„Spurenlese“ des Fischerhuder Malers und Verlegers Wolf-Dietmar Stock

Ein langes Künstlerleben in 33 Kapiteln

Wolf-Dietmar Stock
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Wolf-Dietmar Stock (79) stellt mit „Spurenlese“ seine Autobiografie vor.

Fischerhude – „Und nun? Fast achtzig. Acht Jahrzehnte Leben auf der Erde zwischen Königsberg, Oyten, Bremen, Tübingen, Göttingen, Hamburg, Kuhstedt, Paris, Moskau, New York, Fischerhude und Yaundé haben mich geprägt... Ich schrieb auf, was bedeutsam für mich war, blätterte in dem Erlebten wie in einem Geschichtsbuch und suchte nach meinen Spuren.“ Was dabei zutage kam, lässt sich in der Autobiografie von Wolf-Dietmar Stock nachlesen. „Spurenlese“ hat der Fischerhuder Künstler und Verleger die Aufzeichnungen über sein Leben betitelt, die er jetzt in seinem eigenen Verlag Atelier im Bauernhaus als Taschenbuch herausgegeben hat.

Am Ende der 33 Kapitel, in denen Stock freimütig, detailreich und persönlich über seinen verzweigten Lebensweg, prägende Erfahrungen und politische Ansichten erzählt, steht die Dankbarkeit darüber, „dass ich fast achtzig Jahre an dem unfassbaren Ereignis ,Leben’ teilnehmen durfte und neben meinen wechselnden Berufen immer malen konnte...“. Das letzte Drittel der 96 Seiten gehört dann auch seinen Bildern. 30 expressionistische Kunstwerke aus verschiedenen Phasen seines umfangreichen Schaffens hat Stock für die beispielhaften Abbildungen in seinem Buch ausgewählt.

Wolf-Dietmar Stock wurde im Winter 1942 in Ostpreußen geboren. Gegen Kriegsende flüchtete seine Familie und fand in Oyten eine neue Heimat. Der Vater gründete hier ein Elektrogeschäft, und sein kleiner Sohn entdeckte früh sein zeichnerisches Talent. Von einem Freund seiner Eltern bekam der elfjährige Wolf-Dietmar seine ersten Malutensilien geschenkt -–und schuf sein erstes Ölbild auf Leinwand: „Pferde auf der Weide“. Anerkennung und Bestätigung erfuhr er, als der Oytener Pastor Jansen ihm ein am Fuhrenkamp gemaltes Ölbild für 20 Mark abkaufte und der Lehrer in der Schule ihn regelmäßig als Vorzeichner an die Tafel holte.

Um dem Geheimnis und dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen, studierte Stock Philosophie und Theologie. Er arbeitete unter anderem als Lehrer, entschloss sich dann aber, von Beruf bildender Künstler zu werden. Malend reiste er durch die Welt, jedoch scheiterte sein Versuch, von der Malerei zu leben. Allerdings, so schreibt Stock in der „Spurenlese“, seien seine Bilder nach Meinung seiner Freunde besser geworden, als er nicht mehr davon leben wollte.

Über allerhand Umwege landete er schließlich in Fischerhude und gründete in der Bredenau den Verlag Atelier im Bauernhaus, der seit Jahrzehnten erfolgreich Bücher über Künstler und Landschaften, heimatgeschichtliche Romane aus der Region und Kunstkalender publiziert. Ansonsten veröffentlicht Stock Bücher über andere – jetzt mit der Betrachtung seines eigenen Lebens das erste Mal über sich selbst.

In seiner 1985 eröffneten Fischerhuder Galerie und Dorfbuchhandlung gründete sich auch der Kunstkreis Fischerhude, der später zum Fischerhuder Kunstverein in Buthmanns Hof avancierte und den Stock seit zig Jahren als Vorsitzender leitet. Die sonntäglichen Kunstführungen durch die Ausstellungen in Buthmanns Hof, die er maßgeblich mit gestaltet, sind sein Freizeitvergnügen.

Lesung aus dem Buch

Am kommenden Sonntag, 27. Juni, liest Wolf-Dietmar Stock ab 11.45 Uhr beim Kunstverein Fischerhude im Giebel von Buthmanns Hof aus seinem Buch „Spurenlese“. Pünktlich zur Präsentation seiner neuen Bilderausstellung hat der Fischerhuder Künstler und Verleger auch die Aufzeichnungen über sein Leben fertiggestellt. Im Giebel des Kunstvereins zeigt Stock aktuell seine 1989 entstandenen Afrika-Bilder. Das Buch „Spurenlese“ ist unter der ISBN 978-3-96045-089-4 zum Preis von 10 Euro im Buchhandel erhältlich. Der Eintritt zur Lesung am Sonntag ist frei.

Von Petra Holthusen

1971 berichtete das Achimer Kreisblatt über die Erfolge, die Wolf-Dietmar Stock, damals noch Oytener, als junger Künstler vor 50 Jahren in Paris feierte.

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