Sommertheater Kreisel-Kunst

Kunsthochschule vor den Kopf gestoßen

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Ein Kommentar von Petra Holthusen - Denn sie wissen nicht, was sie wollen – ein immer wieder gerne gespieltes Stück im Ottersberger Ratssaal. Aktuell zu erleben als Sommertheater mit dem Untertitel Kreisel-Kunst.

Petra Holthusen

Da gibt die Politik einen studentischen Ideenwettbewerb in Auftrag, beteuert ihre Verbundenheit mit der örtlichen Hochschule, macht Geld locker, inszeniert eine große Ausstellung möglicher Kunstobjekte für den öffentlichen Raum, installiert eine Jury – und zuckt auf den letzten Metern vor der eigenen Courage zurück. Dieses Zagen und Zögern ist Zeit- und Geldverschwendung im öffentlichen Raum, und vor allem ist es beschämend, wie die Kunsthochschule damit vor den Kopf gestoßen wird. Nur, weil ein bisschen Wind von vorn kommt in Sachen Osterglocken-Rettung und ein kleines Störfeuer von links, weil der bislang nahezu unbeteiligten SPD nach zwei Jahren einfällt, dass sie den Kreisel lieber so behalten würde wie er ist.

Es war klar, dass irgendwann Gemecker kommt. Schließlich war nicht zu erwarten, dass die Studenten marmorne Putten präsentieren, die sich für jedermann gefällig in die vorhandenen Rosen legen. Dass der Wettbewerb abstrakte zeitgenössische Kunst hervorbringen würde, hat doch jeder vorher gewusst. Jetzt ist es an der Zeit, nicht wieder den Nein-Sagern und Verhinderern das Feld zu überlassen, sondern die Chance auf eine unverwechselbare optische Visitenkarte am Ortseingang beim Schopf zu packen.

Der Kulturausschuss um Ute Witgen wird dieses Rückgrat zeigen, dem Ottersberger Ortsrat um Klaus Rebentisch ist es dringend zu wünschen. Es geht nicht nur um Kunst, es geht um Haltung, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit.

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