung von Rüstungskontrolle und Völkerrecht, kurz: für eine friedlichere und vor allem atomwaffenfreie Welt. Sie hat also viel zu tun, aktuell mehr denn je. Als Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen will Katja Keul (52) dennoch Ansprechpartnerin für die Menschen in ihrer Region sein und „Präsenz in der Fläche zeigen“, wie sie sagt. Am Montag besuchte die Stellvertreterin von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock den Landkreis Verden, besichtigte zusammen mit Mitgliedern des Grünen-Kreisvorstandes einige Vorzeige-Unternehmen und lernte die Landtagskandidaten kennen.

Über Mittag waren die Grünen mit Regierungsvertreterin Katja Keul zu Gast bei der Fischerhuder Brüning Group und Unternehmenschef Arnd Brüning. Hier boten sich Zeit und Raum für einen kurzen Austausch mit der Fischerhuder Rechtsanwältin Dr. Bettina Schwing. Die 55-Jährige ist Direktkandidatin der Bündninsgrünen im Wahlkreis 53 Rotenburg, zu dem auch Ottersberg und Oyten gehören, für die niedersächsische Landtagswahl am 9. Oktober.

Mandatsinhaber Eike Holsten (CDU) den Wahlkreis abzuluchsen, wird schwierig, und mit Platz 61 hat Schwing keine Chance, über die Grünen-Liste in den Landtag einzuziehen. Aber sie will den Wahlkampf nutzen, um für ihre Anliegen zu werben, vor allem für den Klima- und Umweltschutz. Die Handlungsbereitschaft und den Tatendrang der Menschen, die sie bei ihren Pflanzprojekten für den Verein „Wald für die Welt“ wahrnehme, wolle sie nutzen für die Beschleunigung der Energiewende. „Dazu gibt es keine Alternative. Wir müssen da Wumms reinbringen und die Klimagesetze ändern“, so Schwing. Ehrenamtlich sei sie für diese Sache seit Langem unterwegs, aber das reiche nicht: „Ich will dafür in die Politik.“

Katja Keul, von Haus aus ebenfalls Rechtsanwältin, ist seit 2009 Berufspolitikerin. Damals wurde die Grüne aus dem Landkreis Nienburg erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt. Sie war zunächst parlamentarische Geschäftsführerin, später abrüstungspolitische und rechtspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Als die Grünen voriges Jahr Regierungsverantwortung übernahmen, wurde Keul Staatsministerin im Auswärtigen Amt und eine von drei Baerbock-Vertreterinnen. Auch in dieser neuen Funktion an verantwortlicher Stelle liegt ihr besonderes Augenmerk auf der atomaren Abrüstung weltweit und neuen Rüstungskontrollvereinbarungen.

Als Grünen-Bundestagsabgeordnete erstreckt sich ihre regionale Zuständigkeit über die Landkreise Nienburg, Diepholz, Schaumburg – und eben Verden. Und für diese Region „wollen wir gerne wieder eine grüne Landtagsabgeordnete haben“, sagte Keul mit Blick auf Schwing.

Beherrschendes Thema des Gesprächs mit den Kreis-Grünen war der russische Angriffskrieg in der Ukraine. „Wir tun alles Mögliche, um diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden“, schilderte die Staatsministerin. Neben „den beispiellosen Sanktionen gegen Russland nach dem völkerrechtswidrigen Überfall“ werde das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine durch Waffenlieferungen aus Deutschland gestärkt – „damit Putin und das Unrecht nicht gewinnen“.

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