Spaß und Verständigung über alle Grenzen hinweg bei gemeinsamer Kanutour

Alle in einem Boot

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Alle in einem Boot: Viel Spaß hatten Menschen aus dem Jugendkulturhaus Fischerhude, vom Parzival-Hof Quelkhorn und aus der Flüchtlingsunterkunft in Ottersberg bei ihrer Kanutour.

Ottersberg - Wir sitzen alle in einem Boot – dieser Gedanke beflügelte die „inklusive Kanutour“, die Tessa Reinke und Sonja Bullen vom Jugendkulturhaus Fischerhude in Kooperation mit dem Parzival-Hof Quelkhorn mit Guido Grabe als Betreuer organisierten. Mit insgesamt drei großen Kanus bestückt, bot der Ausflug auch Platz für vier Flüchtlinge aus dem Sudan, die zusammen mit elf weiteren sudanesischen Männern in Ottersberg im ehemaligen Ärztehaus wohnen.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde starteten von Neu-Helgoland aus bunt gemischte Boote ihre Tour auf der Hamme. Ursprünglich hatte die Fahrt in Ottersberg starten sollen, musste jedoch wegen zu geringen Wasserstandes der Wümme umorganisiert werden.

Flüchtlinge verschiedenen Alters, die seit etwa einem Monat in Deutschland leben, Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren, die regelmäßig das Jugendkulturhaus besuchen, und Menschen mit geistiger Behinderung, die auf dem Parzival-Hof leben und arbeiten, teilten bei der Kanutour am bisher heißesten Tag des Jahres eine für die meisten von ihnen neuartige Erfahrung.

„Nach kurzer Übungszeit kamen alle Boote in einen guten Schwung, man unterhielt sich und verständigte sich über alle Grenzen hinweg“, berichtet Sonja Bullen, „alle genossen gemeinsam die Fahrt auf dem kühlen Nass, die immer lockerer werdende Stimmung und die Möglichkeit, die Hamme auch schwimmend zu erkunden.“

Während des Picknicks aßen und tranken die afrikanischen Männer aufgrund des Ramadans nichts, freuten sich nach Worten von Sonja Bullen aber dennoch, „frisch gelernte deutsche Worte wie ,Guten Appetit’ anwenden zu können“. Überhaupt begrüßten sie jedes entgegenkommende Boot mit einem freundlichen „Guten Tag!“ oder „Wie geht es Ihnen?“.

„Auf dem Rückweg zur Anlegestelle tauschten einige der Teilnehmer während des Paddelns kleine Eindrücke ihrer Kultur zum Beispiel in Form von deutschen und sudanesischen Liedern aus“, schildert Sonja Bullen. Und beim Aufladen der Boote sowie beim Auf- und Einräumen sei deutlich geworden, „wie leicht man auch ohne verbindende Sprache Hand in Hand agieren kann“.

Den Kommentaren der Mädchen wie „Erst hatte ich ein bisschen Angst vor den Flüchtlingen, also keine Angst, aber ein bisschen ungewohnt war es schon, aber voll nett waren die!“, gefolgt von einem glücklichen Strahlen, hat Sonja Bullen entnommen, dass es auch für sie eine sehr bereichernde Erfahrung war. Und „die Gäste des Parzival-Hofes sicherten für die Zukunft begeistert ihre Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe zu“.

„, egal welcher Hintergrund, welche sogenannte Behinderung, Geschichte, Kultur oder Religion – dort war die Stimmung so wunderbar, dass es einem herzenswarme Freude am Menschsein bereitet hat“, zieht die Mitorganisatorin der Kanutour ein persönliches Resümee.

Die 15 Männer aus dem Sudan freuen sich übrigens über jeden Besucher – „ihre Tür an der Langen Straße 2 steht tagsüber immer offen und mündet erstmal in einen luftigen Aufenthaltsraum, der dazu einlädt, Platz zu nehmen und sich auszutauschen“, ermuntert Sonja Bullen.

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