„Wuseln und Wahnsinn“ am Morgen

SPD Ottersberg will Ampel an Bushaltestelle Heideweg

Gedränge und rücksichtslose Autofahrer: Regelmäßig entstehen gefährliche Situationen an der Bushaltestelle Heideweg im Ortsteil Bahnhof. Ein Gitter könnte die Haltestelle absichern.
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Gedränge und rücksichtslose Autofahrer: Regelmäßig entstehen gefährliche Situationen an der Bushaltestelle Heideweg im Ortsteil Bahnhof. Ein Gitter könnte die Haltestelle absichern. Unser Foto zeigt ein Beispiel aus Wildeshausen.

Ottersberg – Die SPD Ottersberg will mehr Sicherheit für Kinder, die im Ottersberger Ortsteil Bahnhof auf den Schulbus nach Posthausen warten. „Die Bushaltestelle an der Verdener Straße (L155) stößt sowohl in Richtung Grundschule Posthausen als auch in Richtung Ottersberg an ihre baulichen Grenzen“, schreiben die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung.

Abhilfe soll eine Ampelanlage zur Verstärkung der Querungshilfe an der Bushaltestelle schaffen. Kurzfristig sei eine bessere Beleuchtung des Wartehäuschens aus Acrylglas erforderlich, damit die Kinder sichtbarer für Autofahrer werden. Dazu hat die SPD einen Antrag formuliert, der voraussichtlich noch diese Woche an die Gemeindeverwaltung gehen soll.

„Wenn allmorgendlich rund 40 Grundschüler ihren Weg zur Bushaltestelle Heideweg im Ortsteil Bahnhof antreten, dann schwingt bei den meisten Eltern ein mulmiges Gefühl mit – gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit“, schildert SPD-Ratsfrau und Ortsratsmitglied Annegret Reysen. Immer wieder seien die Elternvertreter der Grundschule Posthausen von besorgten Eltern angesprochen worden, berichteten diese bei einer gemeinsamen Vor-Ort-Begehung mit Annegret Reysen.

Auch an diesem Morgen sollten sich die Gefahren an dieser Bushaltestelle deutlich zeigen: Plötzlich hätten sich ungeduldige Verkehrsteilnehmer ihren Weg am Bus vorbei gesucht und die dortige Verkehrsinsel umfahren, indem sie auf die Gegenfahrbahn gewechselt seien, erzählt Reysen. „Diese Situation ereignet sich fast täglich. Dies ist sehr gefährlich, denn die Kinder überqueren an der Verkehrsinsel die Straße, um zur Bushaltestelle zu gelangen“, wusste eine Mutter laut Reysen zu berichten.

Annegret Reysen erlebte an dem Morgen die gefährlichen Verkehrssituationen „zwischen Wuseln und Wahnsinn“ hautnah mit – das rücksichtslose Verhalten der Autofahrer habe sie „fürchterlich erschreckt“. 42 Grundschüler zählte Reysen an diesem Morgen. Dementsprechend eng sei es an der Bordsteinkante gewesen, als der Bus einfuhr. „Eine Art Einstiegsschneise aus Gitterstäben wie am ZOB würde die Kinder vor dem einfahrenden Bus schützen und das Einsteigen erleichtern“, schlug der Vater eines Kindes vor.

Die SPD will eine Ampelanlage, „zumindest eine Druckampel oder eine, die durch einen Sensor anspringt, wenn der Schulbus sich nähert“, sagt Annegret Reysen. Die SPD-Vorsitzende Gabriele Könnecke unterstützt das Vorhaben, ist aber aufgrund von Erfahrungswerten skeptisch. „Der Landkreis misst bei solchen Verfahren die Verkehrsströme, allerdings über den Tag verteilt, und nicht unbedingt morgens.“

Reysen und Könnecke zufolge könne eine bessere Beleuchtung schon kurzfristig etwas bewirken. Denn das Buswartehäuschen selbst sei nicht beleuchtet. Als ehrenamtliche Bürgerbusfahrerin weiß Könnecke: „Man muss extrem langsam heranfahren, sonst sieht man überhaupt nicht, ob da jemand steht.“

Laut Ordnungsamtsmitarbeiter Marco Lorenz hat die Gemeindeverwaltung die Bushaltestelle am Heideweg auf der Agenda. Bereits im Winter 2020 habe es einen Ortstermin mit Bürgermeister Tim Willy Weber, Ortsbürgermeister André Herzog und Verwaltungsvertretern gegeben. „Besonders Autofahrer, die aus Richtung Posthausen kommen, fahren dort oft zu schnell“, so Lorenz. In der Folge habe der Flecken eine Geschwindigkeitsmesstafel aufstellen lassen, berichtet Lorenz weiter, und ergänzt: „Alles andere prüfen wir mit dem Landkreis Verden und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr.“ Beide seien für die Landesstraße zuständig. Ob es eine Ampelanlage oder „nur“ ein Zebrastreifen werde, sei aber unklar. Ein weiteres Hemmnis: Nur 500 Meter entfernt, auf Höhe der Bäckerei Fricke, sehe die Verwaltung ebenfalls Bedarf für eine Ampel. Erfahrungsgemäß seien in solchen Fällen nicht beide Anträge erfolgreich.

Kurzfristige Aussichten auf Erfolg hat Lorenz zufolge eine zusätzliche Beleuchtung für die Bushaltestelle. Ob der Flecken diese noch vor Jahresende installieren könne, hänge aber von der Haushaltslage ab.

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